Leider "auseinandergelebt"

10. Dezember 2012, 17:17
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Intendant Alexander Pereira zur Welser-Möst-Absage

Salzburg - Nachdem Dirigent Franz Welser-Möst seine Opernteilnahme an den Salzburger Festspielen (Così, Figaro und Don Giovanni) gecancelt hatte, reagiert nun Festspielintendant Alexander Pereira auf die von Welser-Möst angeführten Gründe: Der Dirigent hatte sich geweigert, eine Così-Vorstellung um 11 Uhr (31. 8. 2013) zu dirigieren und empfand die Abstände zwischen den Così-Vorstellungen (21., 23., 25., 28. und 31. 8. 2013) als Zumutung für die Sänger, da sie sich nicht ausreichend regenerieren könnten.

Pereiras Replik: Es sei für eine Serie von Così "absolut nicht ungewöhnlich, Vorstellungen mit nur einem Tag Pause zu spielen. So hat Welser-Möst im März 2010 in Cleveland vier Così-Vorstellungen am 2., 4., 6. und 8. März selbstverständlich dirigiert. Ebenso hat er an der Wiener Staatsoper Aufführungen des Figaro am 19., 21., 24. und 26. Februar 2011 geleitet." Im Übrigen sei immer klar gewesen, "dass fünf Vorstellungen von 21. bis 31. August 2013 stattfinden sollten".

Einen Fehler gibt Pereira zu: Er habe sich nicht um Welser-Mösts Zustimmung zum Termin um elf Uhr (am 31. 8. 2013) bemüht. "Andererseits" , so Pereira, "ist es unproportional, dieses Problem, das mittlerweile behoben ist, denn die Vorstellung wurde auf 14 Uhr verlegt - dies teilte ich Herrn Welser-Möst auch am Mittwoch letzter Woche mit -, zum Anlass zu nehmen, nicht nur Così, sondern auch die Produktionen von 2014 und 2015 zu stornieren." Selbstverständlich sei dies "auch für Regisseur Sven-Eric Bechtolf eine große Enttäuschung".

Der wahre Grund für die Absage dürfte laut Pereira sein, "dass sich zwei Menschen, die einmal sehr intensiv über viele Jahre zusammengearbeitet haben, auseinandergelebt haben".

Welser-Möst wiederum bekundet in einem APA-Gespräch: "Mit mir war die Disposition der Aufführungen anders besprochen worden." (tos, DER STANDARD, 11.12.2012)

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