Bundesheer-Offizier in Syrien kurz von Bewaffneten festgehalten

11. Dezember 2012, 15:36
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Nach einer Stunde wieder frei - Vorfall nahe der jordanischen Grenze - Nachschub für den Golan nicht mehr über Damaskus

Zwei Offiziere der internationalen Beobachtermission UNTSO im Nahen Osten, darunter ein Österreicher, sind von Bewaffneten in Syrien festgehalten und nach einer Stunde wieder freigelassen worden. Der Vorfall habe sich bereits am Montagnachmittag rund acht Kilometer nördlich der jordanischen Grenze ereignet, teilte das Bundesheer am Dienstag mit.

Bei dem österreichischen Offizier handelte es sich demnach um einen 37-jährigen Major aus Kärnten. Wer die Bewaffneten waren, wisse das Bundesheer nicht, sagte Sprecher Michael Bauer der APA. Die Männer hätten keine Uniformen oder erkennbaren Abzeichen getragen. Die Patrouille kehrte danach laut Heeresangaben wohlbehalten in ihre Basis zurück. Über deren Standort könne er keine Angaben machen, sagte Bauer.

Die UNTSO-Mission der Vereinten Nationen ist seit 1948 mit der Beobachtung des Nahost-Konfliktes betraut. Die 153 Beobachter aus 25 Nationen - darunter auch sechs Österreicher - führen im Rahmen ihres Mandats Patrouillen in Ägypten, Israel, Jordanien, dem Libanon und Syrien aus.

Golantruppe ändert Nachschubroute

Die UNO-Mission am Golan ändert nach einer Attacke auf österreichische Blauhelme ihre Nachschubroute und wird künftig Soldaten nicht mehr über den Flughafen Damaskus zu ihrem Einsatzort schicken, sondern über Tel Aviv. "Die Route über Damaskus ist kein Thema mehr", teilte der Kommandant der Bundesheer-Soldaten am Golan, Oberstleutnant Andreas Schiffbänker, am Dienstag mit.

Ende November hatten Bewaffnete einen Konvoi von österreichischen und kroatischen Soldaten am Weg zum Flughafen Damaskus angegriffen, dabei waren vier Österreicher verletzt worden. Vom Golan-Kommandanten wird bei der geänderten Nachschubroute auf die schlechte Sicherheitslage verwiesen: "Die Lage ist sehr angespannt, sowohl in Damaskus als auch in den umliegenden Gebieten. Es kommt auch in unserem Verantwortungsbereich immer wieder zu Kampfhandlungen." (APA, 11.12.2012)

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    Ob die Bewaffneten Mitglieder einer syrischen Rebellengruppe waren oder nicht, ist bis dato nicht klar.

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