Linz: Billigere Öffis durch höhere Parkgebühren

Ein Jahr lang Öffi fahren wird ab 2013 in Linz deutlich günstiger. Das Geld dafür soll aus den Mehreinnahmen durch höhere Parkgebühren kommen.

Linz - Eine Fahrt mit dem Auto nach Linz schlägt sich im kommenden Jahr deutlich mehr aufs Geldbörsl - wenn man einen Parkplatz in der Kurzparkzone wählt. Bevorzugt man jedoch die Öffi-Variante, wird es zumindest für Jahreskartenbesitzer 2013 spürbar billiger. SPÖ und Grüne haben sich am Dienstag - zwei Tage vor der entscheidenden Budget-Sitzung am kommenden Donnerstag im Linzer Gemeinderat - auf diesen "Preis-Deal" geeinigt.

Dem roten Vorschlag, die Parkgebühren ab 1. Jänner 2013 von derzeit 50 Cent pro angefangener halber Stunde auf einen Euro anzuheben, ist die grüne Stimme sicher. Umgekehrt stimmte die SPÖ dem grünen Wunsch nach einer Kostensenkung bei der Jahreskarte zu. Am Dienstag präsentierte man in rot-grüner Eintracht die Eckpunkte des Öffi-Rabatts.

Preisnachlass per Meldezettel

Konkret wird ab 1. Juli 2013 die Jahreskarte für die Hauptwohnsitz-Linzer um 100 Euro günstiger. Derzeit kostet das Jahresticket noch 365 Euro, ab dem kommenden Jahr eigentlich 385 Euro. Stellt man den Antrag auf die Jahresfahrt aber mit einem Linzer Meldezettel in der Hand, sind einem 100 Euro Zuschuss aus der Stadtkasse sicher.

Gespeist wird der Öffi-Subventionstopf aus den Mehreinnahmen in den Kurzparkzonen. "Ein Viertel der Mehreinnahmen aus den Maßnahmen der Parkgebührenerhöhung steht für die Jahreskartenvergünstigung zur Verfügung", erläutert die grüne Umweltstadträtin Eva Schobesberger.

Erstmals Tarifsenkung seit zwölf Jahren

Erstmals seit zwölf Jahren komme es jetzt zu einer Tarifsenkung. Schobesberger: "Seit dem Jahr 2000 ist der Preis für eine Jahreskarte um 47 Prozent gestiegen." Überraschend kommt die rot-grüne Preissenkung übrigens ausgerechnet auch für den Oberösterreichischen Verkehrsverbund. Dort wusste man nämlich am Tag der offiziellen Präsentation auf Standard-Anfrage noch nichts von der Tarifänderung. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 12.12.2012)

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