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Bregenz - Die Vorarlberger Kulturhäuser Betriebsgesellschaft mbH (KuGes) wird zum 1. Jänner 2013 den Betrieb des Vorarlberger Landestheaters (Theater am Kornmarkt) von der Stadt Bregenz zur Gänze übernehmen. Der entsprechende Vertrag zwischen Land Vorarlberg und Stadt Bregenz ist am Montag unterzeichnet worden. Die Stadt erhalte eine Pacht von 300.000 Euro, hieß es in einer Aussendung am Montag. Die Landesgesellschaft KuGes kümmert sich um die kaufmännischen Belange der drei Kulturhäuser Vorarlberger Landestheater, Kunsthaus Bregenz und vorarlberg museum.
In Zusammenhang mit der Generalsanierung 1994 hatte die Stadt Bregenz die Verpflichtung übernommen, dem Landestheater ein spielfertiges Haus samt Infrastruktur und Personal zur Verfügung zu stellen. Diese häufig beanstandete Betriebsform habe sich jedoch wegen der Ausdehnung der Proben- und Spielzeit, die mehr Flexibilität in der Verfügbarkeit beanspruchten, in den vergangenen Jahren nicht als zeitgemäß herausgestellt, hieß es. Die zunächst 135 vereinbarten Belegtage wurden in den Folgejahren mehrfach entgeltlich erweitert, zuletzt laut Landesrechnungshof auf 240 Belegtage.
Im Mai 2012 stimmte der KuGes-Aufsichtsrat nach jahrelangen Verhandlungen mit der Stadt der ganzjährigen Übernahme der Betriebsführung des Kornmarktgebäudes zu. Am 6. Dezember 2012 erteilte nun auch die Bregenzer Stadtvertretung ihr Einverständnis. Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) zeigte sich über die neue Regelung erfreut. Die Stadt erhalte eine "angemessene Pacht in Höhe von 300.000 Euro pro Jahr", zudem spare man sich bei Betrieb und Personal jährlich rund 200.000 Euro. Weiters übernehme das Land die Instandhaltung und alle künftigen Investitionen. "Das Gebäude selbst verbleibt im Eigentum der Stadt", erläuterte Linhart.
Die Neuregelung bezeichnete die zuständige Landesrätin Andrea Kaufmann (V) als "Meilenstein" für die dynamische Weiterentwicklung des Theaters. In weniger als fünf Jahren habe sich die Zahl der Neuinszenierungen verdoppelt, zudem hätten sich Musiktheater und Junges Landestheater als neue Schwerpunkte ergeben. Die ganzjährige Nutzung reduziere nun den organisatorischen Aufwand erheblich, so Kaufmann.
Kritik an der Vereinbarung kam im Vorfeld vom Vorarlberger Landesrechnungshof, der die Anmietung des gesamten Theatergebäudes als "gut umsetzbare, aber teure Lösung" für das Land bezeichnete. Der Mietaufwand steige im Vergleich zur bisherigen Regelung deutlich, auch wenn die Immobilie an spielfreien Tagen nun untervermietet werden könne. Zudem stünden erhebliche Investitionen an, allein in die veraltete Haustechnik müssten 2,4 Mio. Euro gesteckt werden. Die Vereinbarung sei "von einer stark entgegenkommenden Haltung gegenüber der Stadt geprägt" und sei als "interkommunaler Finanzausgleich zu bewerten, der das Kulturbudget des Landes künftig zusätzlich belastet", wie der RH in seinem kürzlich präsentierten Bericht festhielt. (APA, 10.12.2012)
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