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"Wer stapft durch den verschneiten Wald, hat weißes Haar und rote Backen?" Nein, es ist nicht H.-C. Strache, an dessen Unauffindbarkeit in diesen Tagen die Bundesländerpresse leidet. "Allmählich bereitet Ihre derzeit schon sehr ausgeprägte Wortkargheit erhebliche Sorge", ließ ihn die " Kleine Zeitung" am Freitag wissen, und am selben Tag fragten die "Salzburger Nachrichten" bang, aber nur rhetorisch: "Was wurde eigentlich aus HC Strache?" Um die Frage auch gleich zu beantworten: "Die meiste Zeit sitzt HC mit seiner externen Festplatte, Herbert Kickl, in Klausur, um schmissige Anti-Ausländer-Sager zu schnitzen, da Stronach Anti-EU viel besser kann"
Und der ist es auch, der "durch den verschneiten Wald stapft", selbstverständlich in Begleitung der "Krone bunt", wenn er nicht gerade die Bürger von Silver Springs, einer Gegend in Florida mit dem - republikanisch und steuerlich geförderten - Plan einer riesigen Rinderfarm samt angeschlossenem Schlachthaus in Aufregung und Sorge um ihr Grundwasser versetzen müsste. Obwohl er doch nur, wie der "Kurier" berichtete, 100 Arbeitsplätze schaffen wollte, zeigte er sich überrascht: "Mit den Bedenken der Bevölkerung habe ich nicht gerechnet."
Mit Bedenken der "Kronen Zeitung" musste er noch nie rechnen, da kann er mit einer doppelseitigen Huldigungsadresse rechnen, wenn er in Oberwaltersdorf "durch den verschneiten Wald stapft" und an Kinder Maroni verteilt. "Hier ist er nicht Milliardär, Politiker oder lautstarker Interviewpartner, sondern einfach nur "Onkel Frank" aus Amerika. Die Rolle als Gabenbringer liebt Stronach", wie inzwischen ganz Österreich weiß, mag es ihm "mit den Bedenken der Bevölkerung" leider auch hierzulande ergehen wie in Florida. Überall will er nur Gutes tun und wird doch so verkannt! Da ist es kein Wunder, wenn er "noch einmal sentimental auf die kargen Weihnachten seiner eigenen Kindheit" zurückblickt, und in einem Aufwaschen auch gleich auf seinen "ersten Heiligen Abend in Kanada. Einsam saß der junge Auswanderer in seiner Kemenate und sah sich im TV einen Western mit John Wayne an, um sich abzulenken". Im Vergleich zum Einkauf eines Parlamentsklubs eine sinnvolle Art, Weihnachten zu feiern.
Ein originelles Weihnachtsgeschenk ließ sich "Woman" für die Genießerinnen des Blattes einfallen. Christian Rainer, der Journalist mit der eisernen Sichellocke und in stetem Daueranlauf zum Dandy, bei dem Stefan Petzner nicht einmal in seinen Flügelschuhen mithalten kann, durfte mit einer Botschaft für Adventstimmung sorgen, die er "Profil" -Lesern bisher vorenthalten hat: "Sex wird überbewertet."
Diese Altersweisheit will sich der 51-Jährige in einer Karriere als "großer Womanizer" und im Laufe einer Psychotherapie angeeignet haben, die ihn von einem Leiden befreite, das den "Womanizer" weniger behindern dürfte als den Verfasser von Leitartikeln: "Tatsächlich hatte ich das Knie im Kopf". Ob "Profil"-Konsumenten eine Veränderung bemerkt haben? " Woman"-Leserinnen werden die Bekenntnisse einer gestylten Seele wie der zarte Hauch von Vanillekipferln in die Nasen steigen. Früher "Knie im Kopf, doch jetzt nehme ich mich an, aber nicht auf narzisstische Weise, wo man nur nach Perfektion strebt und schauspielert. Sondern nehme mich an - mit all den hellen und dunklen Seiten". Leicht ist das nicht. Bei vielen sorgfältig publizierten "Verflossenen ist es doch naheliegend, dass umgekehrt auch ich zur Trophäe werde. Ich frage mich oft: Was wird da eigentlich an mir geliebt?" Etwa gar das "Knie im Kopf"? So weit reicht die Fantasie nicht. Ist es "der Erfolg, die geborgte Macht, ein dummes italienisches Auto oder ich als Mensch!?" Nicht doch! Ein "Profil"- Herausgeber ist zum Leiden auserkoren: "Ich muss mich permanent darauf vorbereiten, dass meine Position, meine Gage, das Gegrüßtwerden auf der Straße von einem Tag zum anderen weg sein kann."
