Weltklimagipfel in Doha: Welch ein Wurf!

Kommentar |

In 13 Tagen wurde beschämend wenig Herzeigbares erzeugt

Ein gutes Omen war Doha nie. Schon die berühmte Doha-Runde der Welthandelsorganisation WTO 2001 in der Hauptstadt des Wüstenemirats Katar war alles andere denn ein Erfolg. Das Vorhaben, eine Reform des Welthandelssystems samt Ausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, ist gescheitert.

Nun wiederholt sich die peinliche Entwicklung. Nur geht es diesmal nicht um Agrarzölle und -subventionen, sondern um Klima- und Umweltschutz, also ums Überleben. Trotzdem haben die in Doha versammelten Politiker keine Mühe gescheut, sich zu entblößen. Wiewohl mit Heerscharen von Beratern und Wissenschaftern angereist, haben sie in 13 Tagen beschämend wenig Herzeigbares - eigentlich nichts als Treibhausgas - erzeugt: Das Kioto-Regime, bei dem Japan, Neuseeland und Russland keine festen Ziele mehr haben, Kanada und USA gar nicht dabei sind, wird verlängert.

Welch ein Wurf! Die Kiotoziele, die Senkung des Treibhausgasausstoßes gegenüber 1990, wurden von den Industrieländern bisher nur dank Wirtschaftskrise erreicht. Ab 2020 sollen die bereits unter Deindustrialisierung leidenden EU-Länder ihren Schadstoffausstoß gar um 20 Prozent bremsen. Solch unrealistische Ziele sind, wie Umweltminister Nikolaus Berlakovich richtig sagt, ein Türöffner - aber nicht für Klimaschutz, sondern für treibhausgasproduzierenden Gipfeltourismus. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 11.12.2012)

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    15 Postings
    "Solch unrealistische Ziele sind, wie Umweltminister Nikolaus Berlakovich richtig sagt, ein Türöffner - aber nicht für Klimaschutz, sondern für treibhausgasproduzierenden Gipfeltourismus."

    "der mensch kann nicht fliegen, sonst hätte gott ihm flügel verliehen!" hat es einst gehißen.

    möglich ist es. nur wollen muss man es.
    aber solange es solche niki´s gibt, wird sich nichts ändern!

    beispiel wies geht:
    http://www.freitag.de/autoren/f... s-wachstum

    schande über alle verantwortlichen die diesem abkommen zugestimmt haben.

    Solche morbide Großveranstaltungen bringen gar nichts

    Die durch diesen Event verursachten Umweltschäden verschlechtern die Ökobilanz enorm.
    Intelligent wäre eine Kündigung des Kyoto-Vertrages durch Österreich gewesen. Da wären wir nicht die ersten.

    Aber das Buffet war gut ;)

    Ausstieg

    Oesterreich sollte jetzt gleich sofort aussteigen aus dem Kyoto/Doha-Unsinn.
    Dann werden wenigstens die Flugzeugabgase fuer die mit Heerscharen von Beratern und Wissenschaftern angereisten Oesterreicher kuenftig eingespart.

    Diese Veranstaltungen dienen nur dazu,

    uns vorzumachen, dass die Reichen und Mächtigen an unseren Sorgen und Problemen teilhaben.

    ...

    "It is not necessary to change. Survival is not mandatory"....

    alles für den "Rundordner"

    Als aktiver Umweltschützer finde ich,

    dass der Umwelt mehr geholfen ist, wenn man dieses Umweltgegipfle einfach sein lässt.
    Es kommt nie etwas heraus, wir Menschen reagieren nur auf unmittelbare Gefahren! Vorausdenken geschweige denn voraus Handeln sind nicht gerade unsere Stärken.

    Außerdem wird die Umwelt immer an zweiter Stelle stehen, Geld ist immer numero uno.

    so ist es, der mensch macht alles ohne netz
    und reagiert nur dann, wenns gar nimmer anders geht,
    deshalb bin ich froh in 100 jahre nicht mehr hier zu sein und es auch niemanden angetan zu haben,
    noch hier sein zu müssen.

    es wir häßlich werden
    richtig häßlich.

    Was Fr. Ungerböck unter den Tisch fallen lässt, ist der Fakt das die USA massenweise CO2 gedrosselt hat. Aber nicht mit schwachsinniger Klimapolitik á la EU sondern mit Wissenschaft und Technik in der Energieförderung und dem Umstieg auf Erdgas. Aber das will man hier bei uns nicht wahrhaben. Stattdessen werfen wir uns selbst Knüppel zwischen die Beine mit einer Wohlstands- und Fortschrittsbedrohenden Energiewende.

    Sehr gut! Drosseln wir die Luftverschmutzung - verdecken wir das Grundwasser, ect

    Umstieg auf Erdgas für die Stromerzeugung?

    Würde für Europa eine noch stärkere Abhängigkeit von Russland bedeuten.

    leider leider sehr richtig.
    in europa wird geld für windräder verpulvert, und als wirtschaftlicher kompensationsversuch kohle für die stromproduktion verfeuert - bei mehr als doppelt so hohem co2 ausstoß je kwh verglichen zu einem modernen GuD. Moderne GuD werden wegen der in europa gegenüber usa 3 fach höheren gaspreise fast gar nicht mehr betrieben. Wie bei vielen anderen beispielen auch: überall wo grüne besserwisser eingreifen gehts den bach runter, im konkreten triffts nun den ganzen europäischen kontinent

    es wird deshalb mehr kohle verfeuert...

    ...weil die wirtschaft waechst, und gas sowie erdoel (ja, das wird auch in kalorischen kraftwerken genutzt) teurer geworden ist, auch der atomausstieg in D spielt eine grosse rolle. Mit der windkraft hat das genau null zu tun.

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