Wärmekrise vor 125.000 Jahren: Was den Korallen noch bevorstehen könnte

16. Dezember 2012, 15:59

Während einer Warmzeit inmitten der Eiszeit zeigten zahlreiche Korallenarten einen massiven Rückgang in Äquatornähe

Dass der globale Klimawandel für viele Korallenarten massiven Stress und damit eine große Bedrohung bedeutet, gilt inzwischen als belegt. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, was den Korallen insbesondere rund um den Äquator noch bevorstehen könnte: Ein internationales Forscherteam fand in Versteinerungen Hinweise darauf, dass die Korallen während einer Warmphase vor rund 125.000 Jahren einen großen Verlust der Artenvielfalt in den äquatorialen Meeren erlitten hatten

Riffkorallen leiden unter dem aktuellen Klimawandel. Der zunehmende Wärmestress führt zu vermindertem Wachstum und Korallenbleiche, dem Verlust von symbiontisch lebenden Algen im Korallengewebe. Schon jetzt ist ein Abwandern von Korallen in höhere Breiten zu beobachten, aber die Korallenriffe in Äquatornähe halten sich noch gut.

Abwanderung nach Norden und Süden

Eine massive globale Erwärmung inmitten der Eiszeit führte zu Durchschnittstemperaturen, die etwa 1 Grad Celsius über den heutigen lagen: "Schon diese Erwärmung führte zu einer massiven Verschiebung der Korallenverbreitung im Vergleich zu heute", führt Wolfgang Kießling, der am Museum für Naturkunde und an der Universität Erlangen-Nürnberg forscht, aus. Resultat war eine Erhöhung der Korallendiversität in den Subtropen der Nordhalbkugel und ein massiver Rückgang in Äquatornähe.

Die damalige Warmzeit hatte natürliche Ursachen, hervorgerufen durch Schwankungen in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne und eine erhöhte Einstrahlung, besonders auf der Nordhalbkugel. "Allein die Temperaturveränderungen kommen als Ursache für die Korallenkrise in Betracht. Andere Faktoren, die heute noch zusätzlich die Korallen stressen, scheiden als Ursache aus", so Kießling. Heute sind Riffkorallen zusätzlich mit regionalen Eingriffen und Ozeanversauerung konfrontiert. Die Schlussfolgerungen des deutsch-australischen Forscherteams: Die Verluste können noch wesentlich größer ausfallen. Nicht nur in Äquatornähe, sondern überall. (red, derStandard.at, 16.12.2012)

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Die damalige Warmzeit hatte natürliche Ursachen, hervorgerufen durch Schwankungen in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne und eine erhöhte Einstrahlung, besonders auf der Nordhalbkugel.

Alle 4 vorherige interglacials waren wärmer als dieser:
http://www.co2science.org/subject/c... cycles.php
obwohl auch dieser interglacial wärmere zeiten gesehen hat im holocene climate optimum in der zeit vor 9000 bis vor 4000 jahren
http://en.wikipedia.org/wiki/Holo... ic_optimum

und warum...

"bwohl auch dieser interglacial wärmere zeiten gesehen hat im holocene climate optimum in der zeit vor 9000 bis vor 4000 jahren "

wurde ihnen auch hier erklaert. warum ihre naive plaeoklimatische rosinenpflueckerei unter heranziehung strunzdummer wissenschaftsbekaempfungsseiten ultimativ sinnlos ist ebenfalls.

Wenns ums Klima geht...

...dann geht offenbar alles rein.

"Die damalige Warmzeit hatte natürliche Ursachen, hervorgerufen durch Schwankungen in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne und eine erhöhte Einstrahlung, besonders auf der Nordhalbkugel."

Was für Umlaufbahnschwankungen sollen das sein und woher kennt man sie?

Wie schafft es eine Umlaufbahnschwankung "besonders auf der Nordhalbkugel" zu wirken?

das ist nicht gluecklich ausgedrueckt...

