Am Wiener Hauptbahnhof ist noch nicht alles auf Schiene

10. Dezember 2012, 17:06
  • Zugpassagiere und eine ÖBB-Mitarbeiterin am Tag der Teileröffnung des Hauptbahnhofs.
    foto: apa/herbert neubauer

    Zugpassagiere und eine ÖBB-Mitarbeiterin am Tag der Teileröffnung des Hauptbahnhofs.

Mangelnde Beschilderung, keine Rolltreppen, ausgefallene und verspätete Züge aus dem Umland

Am Sonntag ist der Wiener Hauptbahnhof gleichzeitig mit dem Fahrplanwechsel 2012/2013 in Teilbetrieb gegangen. Seitdem werden dort vier Bahnsteige und ein Duchfahrtsgleis genutzt. Laut einer Aussendung der ÖBB verlief die Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel erfolgreich, zwei Mitarbeiter von derStandard.at berichten nach Lokalaugenscheinen am Wiener Hauptbahnhof und am Bahnhof St. Pölten jedoch anderes.

Keine Hinweisschilder am Hauptbahnhof

So soll es laut einem Bericht am Tag der Eröffnung im gesamten U- und S-Bahn-Bereich kein einziges Hinweisschild zum Bahnhof gegeben haben. Aber nicht nur die fehlenden Orientierungshilfen erschwerten den Weg zum Bahnhof: Es gebe zwar Stiegen, jedoch keine Aufzüge oder Rolltreppen. Zudem funktionierte auf den Bahnsteigen am Sonntag nur eines der vier Zuganzeige-Displays.

Von den ÖBB wird das jedoch dementiert. Es seien ausreichend Beschilderungen, Aufzüge und Rolltreppen vorhanden.

Nicht immer Highspeed

Auch außerhalb von Wien läuft noch nicht alles reibungslos. Durch den Fahrplanwechsel wird unter anderem eine super schnelle Verbindung in nur 25 Minuten zwischen Wien und St. Pölten garantiert. Dieses Versprechen konnte am Sonntag nicht eingehalten werden. Ein derStandard.at-Mitarbeiter berichtet, dass er am Sonntagabend am Bahnhof St. Pölten mit mehreren Problemen konfrontiert war: Weder die Anzeigen auf den Bildschirmen, noch jene auf den Bahnsteigen stimmten. Auch die Informationen in der Handy-App waren nicht korrekt.

Dazu kam folgende Situation: Trotz der Information "Vorsicht! Zug fährt durch!" am entsprechenden Bahnsteig blieb der Railjet schließlich doch stehen. Dieser fuhr dann aber nicht auf der schnellen Neubau- sondern auf der Altbaustrecke von St. Pölten nach Wien Westbahnhof - mit entsprechender Verspätung.

Technische Probleme bei Railjets

Grund dafür sei laut Herbert Ofner, Pressesprecher der ÖBB, dass zwar bereits 200 Railjet-Taurus-Lokomotiven mit dem notwendigen europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestatten wurden, es jedoch bei einigen fahrzeugseitig technische Probleme gab. Auch bei einigen ICEs fehlt diese Ausrüstung noch.

Bei den fehlerhaften Anzeigen vermutet Ofner, dass es sich um einen menschlichen Fehler gehandelt habe, dem man nachgehen werde.

Keine Fahrzeitverkürzung für Pendler

Auch für viele Pendler ist die geplante Fahrzeitverkürzung nicht eingetreten, denn wie Radio Wien meldete, soll von den fünf neuen REX-Nahverkehrszügen aus dem Mostviertel einer ausgefallen und ein anderer zu spät gekommen sein.

Laut Ofner haben diese beiden Vorfälle jedoch nichts mit der Inbetriebnahme der Hochleistungsstrecke zu tun. Bei dem Ausfall habe es sich um einen Fahrzeugschaden gehandelt. Bei der Verspätung von 15 Minuten um eine sogenannte "Rotausleuchtung" eines Streckenabschnittes. Das ist ein Sicherheitssystem, womit kontrolliert wird, dass ein Zug einen Abschnitt auch tatsächlich passiert hat. (elm, derStandard.at, 10.12.2012)

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Fehler passieren halt

aber von Professionalität brauchen wir nicht mehr sprechen, wenn sich der Railjet 'verfährt'!
Und seit 4 Tagen nur verspätete Züge auf der Westbahn...warum? Wegen dem Winterfahrplan?
Es wird zuviel gemeckert aber auch zuviel amateurhaft bewerkstelligt!

was meinens mit verfährt?

Wenn er über die alte Strecke fährt, wird das einen Grund haben, sei es eine Ströung oder ein untaugliches Sicherungssystem oder was auch immer.
Ist immer noch besser, er braucht 20min länger, als sie stehen irgendwo 1 Std. herum, bis eine Ersatzgarnitur kommt.

Warum die Verspätungen?
Fragens bei der Westbahn GmbH; die stören derzeit ganz empfindlich den Fahrplan, weil ihre 200 km/h- Regionalzüge augenscheinlich nicht für 200 km/h in modernen Bahntunnels geeignet sind.

