Am Wiener Hauptbahnhof ist noch nicht alles auf Schiene

  • Zugpassagiere und eine ÖBB-Mitarbeiterin am Tag der Teileröffnung des Hauptbahnhofs.
    foto: apa/herbert neubauer

    Zugpassagiere und eine ÖBB-Mitarbeiterin am Tag der Teileröffnung des Hauptbahnhofs.

Mangelnde Beschilderung, keine Rolltreppen, ausgefallene und verspätete Züge aus dem Umland

Am Sonntag ist der Wiener Hauptbahnhof gleichzeitig mit dem Fahrplanwechsel 2012/2013 in Teilbetrieb gegangen. Seitdem werden dort vier Bahnsteige und ein Duchfahrtsgleis genutzt. Laut einer Aussendung der ÖBB verlief die Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel erfolgreich, zwei Mitarbeiter von derStandard.at berichten nach Lokalaugenscheinen am Wiener Hauptbahnhof und am Bahnhof St. Pölten jedoch anderes.

Keine Hinweisschilder am Hauptbahnhof

So soll es laut einem Bericht am Tag der Eröffnung im gesamten U- und S-Bahn-Bereich kein einziges Hinweisschild zum Bahnhof gegeben haben. Aber nicht nur die fehlenden Orientierungshilfen erschwerten den Weg zum Bahnhof: Es gebe zwar Stiegen, jedoch keine Aufzüge oder Rolltreppen. Zudem funktionierte auf den Bahnsteigen am Sonntag nur eines der vier Zuganzeige-Displays.

Von den ÖBB wird das jedoch dementiert. Es seien ausreichend Beschilderungen, Aufzüge und Rolltreppen vorhanden.

Nicht immer Highspeed

Auch außerhalb von Wien läuft noch nicht alles reibungslos. Durch den Fahrplanwechsel wird unter anderem eine super schnelle Verbindung in nur 25 Minuten zwischen Wien und St. Pölten garantiert. Dieses Versprechen konnte am Sonntag nicht eingehalten werden. Ein derStandard.at-Mitarbeiter berichtet, dass er am Sonntagabend am Bahnhof St. Pölten mit mehreren Problemen konfrontiert war: Weder die Anzeigen auf den Bildschirmen, noch jene auf den Bahnsteigen stimmten. Auch die Informationen in der Handy-App waren nicht korrekt.

Dazu kam folgende Situation: Trotz der Information "Vorsicht! Zug fährt durch!" am entsprechenden Bahnsteig blieb der Railjet schließlich doch stehen. Dieser fuhr dann aber nicht auf der schnellen Neubau- sondern auf der Altbaustrecke von St. Pölten nach Wien Westbahnhof - mit entsprechender Verspätung.

Technische Probleme bei Railjets

Grund dafür sei laut Herbert Ofner, Pressesprecher der ÖBB, dass zwar bereits 200 Railjet-Taurus-Lokomotiven mit dem notwendigen europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestatten wurden, es jedoch bei einigen fahrzeugseitig technische Probleme gab. Auch bei einigen ICEs fehlt diese Ausrüstung noch.

Bei den fehlerhaften Anzeigen vermutet Ofner, dass es sich um einen menschlichen Fehler gehandelt habe, dem man nachgehen werde.

Keine Fahrzeitverkürzung für Pendler

Auch für viele Pendler ist die geplante Fahrzeitverkürzung nicht eingetreten, denn wie Radio Wien meldete, soll von den fünf neuen REX-Nahverkehrszügen aus dem Mostviertel einer ausgefallen und ein anderer zu spät gekommen sein.

Laut Ofner haben diese beiden Vorfälle jedoch nichts mit der Inbetriebnahme der Hochleistungsstrecke zu tun. Bei dem Ausfall habe es sich um einen Fahrzeugschaden gehandelt. Bei der Verspätung von 15 Minuten um eine sogenannte "Rotausleuchtung" eines Streckenabschnittes. Das ist ein Sicherheitssystem, womit kontrolliert wird, dass ein Zug einen Abschnitt auch tatsächlich passiert hat. (elm, derStandard.at, 10.12.2012)

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