Wenn einem "die geborgte Macht" einmal ins Knie gestiegen ist, wird man "das Gegrüßtwerden auf der Straße" schwer vermissen. Aber Entschädigung winkt. "Mir ist wichtig, dass Frauen mich genießen. Erst dann will ich auch genießen. Guter Sex hat nichts mit Kamasutra zu tun." Da ist die Herausgeber-Stellung in "Profil" schon anregender, doch "das prägendere Buch für mich war "Hauffs Märchen"'. "Die starke Brutalität und Körperlichkeit darin hat mich schon mit sieben Jahren in einen Bann gezogen." Der kleine Muck als "großer Womanizer" - danke "Woman"! (Günter Traxler, DER STANDARD, 11.12.2012)
Der "Kurier" konnte "das letzte Habsburg-Rätsel" lösen und damit zurückschlagen - Dan Brown nichts dagegen
Um den Lesern des "Kurier" den Mund wässerig zu machen, berichtete die Redaktion bereits am Vortag, was zur Sprache kommen sollte
Rainer hält sich für einen "Over-Achiever", weil er darauf achtet, dass die Frau auch Spaß im Bett hat. Sagt er. Im Interview. Und glaubt, er wäre ein moderner "Frauenversteher".
Wenn Menschen mit jahrelanger Öffentlichkeitserfahrung wie Rainer und Stronach nicht merken, wie sie sich selbst demontieren, wenn ihre Selbstverliebtheit rechtfertigt, die Eitelkeit offen darzulegen, dann sind Artikel wie dieser von Herrn Traxler bitter nötig, um das Under-Achievertum dieser Herren aufzuzeigen.
eines öffentlichen "Menschen" (die im Fall von Rainer möglicherweise auch als Teil einer Selbsttherapie zu werten ist), nicht zwangsläufig durch den Kakao ziehen. Die Intelligenz und Sensibilität von Rainer sprechen dagegen. Und dass er Frauen gegenüber ein gewisses Faszinosum ausstrahlt, ist nachvollziehbar. Ambivalenz (zwischen intellektuellem Schöngeist und sportivem Freigeist) ist das Zauberwort und das "Kind im Mann"-Syndrom schadet dabei auch nicht. Und noch weniger die Rolle als prekärer Teilzeit-Alleinerzieher von Zwillingen, die ihm wie von selbst die Attitüde eines Frauenflüsterers verpasst.
Fazit: Der Mann ist bei Frauen gut aufgestellt. Aber halt nur mit Ablaufdatum. Und das ist sein Problem und das seiner Frauen.
dem herrn prekär außer seine selbstüberschätzung? schlimm war nur, dass armin wolf auf fb diesen schrott verlinkt hat. ein schelm, wer böses dabei denkt. ("guten morgen, schatzi!" - "morgen..." - "du, heut hamma was, aba weißt eh, bei uns klickt ja keiner..." - "na ausnahmsweise!")
danke, günter traxler.
sex wird überbewertet gemahnt an den ausspruch eines psychotherapeuten in einer club 2 sendung der mitteilte daß es zwei entäuschungen im leben eines mannes gibt. die erste wenn er nicht mehr zweimal kann und die zweite wenn es gar nicht mehr geht.
...wenn man nämlich das ganze interview liest, erscheinen die passagen auch durchaus im selbstkritischen zusammenhang. mag sein, dass narzismus als persönliche note auch vorhanden ist, aber andererseits muss man auch zugute halten, dass es ein sehr ehrliches interview ist und gerade eben jener narzismus von rainer selbst hinterfragt wird.
siehe:
http://www.woman.at/articles/... -interview
"Na gut, ich weiß jetzt, dass ich auch dunkle Seiten habe und warum, und jetzt wo ich das weiß, kann ich sie auch annehmen und super damit umgehen, kein Problem". ?????
Ja und da gäb's aber doch noch der Rest der Welt?
Wir sehen: Selbsterkenntnis ist ungenügend; denn es ginge um die Relation, die Beziehung zur Welt, d.h. zu (im Grunde zu allen) anderen Menschen, zu deren Bedürfnissen zum Beispiel.
Aber wenn einem selbst der Zugang zu den eigenen Bedürfnissen fehlt (wenn man sie gefunden hat, denn durch verschiedene Faktoren werden sie in vielen Fällen von psychischer Krankheit verdrängt, begraben) kann, nein sollte, es dazu kommen, dass man leidet): wie soll man sie dann bei anderen erkennen?
Laut Arno Gruen ist ebendies
dass dem der Kopf ins Knie gefahren ist, also irgendwie ein Gelenkschaden. Und, ja, Psychotherapie ist oftmals enorm hilfreich, aber wenn die Probanden vorzeitig mit solchen Bekenntnissen rausplatzen, ein hoffnungsloses Unterfangen. Da hilft nur eins: Gruppentherapie für verhaltensauffällige Journalisten - allesamt (und insbesondere die bei "News" für den "Mörderin-Kind"-Artikel Verantwortlichen) für einige Stunden zusammen einsperren und in Ruhe abwarten, wer überlebt hat. "What's new Pussycat?"
Ansonsten plage ich mich schon eine ziemliche Weile mit der Frage herum, ob das Borderline-Syndrom in den letzten Jahren zur Grundvoraussetzung in der Qualifikation von Chefredakteuren geworden ist. - Weiß da jemand was dazu?
herr traxler, bitte geben sie zu, dass sie sich das rainer-interview ausgedacht haben! oder zumindest so gekonnt aus dem zusammenhang gerissen, dass es völlig sinnentstellt ist!!
das kann doch nicht sein, dass der profil-herausgeber, einer der wichtigeren journalisten des landes, diesen selbstverliebten wortmüll absondert und das dann auch noch zur publikation freigibt.
bitte, bitte, bitte!
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