Militär: Rücktritt von Malis Regierung kein Putsch

11. Dezember 2012, 18:00

Regierungschef Diarra verkündete nach Festnahme durch Soldatentrupp Rücktritt im Fernsehen

Bamako - Wenige Stunden nach seiner Gefangennahme durch einen Trupp von Soldaten hat der malische Regierungschef Cheick Modibo Diarra den Rücktritt der gesamten Regierung bekanntgegeben. "Ich trete mit meiner Regierung zurück", sagte Diarra Dienstagfrüh im staatlichen Fernsehen, ohne eine Begründung anzuführen. Diarra war im April nach einem Putschversuch als interimistischer Premier eingesetzt worden.

Diarra war in der Nacht nach Angaben seiner Mitarbeiter von Soldaten festgenommen worden, die aus der Militärgarnison Kati zu seiner Wohnung in der Hauptstadt Bamako gekommen waren. Die Militärs sollen angegeben haben, im Auftrag von Hauptmann Amadou Haya Sanogo zu handeln.

Putschist Sanogo vermutlich Drahtzieher

Sanogo war bereits an einem Putsch im März beteiligt, bei dem der langjährige Präsident Amadou Toumani Toure gestürzt wurde. Offiziell übergab Sanogo zwei Wochen nach dem Putsch die Macht wieder an eine zivile Regierung, faktisch aber behielt er in Bamako erheblichen Einfluss.

Der Rücktritt des malischen Regierungschefs Cheick Modibo Diarra ist aber nach Darstellung des Umfelds des einstigen Putschistenführers Hauptmann Amadou Haya Sanogo nicht Folge eines Staatsstreichs. "Das ist kein neuer Putsch", sagte ein Vertrauter Sanogos, Bakary Mariko, am Dienstag dem Sender France 24. Er warf Diarra zugleich vor, nicht im Interesse Malis gehandelt, sondern eine "persönliche Agenda" verfolgt zu haben.

Militärsprecher Bakary Mariko sagte zur BBC, dass Diarras die Versuche das Land hin zu einer Demokratie zu führen, torpediert hätte. "Vor acht Monaten haben wir den Premierminister damit beauftragt, Mali wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Unglücklicherweise versucht er aber nun sich für unbestimmte Zeit an der Macht halten." Diarra werde bis zur Ernennung eines neuen Premiers in Haft bleiben. Das solle noch am Dienstag passieren.

TV-Ansprache von Militär beschlagnahmt

Diarra wollte laut einem Mitarbeiter eigentlich in der gestrigen Nacht noch nach Paris reisen, um sich medizinisch untersuchen zu lassen. Er habe zuvor eine kurze Fernsehansprache aufgenommen, die jedoch das Militär beschlagnahmt habe. Der Trupp habe die Eingangstür von Diarras Haus "demoliert" und den Regierungschef "ziemlich brutal" behandelt, hieß es.

Die Festnahme Diarras dürfte die Bemühungen erschweren, das westafrikanische Land zu stabilisieren: Militär und Politiker sind seit dem Putsch im März gespalten.

EU und ECOWAS bereiten Militäreinsatz vor

Im Norden haben islamistische Rebellen, die Verbindungen zu Al-Kaida unterhalten, die Macht an sich gerissen. Das löste Befürchtungen aus, die Region könnte zu einem Rückzugsgebiet für Extremisten werden. Diarra sprach sich wiederholt für den Einsatz einer internationalen Militärtruppe aus.

Auf Bitten der bisherigen Regierung Malis bereitet die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS einen Militäreinsatz mit etwa 3.500 Soldaten vor. Auch die EU will Mali mit mehr als 200 Militärausbildern unterstützen. Die Vorbereitungen dafür gehen trotz des Sturzes von Diarra weiter. "Natürlich werden wir ganz besonders aufmerksam verfolgen, welche Haltung das Militär einnimmt und ob es sich weiterhin in das politische Leben einmischt oder nicht", sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Dienstag in Brüssel. "Wir hoffen, dass so rasch wie möglich ein neuer Premierminister ernannt wird, damit die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung beschleunigt wird", sagte der EU-Sprecher.