... die "schwankungen" sind physikalisch eigentlich schwingungen und bekannt geworden als Milankovitch Zyklen

http://de.wikipedia.org/wiki/Mila... %87-Zyklen

es ist von Bedeutung, ob zB durch die Präzession der Erdachse der Winter oder der Sommer der Nordhalbkugel im Perihel liegt, weil die Land/Wasser verteilung der Erde assymetrisch ist.

Dieses astronomische Forcing löst zusammen mit etlichen Feedbacks die Eiszeiten und Warmzeiten aus.

Ich habe versucht es herauszufinden, bin aber gescheitert. Deshalb die ernst gemeinte Frage:

Wie stand das Epihel zur Frühlings-Tag-Nacht-Gleiche vor 125000 Jahren?

zur illustration beim...

...beruehmten holozaen optimum, wo die sommer temperaruren auf der nordhalbkugel hoeher waren als heute und wo die baueme ueber der heutigen baumgrenze herkommen, die manche klima pseudoskeptiker fuer irgend einen beweis fuer irgendwas halten

http://en.m.wikipedia.org/wiki/Holo... ic_optimum

Das staerkste milankovich forcing war vor 9000 jahren, das klimasystem hat etliche 1000 jahre "geantwortet"

Verzeihung, ich meinte das Perihel.

so einfach gehts leider sowieso nicht...

... Das Milankovich forcing ist ja nur der taktgeber, das klimasystem reagiert traege darauf und mit etlichen feedbacks wie eis-albedo, wasserdampf, CO2. Weder fallen die Klima peaks mit den astronomischen schoen zusammen noch zeichnen sie die kurven genau nach, man findet den zusamnenhang wenn man sich fourier entwicklungen beider kurven anschaut und die frequenzen wiederfindet.

Es soll.nicht verschwiegen werden dass es bei der Milankovitch theorie, die im grossen und ganzen ueberzeugend ist, in den details noch ungemachte hausaufgaben gibt

http://en.m.wikipedia.org/wiki/Mila... vich_cycle

Was mich beschäftigt hat war, ob man die astronomischen Tatsachen, denen man zumindest den Anstoß zu einer klimatischen Situation zuschreibt eigentlich wirklich kennt. Denn wenn die Argumentation in der Art abläuft zu sagen, da gibts ein paar astronomische Phänomene, die könnten auf das Klimasystem der Erde Auswirkungen haben und das Klimasystem, das wir auch nicht sehr erschöpfend quantitativ beschreiben können, hat über Forcings darauf reagiert und deshalb war vor 125000 Jahren eine Eiszeit. Das ist dann wohl mehr eine indizieninduzierte Vermutung, als eine naturwissenschaftliche Tatsache.

Deshalb nochmals meine immer noch ernst gemeinte Frage. Gibt es irgendeine Quelle, die den Stand des Perihel vor 125000 Jahren angibt?

http://www.aanda.org/index.php... Itemid=129

online-rechner zur berechnung für beliebige geographische punkte:

http://www.imcce.fr/Equipes/A... th/online/

Insbesondere der Online-Rechner ist ein sehr interessanter Link!

Was mir bei Versuchen mit diesem aber nicht klar geworden ist, ist inwieweit er die Frage nach den astronomischen Gründen der Warmzeit klärt.

Könnten Sie mir die Inputparameter nennen, mit denen ich die Gründe für die Warmzeit vor 125000 Jahren erkenne?

http://www.skepticalscience.com/pics/orbi... wUnits.png

interglaziale werden von maxima der sommerlichen einstrahlung auf der nordhemisphäre eingeleitet (grüne kurve).

im detail sind die zyklen aber höchst kompliziert. nicht jedes dieser maxima ist dazu in der lage und manchmal genügt eine vergleichsweise geringe intensität. das hängt davon ab, wie dick die kontinentalen eispanzer zu einem gegebenen zeitpunkt waren. letztenendes sind modelle notwendig, um die eisschild-dynamik (schmelze im sommer, zunahme im winter) und rückkopplungen in abhängigkeit aller parameter zu simulieren.

die himmelsmechanischen Rohdaten...

