Wie das Wagerl in den Supermarkt kam

11. Dezember 2012, 14:48
10 Postings

Konsumenten zum kaufen zu bewegen war Sylvan Nathan Goldmans Anliegen. 1937 kam ihm die Idee mit der mobilen Einkaufshilfe

Manche Dinge des täglichen Lebens sind einem so in Fleisch und Blut übergegangen, dass man sich kaum mehr vorstellen kann, dass es sie dereinst nicht gegeben hat. Den Einkaufswagen könnte man vermutlich dazu zählen. Dass er in den USA erfunden wurde, verwundert nicht. Sylvan Nathan Goldman war es, dem die Idee kam, dass Konsumenten mehr kaufen, wenn sie sich an den Konsumgütern nicht zu Tode schleppen. Am 4. Juni 1937 soll der US-Geschäftsmann einen solchen auf Jungfernfahrt in seinem Supermarkt in Oklahoma geschickt haben.

So lange ist es auch schon her, dass Supermärkte in den USA traditionelle Lebensmittelgeschäfte verdrängten. Goldman hatte so ein Selbstbedienungsgeschäft. Allerdings, so sein Eindruck: Die Kunden kauften zu wenig. Warum, war dem Mann auch schnell klar. Gut gefüllte Einkaufskörbe lasteten schwer auf ihren Trägern. So hatte der Geschäftsmann eine Idee: Die Mitarbeiter mussten den Kunden die vollen Körbe zur Kassa tragen und ihnen leere anbieten.

Weil auch das die Umsätze nicht richtig ankurbelte, musste Besseres her. Und das sah so aus: Ein Klappstuhl mit zwei übereinander montierten Sitzflächen, darauf Metallkörbe, an den Beinen Rollen: Die mobile Einkaufshilfe war geboren. Von den Kunden wurde sie übrigens nicht gerade mit Euphorie aufgenommen. Erst als Goldman Menschen engagierte, die sich mit den Wägen bewaffnet, auf Einkaufstour begaben, zogen auch die Kunden nach. (rb, 12.12. 2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Mit dem Einkaufswagerl kauft sich besser mehr ein - eine ziemlich alte Erkenntis.

Share if you care.