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Dass Luising heute, im Dezember 2012, Luising heißt und nicht Lovászod, verdankt es seinen Toten. Seit eh und je teilt der kleine südburgenländische Ort seinen Friedof mit den Nachbarn aus Hagensdorf. Beide Dörfer bestatteten die Ihren auf einem uralten Grabhügel eines Stammesfürsten oder -grafen. Auf der einen Seite die Hagensdorfer, auf der anderen Seite die Luisinger. Der Weg dazwischen war die Dorfgrenze, bis 1923 auch die Staatsgrenze. Dass das so nicht geht, sahen auch die Siegermächte des Ersten Weltkriegs ein.
Dass Luising aber heute in aller Munde ist, verdankt es einem sehr Quicklebendigen. Dem bald sechzigjährigen "Grafen" Alfons Mensdorff-Pouilly, zu dessen Haus - oder ja: Schloss - man gelangt, wenn man, vorm Friedhofshügel stehend, vom Hagensdorfer Friedhofsweg rechts in den Luisinger Friedhofsweg biegt und die zweieinhalb Kilometer am Waldrand bergab marschiert.
Unten aber, in Luising, wird man niemanden finden, der einem was sagt über den Grafen. Und wenn, dann nur unterm Siegel der Verschwiegenheit Folgenschweres wie: "Sunst eh ganz okay." Selbst Ernst Geider, der Ortsvorsteher, möchte "mid koana Zeitung nix z'toa haum".
Der Standard kam dann gar nicht mehr dazu nachzuhaken, wie man sich denn fühle in den Schuhen so großer Vorgänger wie des "Grafen" Alexander, der, wohnhaft im alten Zollhaus, immerhin auch denkmalpflegerisch tätig war. Dass etwa die drei alten Arkadenhäuser am Ortsende noch stehen, verdankt sich der Initiative des Alexander Mensdorff-Pouilly, der mit Ilona Erdödy hier, auf ihrem Erbe, drei Kinder hatte.
Eins davon kam 1953 zur Welt, dreißig Jahre nach dem Anschluss an Österreich: Alfons Mensdorff-Pouilly, den die Kleine Zeitung im Vorjahr mit schöner Trefflichkeit "Graf Lobby" genannt hatte.
Die dazugehörige "Grafschaft Lobby" umfasst nur die Gemeinde Heiligenbrunn mit den Katastraldörfern Deutsch Bieling, Reinersdorf/Z amar, Hagensdorf und eben Luising. Diese "Grafschaft" beherbergt knapp 840 Einwohner. Einer davon ist Martin Weinek, der einst den Kommissar Rex mit Wurstsemmeln versorgen durfte, nebenher schöne Weine keltert und im eigenen Schangl auch kredenzt.
Und doch so einiges zu erzählen hat über die Grafschaft, die sich so unterscheide vom Rundherum. Nicht nur abgeschiedener sei als der restliche Pinkaboden und das Stremtal. "Wenn man nach Strem fährt, gibt' s da einen Wald. Wie mein Sohn klein war, hat er geglaubt, hier ist die Grenze, dahinter ist schon Ausland."
So kann man, will Weinek sagen, recht haben im Sich-Täuschen. Er selber, der sich vor gut 20 Jahren hierhergepflanzt hat mit seiner Familie - erst mit dem Eberauer Kellerstöckel, dann mit dazugepachteten Weingärten, einem ans alte Haus gebauten Kostraum -, empfindet die Grafschaft immer noch als was Eigenes, Konservatives, ja Stockreaktionäres. "Die Welt fängt eigentlich erst in Moschendorf an."
Daran sei aber keineswegs der Graf schuld. Im Gegenteil. "Ich hab ihn immer als intelligent, offen, freundlich erlebt. Mensdorff hat einen echt guten Schmäh."
Weinek, der sich mit seinem, dem Hagensdorfer Ortsvorsteher unlängst erst ziemlich angelegt hat, wird einmal links der Straße, in Hagensdorf also und nicht in Luising, liegen. Dennoch hat er, wie alle hier, auf vielfältige Weise mit Mensdorff zu tun. Gründe werden getauscht, das Schloss, die jagdliche Fasan- und Rebhuhnzucht schafft Arbeit, kürzlich hat der Jagdverband, bei dem Weinek dabei ist, "ein schönes Revier" gepachtet aus der Mensdorff'schen Pacht, die allein hier um die 2500 Hektar umfasst, aber drüben in Ungarn sich noch weiter ausdehnt.
Geerbt hat er das alles nicht, obwohl die Erdödy ja eines der großen Magnatengeschlechter waren. Der kleine Alfons war von Fürstenherrlichkeit freilich weit entfernt. Er erinnert sich zuweilen, dass man habe Margarine statt Butter essen müssen. In Heiligenbrunn erinnert man sich so, dass Mama Ilona zuweilen die Milch schuldig bleiben musste. Was aber, so Martin Weinek, nichts daran änderte, dass die Menschen weiterhin "ihre Knickse machten, auch die Männer". Geld kam erst in den 80er-Jahren ins Haus. Mit dem erst wurde das Schloss errichtet, Jagden gepachtet, Unternehmen in den Sand gesetzt.
1993 bandelte er dann schon wie ein echter Landedelmann an mit Maria Rauch-Kallat. Wenn man so will, ist Alfons Mensdorff-Pouilly ein bürgerlicher Graf. Einer, der sich das Vermögen selber geschaffen hat. Wie genau, das eben wird auch Gegenstand der gerichtlichen Untersuchungen sein.
Im nächsten Jahr wird Luising seine 90-jährige Zugehörigkeit zu Österreich feiern. Vor 30 Jahren berichtete die sozialdemokratische BF über ein diesbezügliches Remmidemmi. Sogar Bundespräsident Rudolf Kirchschläger war da. Ein Foto zeigt ihn, Landeshauptmann Theodor Kery und andere Honoratioren. Dahinter ein junger, stattlicher Mann. Der Sohn des Ortsvorstehers sah mit jugendlicher Zuversicht in die Zukunft, von der er jetzt wahrscheinlich bloß noch hofft, dass er die 90-Jahr-Feier daheim verbringen darf. (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, 12.12.2012)
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stammte ursprünglich aus Lothringen ( 1818 in den österreichischen Grafenstand erhoben ) und brachte einige bedeutende Persönlichkeiten hervor, die dem Kaiserhaus als Militärs, Diplomaten und Minister dienten. Ich plädiere dafür, ihren unwürdigen Nachkommen Alfons in Mensdorff-PFUI umzubenennen !
Also um Graf Ali gings nur sehr am Rande.
Geographienachhilfe ? Die mehrfachen Hinweise auf die ach so geheime Tatsache, daß das Bgld. nicht von Anfang an zu Ö gehört hat ?
Insgesamt eine Anhäufung von Gemeinplätzen.
Halt beinahe hätt ich es vergessen, ein Gutes hatte der Artikel, den Hinweis auf einen , zumindest für mich, neuen Winzer., aber sonst !
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