... sind zahreich vorhanden, ein Beispiel wo man sich bedienen kann waere hier

http://astrobiology.ucla.edu/OTHER/SSO/

Link auch auf die Originalpublikation wo die Methode erklaert wird.

Was Sie suchen finden Sie sicher, aber das dauert evtl.

Ich muss widersprechen. Dort findet man die gesuchten Daten nicht. Dort finden sich nur Listen zur Exzentrizität und Inklination, nicht aber zum relativen Stand des Perihel.

Weiters ist die Zeitauflösung im Umfeld von 125000 Jahren bei etwa 4000. D.h. alle 4000 Jahre ein Datenpunkt. Das ist für einen Zyklus von ~24000 Jahren sehr dünn.

Fragen, die mich oft beschäftigen, sind z. B. solche:
Wenn behauptet wird, vor 125000 Jahren gab es eine Warmzeit, die von sonnensystemischen Faktoren hervorgerufen wurde, dann müsste es doch irgendwo jemanden gegeben haben, der diese Faktoren und ihre Ausprägungen vor 125000 Jahren studiert und niedergeschrieben hat. Wo ist diese Niederschrift, oder ist das alles nur geraten?

orbitalparamter der erde fuer viele jahrmillionen vor und zurueck berechnet man mit hoher praezision computern, durch loesung der bewegungsgleichungen und beruecksichtigung anderer planeten ueber stoerungsrechnung. himmelsmechanik ist vglw. viel einfacher als klimamodellierung, das funktioniert in diesen geologisch laecherlich kurzen zeitabstaenden wie der dauer des pleistozaen wie bei einem uhrwerk, man braucht also keine chronik oder proxies oder whatever dafuer.

der 4 jaehrige kann bei jedem thema "warum" fragen bis die sonne untergeht. wie es im prinzip funktioniert, wurde ihnen so erklaert dass Sie es verstehen koennen.

Was sich der 4 jährige fragt ist, mit welcher Genauigkeit sich diese analytisch nicht lösbaren Gleichungen numerisch lösen lassen. Oder anders gesagt: Ich frage mich, ob Daten wie der Perihelstand, den Sie als Faktor für das Klima auf der Nordhabkugel angeführt haben überhaupt mit irgendeiner ernstzunehmenden Genauigkeit für die Zeit vor 125000 Jahren errechnen lässt.

Sonst bleibt nämlich an der Aussage weniger Wahrheit als Vermutung kleben.

Übrigens sagen die Autoren des Papers im ihrem Link das Sie erstmals versucht haben, Orbitaldaten so exakt zu berechnen, dass diese auch für Geowissenschaftler sinnvoll sind und glauben (eigene Angabe) das sie damit richtig liegen.

sie koennen mit

google scholar oder aehnlichem 1000e papers zu klimatologie und milankovitch theorie ausheben, und aus jedem koennen sie ihren (pseudo)skeptischen fragenkatalog weiter anfuellen, weil sie auf genannte probleme stossen, auf fortschritte und auch auf widersprueche. es wuerde sich bei objektiver bewertung natuerlich das bild ergeben dass die milankovitch theorie im grossen und ganzen ueberzeugend ist, auch wenn sie ueberall unsicherheiten lesen und wissenschaft als inkrementellen prozess erleben. mit warum kaskaden koennen sie schlussendlich auch "hinterfragen" woher man ueberhaupt weiss, dass die fossilien 125.000 jahre alte sind und warum irgendwer behauptet, dass es vor 125.000 jahren die erde schon gegeben hat.

was wollen sie ueberhaupt?