Die Unruhen in Mali haben nach UN-Angaben fast 350.000 Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Etwa 200.000 von ihnen seien innerhalb des Landes vertrieben worden, sagte Flüchtlingskommissar Antonio Guterres am Montag im UN-Sicherheitsrat. (red/derStandard.at, APA, 11.12.2012)

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13 Postings
In Österreich täten hochrangige Politiker auch erst frühestens nach ihrer

Verhaftung zurücktreten. Ein paar würden aber im Häfen sicher eine Exilregierung gründen.

Mali, eim Kollateralschaden der libyschen Revolution

Gaddafi, demokratisch oder nicht, hat die Islamisten in Nordafrika in Schach gehalten.

Regierungschef "ziemlich brutal" behandelt heißt,

dass Premierminister Diarra jetzt ganz sicher medizinische Hilfe braucht. Zu uns hätte der trotzdem nicht flüchten brauchen. Der Republik Österreich ist so was ziemlich wurscht, wir schieben, unbelehrbar vom UNHCR, nach MALI ab.
"Wir teilen die Einschätzung des UNHCR nicht", verkündete ein Innenministeriumssprecher rotzpipenfrech ...

Skandalöse Blitzabschiebung
http://derstandard.at/133855848... bschiebung
Gestern Mali, heute Tschetschenien …
Wohin schiebt unser Menschenrechts-Innenministerium als nächstes ab?
Nach Nordkorea?

"Die EU hat am Montag offiziell mit der Planung eines Militäreinsatzes begonnen. Laut Diplomaten will sie 200 bis 250 Militärausbildner in die Hauptstadt Bamako schicken."

"Ab den 1960er Jahren begannen die Vereinigten Staaten mit der Unterstützung des westlich orientierten Südvietnams, anfangs nur mit Militärberatern" (Quelle wikipedia vietnamkrieg)

ich weiß schon, das kann man nicht vergleichen. aber fällt nur mir auf, dass sich die eu schleichend aber zunehmend ähnlich verhält wie der altbekannte hegemon?
ich will neutral bleiben.

was die wenigsten über Vietnam wissen:

der amerikanische Außenminister führte ein Telefongespräch mit dem südvietnamesichen Außenminister - und bald darauf begann der Vietnamkrieg!!!

(Andererseits: ist es nicht so, dass Außenminister hunderte Telefongespräche führen und Militärberater in dutzenden Ländern aktiv sind, ohne dass gleich ein blutiger Bürgerkrieg mit massiver ausländischer Beteiligung beginnt?)

der nächste gefallene staat

nach somalia u.a. nigeria und sudan, algerien, marokko und ägypten bald werden folgen und dann werden wir einen gottesstaatlichen kontinent haben, vor den toren europas.

Der Domino-Day ist Geschichte,

die Domino-Theorie wird uns alle überleben.

Dabei war ersterer wesentlich intelligenter und interessanter.

1115
11.12.2012, 08:35

Islamisten hatten noch nie so viel Spaß auf der ganzen Welt wie in unseren Tagen.

In Afrika und Asien dürfen sie herumschießen und morden wie sie wollen, und in Europa werden ihnen die Heizkosten gezahlt.

"und in Europa werden ihnen die Heizkosten gezahlt"

Werner Schneyder?

(der hat sich einstmals im Club2 als Moderator blamiert, weil er den Unterschied zwischen Islamisten und Moslems nicht kannte)

zahlen wir keine heizkosten

für das salafistenzentrum in wien 1?

Ach so, ist damit dieses Saudi-Zentrum gemeint?

Sorry, das war mir im ersten Posting nicht ersichtlich. Dann ist Islamisten angebracht.

Friedensheld Oi weltweit gegen Blutrunst!

Dafür hat die Oi ja den Preis bekommen: Frieden schaffen mit neuesten Waffen!

Und die Destabilisierung der Region ist nunmal der unvermeidliche Kollateralschaden bei der Beseitigung des blutrünstigen Gaddafi.

Blutdrunst gibt es erst und nur weil der Westen es sollte wollte

und sich daran begeilt
nach Gadafi

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