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Die Alkoholverträglichkeit ist eine individuelle Angelegenheit.
Wie betrunken macht der dritte Glühwein auf dem Christkindlmarkt? Kommt darauf an: Trinkt Frau oder Mann? Das "starke Geschlecht" verträgt bekanntlich mehr als das "schwache". Wie sieht es mit der Körperfülle aus? Etwas beleibtere Menschen kommen mit mehr Alkohol besser zurecht. Wie war der Füllungszustand des Magens zum Zeitpunkt des Alkoholkonsums? Eine gute Unterlage ist dem nachfolgenden Alkoholkonsum auf keinen Fall abträglich. Und die alles entscheidende Frage: Ist der Betrunkene womöglich an das Trinken von Alkohol gewöhnt?
Ein Mensch, der praktisch nie Alkohol konsumiert, kann sich bei einem Blutalkoholgehalt von weniger als 2,5 Promille bereits im Stadium der Bewusstlosigkeit befinden. Es wurde sogar schon von Todesfällen aufgrund einer Alkoholintoxikation von 2,7 Promille berichtet. Ein 45-jähriger Pole hat dagegen sagenhafte 12,3 Promille überlebt, wie die Nachrichtenagentur PAP 2004 mitteilte.
In Hinblick auf die Blutalkoholkonzentration muss folgende Einteilung der Alkoholintoxikation daher mit Vorbehalt beurteilt werden:
Stadium 1, Zustand der Erregung (Exzitation): Die Blutalkoholkonzentration liegt zwischen 1,0 und 2,0 Promille. Erste Zeichen der Enthemmung, wie Redseligkeit, zeigen sich schon wesentlich früher (bei 0,2 Promille). Und auch mit einer reduzierten Reaktionsfähigkeit ist ebenfalls früher (bei 0,3 Promille) zu rechnen. Die Augen sind gerötet und Schmerz wird nur mehr vermindert wahrgenommen. Der Betrunkene beginnt zu lallen und bekommt erste Gleichgewichtsstörungen, die sich in einem schwankenden Gang repräsentieren.
Stadium 2, Zustand der Hypnose: Die Blutalkoholkonzentration liegt zwischen 2,0 und 2,5 Promille, Sprach-, Seh- und Koordinationsstörungen verstärken sich. Der Muskeltonus ist schlaff, der Betroffene oft müde, aber durchaus weckbar. Das Erinnerungsvermögen ist beeinträchtigt, der typische "Filmriss" tritt auf. Plötzliche Stimmungswechsel sind häufig, oft verbunden mit aggressiven Phasen.
Stadium 3, Zustand der Narkose: Die Blutalkoholkonzentration liegt zwischen 2,5 und 4,0 Promille. In diesem Stadium tritt Bewusstlosigkeit ein. Der Patient zeigt keine Reaktionen auf Schmerzreize, unkontrollierte Stuhl- und Harnabgänge sind möglich. Übelkeit und Erbrechen sind häufig.
Stadium 4, Zustand des Sauerstoffmangels (Asphyxie): Die Blutalkoholkonzentration liegt über 4,0 Promille. Der Betrunkene ist tief komatös, die Pupillen sind weit und reaktionslos, die Schutzreflexe erloschen. Bei fehlender ärztlicher Behandlung sind Kreislaufversagen, Atemstillstand und Tod die Folge. Der Tod kann auch infolge von Auskühlung eintreten.
Abgesehen von der Tatsache, dass der Mensch in Abhängigkeit von seinem Konsumverhalten ganz unterschiedlich auf Alkohol reagiert, wirft der Volksmund mit Begrifflichkeiten hier nur so um sich. Von angeheitert, beschwipst, total blau oder breit, blunzenfett, besoffen und sternhagelvoll bis zu tief ins Glas geschaut und sich die Kante geben ist die Rede. Im Wesentlichen differenzieren diese Ausdrücke jedoch nur den leicht alkoholisierten Zustand vom ausgewachsenen Rausch. Der Begriff "betrunken" ist irgendwo in der Mitte lokalisiert. Über die Stärke eines Rausches gibt er ohne zugehöriges Adjektiv keine Auskunft.
Das subjektive Empfinden ist zudem noch eine Geschichte für sich. Eine Frau, die sich nach dem Konsum von vier Achteln Wein binnen zwei Stunden selbst als angeheitert bezeichnet, betreibt per definitionem bereits "Rauschtrinken", auch besser unter dem Begriff Binge-Drinking bekannt. Wobei von Alkoholintoxikation hier wiederum keine Rede sein kann, denn Binge-Drinking beschreibt das reine Trinkverhalten. Die Alkoholvergiftung wiederum stellt die körperliche Reaktion auf hohen Alkoholkonsum dar.
Ganz nüchtern betrachtet: Egal ob blunzenfett oder nur angeheitert, die Symptome sind entscheidend und verleihen dem Begriff "betrunken" zumindest für den Mediziner seine tatsächliche Bedeutung. (Regina Walter, derStandard.at, 12.12.2012)
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"Nicht die Promille sind ausschlaggebend" schreiben, und dann eine Aufzählung der Symptomatik mit dem Durchschnittspromillewert der normalerweise damit einhergeht...Frau Walter: Fünf minus, setzen.
Die Promille sind sehr wohl entscheidend, und was die individuellen Unterschiede anbelangt...bei Alkohol kann man einen statistischen Mittelwert verwenden, der in den meisten Fällen stimmt. Ein Superresistenter Pole verzerrt da nicht viel.
Ich hoffe sehr dass die gute Frau Regina Walter nicht im Pharmabereich oder sonst einer Wissenschaft tätig ist, denn die Wirkung einer Substanz nicht im Zusammenhang mit deren Konzentration im System des Organismus zu betrachten, bzw. diesen Zusammenhang in Abrede zu stellen, ist im besten Fall absurd.
Man muss auch hier differenzieren. So besuche ich mit meiner Frau und Bekannten derzeit die Weihnachtsmärkte. Als Grundlage dient uns ein fetthaltiges Essen (Eisbein/Surhaxe). Geh ich zum Kegeln oder Kartln, tut´s auch ein Gläschen Speiseöl vorweg. Mann muss auch bedenken, dass der Alkohol erst nach einer Stunde seine Wirkung entfaltet. Sprich also: Je schneller ich trinke, je schneller kommt die Wirkung oder garnicht, wenn ich nur alle Stunde ein Seidel trinke. Selbstverständlich kommt es auch auf die Tagesform an: Hatte ich viel Stress oder war es ein geruhsamer Tag, ist es Sommerzeit mit großer Hitze oder eher kühl. Bei ca. 22°C ist es im Wirtsgarten ein Genuss. Aber eben alles in Maßen und nicht in Maßkrügen.
ist er einer dieser verkappten abstinenzler, die sich mythen von wein- und schnapskultur aufbauen müssen, um zumindest ein bißchen zu dürfen?
nicht daß mir wein, bier und co. vereinzelt nicht auch schmeckten. in erster linie geht's mir um die wirkung. und da nehm' ich dann schon einmal einen kapitalrausch in kauf, wenn die umgebung paßt.
überhaupt, was ist denn das für eine verlogene gesellschaft: mindestens ein viertel besäuft sich, heimlich oder nicht, die übrigen nippen an diversen anderen giften, schnupfen, spritzen oder begeilen sich am bankkonto oder anderen lustbarkeiten. nicht wenige sind dem herrgott verfallen, wieder andere süchtig nach macht.
und dann kommt der mit st.emilion daher, als ob es johannesbeersaft nicht auch täte!
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