Warum muss die Westbahn der Schuldige sein?

Gibt es für Sie keine anderen Möglichkeiten?

sie muss nicht, aber sie ist halt.

Die Westbahn beschränkt sich derzeit auf 160km/h, weil es bei Zugbegegnungen mit 200km/h beinahe eine Tür aus der Verankerung gerissen hat. Das ist natürlich weniger die Schuld der Westbahn sondern eher des Fahrzeugherstellers, aber trotzdem hält die Westbahn - wenn sie unbedingt über die Nuebaustrecke fahren wollen - dort den Betrieb auf.

Und warum haben die Züge der ÖBB schon in Hütteldorf Verspätung?

Weil die Westbahn nicht mit 200km/h vom Westbahnhof losfährt?

weil womöglich die verspätete Ankunft eines Zugs eine verspätete Abfahrt bedingt, die wieder Auswirkungen auf den nachfolgenden Zug haben kann?

So ein komplexes System übersteigt ihre geistige Kapazität.

Beleidigungen kommen meist dann,

wenn die Argumente ausgehen...

Peinlicher finde ich, dass das "Dach", also die stylische Bedeckung der Bahnsteige, tatsächlich so mies ist wie in den schlimmsten Szenarien befürchtet: es schneit auf die Bahnsteige, es zieht durch wie in einem Vogelhäusl, nein, noch stärker, bedingt durch die Düsenwirkung der Anlage. Als Ausgleich gibt es zwei Glaskobeln in Liftgröße.
Naja, Bahnhof bauen, Geschäfte vermieten, Verkehrsanbindung, Fahrpläne, große Planung! Da war doch noch was, gleich fällt's mir wieder ein!

Ahja, die Passagiere!

Die sollen was kaufen, ob sie sich dann den Arsch abfrieren, wen interessierts, sind eh PendlerInnen!

kann ich so nicht ganz bestätigen.

ja, es ist windig, allerdings würde eine halle daran nichts ändern, da die bahnsteige in hauptwindrichtung liegen. die sogwirkung wäre hierbei noch größer.

und bzgl. schnee kann ich ihre kritik nicht ganz nachvollziehen. dass es fallweise am bahnsteigrand hineinschneit, stimmt, aber man muss ja nicht zwangsweise direkt an der sicherheitslinie stehen.

PS: Wer vor der sporadishen Schneeflocke Angst hat, es aber partout nicht im Bahnhof unterhalb der Gleise aushält, kann sich in die Wartehäuschen am Bahnsteig setzen oder stellen, die sind zwar nicht geheizt aber absolut windstill und relativ angenehm.

Da regt sich wer über die angebliche Düsenwirkung des Daches auf (hätte man das Dach Leicht weglassen sollen?) verschweigt aber die Tatsache, dass die Düsenwirkung bei einer rundum geschlossenen Halle die in Hauptwindrichtung beidseitig offen ist weitaus schlimmer ist als bei der offenen Dachkonstruktion die man realisiert hat.

Ich habe keinen Schnee am Bahnsteig gesehen, obwohl es geschneit hat, kann mir aber vorstellen, dass es etwas Schnee an dessen Rand hinwehen kann. Bei Regen müsste der Wind aber schon sehr stark gehen um den Bahnsteig auch nur zu berühren.

Ich kenne alle Wetterlagen von Bahnhofsbahnsteigen ohne jeglicher Halle und könnte nicht sagen, dass Regen oder Schnee auch nur irgendwann ein Problem gewesen wären.

es reisen nicht nur pendler

Auch das Dach ist noch nicht fertig.

naja

über den gleisen 9-12 hats schon fertig ausgesehen, was soll da noch dazu kommen?

meinst, dass der winddurchzug etwas nachlässt, wenn der HBhf komplett fertig ist? könnt schon sein.

wie der vorposter richtig bemerkte wirken die 2 (oder warens 3?) kleinen glashütten mit jeweils rund 10 sitzmöglichkeiten drinnen schon a bisserl mickrig.

vielleicht ists im sommer dafür um so schöner
:)

da geb

ich dir voll recht.. MISSGEBURT ist der passende Name für den neuen Bahnhof. Eigentlich unglaublich dass der Planer schon in Berlin mitgearbeitet hat. Dort hätte man sich ein Beispiel nehmen müssen.

und bei einer vorne und hinten offenen Halle, die in Hauptwindrichtung steht, würde es in Wien natürlich nicht ziehen...

In Berlin in der Halle oben zieht es auch ganz prächtig.

nie

ist geschlossene Turmbauweise.

geschlossene Turmbauweise,

was ist denn das, bitte?

geschlossene Turmbauweise,

was ist denn das, bitte?

Und wie kommen die Züge in die "geschlossene Bauweise"?

Durch Teleportation

Und warum hat es dann in der "geschlossenen Turmbauweise" auf den oberen Bahnsteigen ordentlich gezogen? War das ein physikalisches Wunder, oder doch schlicht der Tatsache geschuldet dass ein nicht unterirdischer Durchgangsbahnsteig halt beidseitig offen sein muss?

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