Hauptkasse der Nationalbank bestohlen

10. Dezember 2012, 17:27
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50.000 Euro beim Umbau verschwunden - Anzeige und Disziplinarmaßnahmen

Wien - Der Umbau der sogenannten Hauptkasse in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) vor ein paar Monaten ist die Bank teurer gekommen als geplant - und er hat peinliche Folgen. Denn: 50.000 Euro sind verschwunden; das bestätigt der Sprecher der OeNB, Christian Gutlederer, auf Anfrage des STANDARD. In der Hauptkasse - voller Name: Abteilung Banknoten- und Münzkasse (BNK) - werden unter anderem die noch vorhandenen Schillinge in Euro getauscht; es gibt Gruppenleiter, Abteilungsleiter, einen Kassendirektor und einen Hauptabteilungsleiter.

Im Sommer wurden in der Abteilung, die zu OeNB-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek ressortiert, Umbauarbeiten durchgeführt. Dabei seien auch Fremdfirmen ins Haus gekommen, erklärt man nun in der OeNB. "Sicherheitslücken" hätten sich aufgetan.

Disziplinäre Maßnahmen in OeNB

Ob nun Fremde oder OeNB-Mitarbeiter: Am Ende fehlte jedenfalls ein Packerl Geld, exakt 50.000 Euro. Die OeNB erstattete laut Gutlederer Anzeige bei der Polizei gegen unbekannte Täter, die Ermittlungen laufen noch. Intern habe man "disziplinäre Maßnahmen" ergriffen, wegen der Lücken in der Sicherheitskette.

Dieser Diebstahl ist nicht der erste in der Notenbank bzw. in ihrem Umfeld. Wie berichtet sind in der Gelddruckerei vor wenigen Jahren etliche Geldbögen verschwunden - der oder die Täter wurden bis dato nicht gefunden. Um unerlaubte Geldmitnahmen zu verhindern, gibt es in der Druckerei nun aber einen Hund: Labrador "Dusty" ist aufs Erschnüffeln von Banknoten spezialisiert.

Gerüchte über Duchatczek-Nachfolge

Der Diebstahl aus der Hauptkasse hat auch das OeNB-Direktorium unter Ewald Nowotny beschäftigt - selbiges hat die Anzeige beschlossen. Stichwort Direktorium: Am Montag ist die Bewerbungsfrist für die ausgeschriebenen Posten abgelaufen, nun folgen die Hearings. Am 31. Jänner will der Generalrat unter Claus Raidl den Besetzungsvorschlag für die Regierung erstellen.

Neuesten Gerüchten zufolge könnte OeNB-Direktor Andreas Ittner Vizegouverneur werden und als solcher Duchatczek nachfolgen. Die Karten von Martha Oberndorfer, die als Einsteigerin gehandelt wird, dürften nicht mehr so gut sein. Vielleicht kommt an ihrer Statt FMA-Chef Kurt Pribil in die OeNB zurück. (gra, DER STANDARD, 11.12.2012)

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