Linux Kernel 3.7 veröffentlicht

11. Dezember 2012, 08:49
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64-Bit-Support für ARM-Prozessoren, Verbesserungen für Intel- und Nvidia-Grafik

Nach der gewohnten Reihe von Release Candidates hat Kernel-Maintainer Linus Torvalds nun die Version 3.7 von Linux freigegeben. Wie schon die Vorgängerversionen kann auch diese wieder mit einer ganzen Reihe von signifikanten Neuerungen aufwarten.

ARM

So wird nun erstmals die neue 64-Bit ARM-Architektur unterstützt - dies übrigens noch bevor die ersten Geräte mit entsprechenden Chips überhaupt auf dem Markt sind. Zudem kann ein Kernel nun so kompiliert werden, dass er auf mehreren (32-Bit) ARM-Prozessorgenerationen läuft. Und die Virtualisierungslösung Xen bietet nun erstmals ARM-Support, der allerdings auf die neuen A15-Chips beschränkt ist.

Grafik

Der Mode-Setting-Code für die Grafikchips von Intel wurde praktisch zur Gänze neu geschrieben, zudem gibt es hier nun erweiterte Stromsparfunktionen. NutzerInnen von ATI-Grafik können sich über einen reduzierten Stromverbrauch freuen, der Nouveau-Treiber wurde ebenfalls in weiten Teilen umgearbeitet. Damit zieht man die Lehren aus der jahrelangen Erfahrungen des Reverse Engineerings der NVidia-Grafikchips.

btrfs

Kontinuierliche Fortschritte macht die Performance des Dateisystems btrfs: So wurden dieses Mal fsync-Operationen beschleunigt, was vor allem Schreiboperationen in virtuellen Maschinen flotter machen sollen. Zudem wurde das Hard-Link-Limit innerhalb eines einzelnen Verzeichnisses angehoben. Und das altbekannten Dateisystem ext4 kann nun auch bei Laufwerken, die größer als 6 TByte sind, deren Größe verändern. Neu ist ebenfalls das "Aggressive SATA device sleep", mit dem der Stromverbrauch bei SATA-Laufwerken weiter gesenkt werden kann.

Netzwerk

In Fragen Netzwerk kann der Kernel 3.7 nun auch mit einer serverseitigen Implementierung von "TCP Fast Open" aufwarten, mit der die Initiierung von HTTP-Verbindungen beschleunigt wird. Der Client-Support war schon mit Linux 3.6 eingeführt worden. Zudem gibt es nun Network Address Translation (NAT) auch für IPv6. (apo, derStandard.at, 11.12.12)

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    grafik: linux
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