Homosexuelles Verhalten macht Fisch-Männchen interessant

11. Dezember 2012, 20:04
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Studie: Für die Weibchen zählt vor allem, dass die Männchen überhaupt sexuell aktiv sind, denn das bedeutet Gesundheit, Vitalität und gute Kondition

Dem Atlantikkärpfling-Weibchen ist es offenbar egal, ob die Männchen ihrer Art homosexuelles Verhalten zeigen - Hauptsache sie sind überhaupt sexuell aktiv, denn das bedeutet Gesundheit, Vitalität und gute Kondition. Dies zeigten Untersuchungen von Wissenschaftern der Universität Frankfurt in einer aktuellen Studie.

Erklärung für bisexuelles Verhalten

"Sexuelle Aktivität an sich stellt für Weibchen ein Qualitätsmerkmal dar, denn kranke oder unterernährte Männchen zeigen kaum Sexualverhalten", sagte der Evolutionsbiologe David Bierbach vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität. Dies könne auch eine Erklärung für bisexuelle Verhaltensweisen vieler anderer Arten sein. Die Wissenschafter veröffentlichen ihre Erkenntnisse im britischen Fachjournal "Biology Letters".

Die Forscher studierten Atlantikkärpflinge (Poecilia mexicana), deren Männchen sowohl hetero- als auch homosexuelle Aktivitäten zeigen. Die vier bis sechs Zentimeter großen Fische, die mit den aus Aquarien bekannten Guppys eng verwandt sind, leben in mittel- und südamerikanischen Flüssen. Die Männchen sind orange-türkis gefärbt, die Weibchen beige. Im Gegensatz zu vielen anderen Fischen findet die Befruchtung im Körper des Weibchens statt, das die Jungen lebend zur Welt bringt. Außerdem seien sie leicht zu halten und deshalb geeignet für ein solches Experiment, sagte Bierbach. (APA/red, derStandard.at, 11.12.2012)

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    Den Weibchen der Atlantikkärpflinge (Poecilia mexicana) ist es egal, ob sich die Männchen homosexuell betätigen - Hauptsache, sie sind gesund und gut in Form.

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