Neues Medikament erhöht Chancen für Brustkrebspatientinnen

10. Dezember 2012, 16:39
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34 Prozent verringertes Sterbe-Risiko: Auch im Spätstadium ist eine Doppelblockade des Oberflächenrezeptors von Krebszellen sinnvoll

Bessere Chancen gibt es für Patientinnen mit sogenanntem HER-2-positiven Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium mit Metastasen: Die Blockade der HER-2-Oberflächenstruktur auf den Krebszellen mit zwei monoklonalen Antikörpern sowie eine Chemotherapie erhöht die durchschnittliche Überlebenszeit der Patientinnen deutlich. Das gab der Schweizer Pharmkonzern Roche am 10. Dezember in einer Aussendung bekannt. Die Daten dazu wurden beim US-Brustkrebssymposium in San Antonio (US-Staat Texas) mit mehr als 7.000 Teilnehmern präsentiert.

Signifikant verlängerte Überlebensrate

Demnach verlängert die Kombination von Pertuzumab, Trastuzumab und eine Chemotherapie mit Docetaxel im Vergleich zu einer Behandlung mit Trastuzumab und Docetaxel die Überlebensrate im Beobachtungszeitraum signifikant.

Das Sterberisiko verringerte sich für Patientinnen, die die Dreifachkombination erhielten, um 34 Prozent. Das Risiko, dass sich die Krankheit verschlechterte, reduzierte sich um 38 Prozent. Das ist statistisch hoch signifikant, denn im Durchschnitt überleben Patientinnen, die mit der herkömmlichen Zweifach-Kombination behandelt wurden, bereits 37,6 Monate.

Mammakarzinom-Leiden, bei denen die bösartigen Zellen vermehrt den HER-2-Wachstumsfaktorezeptor ausbilden, stellen etwa 25 Prozent der Brustkrebserkrankungen dar. Der erste Durchbruch auf diesem Gebiet wurde vor rund einem Jahrzehnt erzielt, als mit Trastuzumab, ein monklonaler Antikörper aus der Biotechnologie, der den HER-2-Rezeptor blockiert.

Zulassung in Europa beantragt

Von diesem Medikament gibt es mittlerweile auch eine Darreichungsform, bei der man mit einer Injektion unter die Haut auskommt, anstatt Infusionen durchführen zu müssen. Pertuzumab wirkt ähnlich wie Trastuzumab, allerdings an einer anderen Stelle des HER-2-Moleküls. Die Kombination soll die Wirksamkeit des Behandlungsprinzips noch erhöhen. In den USA ist Pertuzumab bereits zugelassen, in Europa ist die Zulassung beantragt.

Die häufigsten Nebenwirkungen - bei über 30 Prozent der Patientinnen- , die bei der Kombination von Pertuzumab, Trastuzumab und und Chemotherapie beobachtet wurden, waren Durchfall, Haarausfall, eine verringerte Zahl von weißen Blutkörperchen und Nervenschädigungen.

Weltweit erkranken pro Jahr rund 1,4 Millionen Frauen an Brustkrebs. Seit 1998 haben weltweit mehr als 1,2 Millionen Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs eine Therapie mit Trastuzumab erhalten. (APA/red, derStandard.at, 10.12.2012)

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