Also, mein Erkenntnisgewinn bis dato:

Die Apsidendrehung der Erde dürfte im Mittel bei etwa 1.720 Grad pro Jahrhundert liegen, wobei sie Schwankungen unterliegen dürfte, die offenbar nicht ganz einfach zu beschreiben sind.

Wenn man mit den 1.720 Grad 125000 Jahre zurück geht, dann war der Stand des Perihels damals fast genau gleich wie heute. Das wieder würde ausschließen, dass dieser Parameter als einzelner zu einer Warmzeit geführt hat, die heutige Nordhemisphärentemperaturen überschreitet.

Die grundsätzliche Frage, die mich dabei beschäftigt ist: Hat jemand den Zustand des Sonnensystems zu diesem Zeitpunkt genau bestimmt um zum Warmzeitschluss zu kommen, oder in Ermangelung einer anderen Erklärung diese zur Erklärung. auserkoren.

"Wenn man mit den 1.720 Grad 125000 Jahre zurück geht, dann war der Stand des Perihels damals fast genau gleich wie heute. "

sieh haben genau NULL verstanden. sie wollen es auch gar nicht.

ich habe auch nicht behauptet...

... dass sie dort finden, wann vor 320.000.001 jahren zum zeitpunkt der tag nachtgleiche eine sonnenfinsternis im heutigen suedafrika war. ich habe behauptet, dass sie ihre frage mit dem perihel beantworten koennten und diese daten im prinzip offen liegen und ihnen ein beispiel gegeben. im schlimmsten fall muessten sie sich wirklich in eine universitaetsbibliothek bemuehen oder auf ein institut und um die daten direkt fragen.es hat hier auch niemand behauptet dass die eem warmzeit akkurat mit der lage der achse im perihel ausgeloest wurde, ich habe das als beispiel genannt und als illustration das holozaen optimum das damit zusammenhaengt.

Ich hätte nur gemeint, dass wenn irgendwer sagt, die Ursachen der Warmzeit vor etwa 125000 liegen in der damaligen Konstellation des Sonnensystems, dann hat sich vielleicht schon mal wer die Konstellation des Sonnensystems zu diesen Zeitpunkt angeschaut.

Für mich wäre das irgendwie naheliegend gewesen.

von dem link aus kann man eine schoene survey zum thema machen

... den notier ich mir jetzt hier fuer mich selber wenn mal zeit is

http://www.geo.arizona.edu/palynolog... astro.html

weil Sie interessierts eh net!

Googeln Sie doch einfach mal "Milankovich-Zyklen" und "Neigung der Erdachse", dann wissen Sie, warum das ganz gut "reingeht".

Von den unter Milankovic-Zyklen beschriebenen Phänomenen hat genau eines von vier mit der Umlaufbahn zu tun, nämlich die Exzentrizität. Die anderen 3 haben mit der Umlaufbahn überhaupt nichts zu tun.

Was alle 4 Phänomene gemeinsam haben, ist das keines dieser Phänomene dazu in der Lage ist "besonders auf die Nordhalbkugel" zu wirken.

Die Erde hat sich ja auch vor 125000 Jahren pro Tag ca 1x gedreht.

die einstrahlungs-unterschiede, die sich durch alle parameter auf einer halbkugel ergeben, sind hoch (bis zu 130 W/m^2). mit ausnahme des beitrags der bahn-exzentrizität das hätte bei einer symmetrischen erde (bzw. einem reinen wasserplaneten) keine auswirkung, weil der abkühlung einer hemisphäre erwärmung auf der anderen gegenübersteht. nicht so auf der erde, auf der sich auf der nordhalbkugel ausgedehntere gletscher bilden können, die über ihren eis-albedo-effekt eiszeiten einleiten können. denen steht auf der südhalbkugel keine vergleichbare gletscherfläche gegenüber, die zeitgleich schmelzen würden.

schematisch:
http://www.skepticalscience.com/pics/orbi... wUnits.png

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