"Welt online" führt Bezahlmodell ein

Die Online-Lektüre der ersten 20 Artikel im Monat bleibt weiterhin kostenlos

Leser der Online-Ausgabe der Tageszeitung "Welt" werden künftig für ihre Lektüre bezahlen müssen. Für die bisher kostenfreie Website führt der Springer-Verlag am Mittwoch ein nutzungsbedingtes Bezahlmodell ein. Zugleich bietet der Verlag unterschiedliche Abo-Pakete an, die sich nach den Lesegewohnheiten der Nutzer richten.

In Deutschland ist die "Welt" die erste der großen überregionalen Nachrichtenseiten mit einem Bezahlmodell. Vorbild sei die "New York Times", sagte Romanus Otte, Digital-Chef der "Welt"-Gruppe, der das Projekt ein Jahr lang vorantrieb. Das Modell sei aber weiter "lernfähig".

20 Artikel im Monat kostenpflichtig

Die Online-Lektüre der ersten 20 Artikel im Monat bleibt nach Angaben des Verlags kostenlos. Wird der 21. Artikel angeklickt, wird der Nutzer zum Abschluss eines Abonnements eingeladen. Gewählt werden kann zwischen drei Abo-Paketen. Das kostengünstigste Angebot enthält neben dem unbeschränkten Zugriff auf die Website eine Smartphone-App, das zweite Angebot zusätzlich eine App für Tablet-Computer, das dritte Angebot außerdem ein Abonnement der "Welt am Sonntag".

Für Abonnenten der gedruckten "Welt" und "Welt am Sonntag" ist der Zugang zu den digitalen Produkten frei, also zur Website sowie zu den Apps für Smartphones und Tablet.

Die Startseite der "Welt" wird frei zugänglich bleiben - genauso wie Artikel, auf die über Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder andere Seiten verlinkt wird.

"Die Finanzierung digitaler Nachrichten allein durch Werbung habe nicht ausgereicht, weshalb der Verlag jetzt die Vertriebserlöse als zweite Säule ausbauen wolle," sagte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner.

Dass die "Welt" mit dem Bezahlsystem nicht alle ihrer derzeit monatlich neun Millionen Nutzer halten werde, sei klar, räumte Otte ein. "Welt"-Vorstandsmitglied Jan Bayer verwies aber auf andere Anbieter mit Bezahlsystemen, die "die Reichweite mit der Zeit wieder stabilisiert" hätten. Der Erfolg der "Welt"-Apps sei jedenfalls ermutigend, "weil dort bereits für digitale journalistische Inhalte bezahlt wird." (APA, 11.12.2012)

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5 Postings
Qualitätsjournalismus kostet eben Geld

Die die nichts zahlen wollen werden wohl über kurz oder lang nur mehr Artikel im "Heute"-Niveau zu lesen bekommen. Wenn keiner mehr was zahlen will, werden wir alle eventuell nur mehr solche Artikel bekommen.

Also ich bin durchaus bereit für gut recherchierte Artikel meinen Beitrag zu leisten.

Ja, Qualitätsjournalismus kostet Geld, aber was hat das mit der Springer Presse zu tun?

Werden die dann weiterhin zu Tausenden Gratisexemplare überall dort auslegen, wo berechtigterweise vermutet werden kann, dass sich vor allem Gstopfte aufhalten?

ja, "viel glück" mit den bezahlmodellen. mit mir sicher nicht.....

:)

Dass "nicht alle ihrer derzeit monatlich neun Millionen Nutzer" gehalten werden können" kann wohl nur als Understatement gemeint sein, sofern man dort nicht gewaltigen Illusionen unterliegt, inwieweit sich LeserInnen an ein bestimmtes Medium gebunden fühlen.

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