Ubuntu will Desktop, Smartphone und Tablet erobern

11. Dezember 2012, 11:28
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Canonical-Chef Shuttleworth will ein System für alle Plattformen schaffen

Mark Shuttleworth, Chef der Ubuntu-Distributoren Canonical, hat in einem Q&A auf Slashdot über die Zukunft des Betriebssystems, seine Ansichten zum Kampf der Betriebssysteme und anderen Themen zum Besten gegeben.

Er sieht eine "interessante Möglichkeit", den Erfolg von Linux als Serversystem auch auf andere Plattformen auszudehnen, darin, die verschiedenen Arten der Computernutzung zu vereinen. "Lasst uns ein Betriebssystem machen, das auf dem Telefon und auf einem normalen Rechner läuft. Wir sind nahe dran - wir wissen, das Ubuntu ein großartiges Cloud-Betriebssystem, ein großartiges Server-Betriebssystem und ein großartiges Desktop-Betriebssystem ist."

Der Fokus von Canonical liegt nun darin, die bestehende Erfahrung von eingebetteten Systemen in die Cloud zu transportieren.

Trojanisches Pferd

Während Ubuntu in der Linux-Welt eine fixe Größe darstellt, spielt Linux selbst auf traditionellen Desktops kaum eine Rolle. Shuttleworth ist der Meinung, dass die Welt der Mobilgeräte für das schrumpfende PC-Segment von wichtiger Bedeutung ist.

Das könnte auch ein Sprungbrett für das System sein. Geht es nach Shuttleworth, so soll Ubuntu auf Smartphones und Tablets etabliert werden, was in weiterer Folge die Nutzer aus Gewohnheitsgründen empfänglicher für einen Desktop-Umstieg machen soll.

Bis zur Ausgabe 14.04 LTS - entsprechend der Versionsnummer für April 2014 geplant - soll Ubuntu soweit sein, auf mobilen Endgeräten Fuß fassen zu können. Unter anderem, indem die Unity-Oberfläche für entsprechende Systeme auf Touch-Eingabe getrimmt wird.

Kein Problem mit proprietären Bestandteilen

Daneben verteidigt er den in der Community von Vielen abgelehnten Zugang von Ubuntu, auf freie Software aufzubauen und mit proprietären Teilen zu ergänzen. Für ihn ist der Grund, warum manche Leute so "bösartig kritisch" sind, Angst und Unsicherheit bezüglich ihrer eigenen Einstellung.

Hierbei lobt er auch Linux-Vater Linus Torvalds für seinen "toleranten Zugang" gegenüber proprietären Treibern, wie sie etwa Nvidia oder Broadcomm liefern. "Er kann einer Firma immer noch den Finger zeigen, wenn sie sich nicht kollaborativ vorgeht, aber ich möchte anmerken, dass er nie ideologisch in Sachen Lizenzen war. Es war immer auf die Qualität des Engagements fokussiert - Sachen wirklich zum Laufen zu bekommen." (red, derStandard.at, 11.12.2012)

  • Smartphones und Tablets sollen zum Desktop-Sprungbrett  für Ubuntu werden.
    foto: canonical

    Smartphones und Tablets sollen zum Desktop-Sprungbrett  für Ubuntu werden.

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