Schwerer Zwischenfall bei Ryanair in Deutschland: Sturm soll schuld sein

10. Dezember 2012, 15:02
  • Die geringste Flughöhe der Ryanair-Maschine (Symbolbild) soll 140 Meter betragen haben, bevor der Pilot reagierte.
    foto: apa/dpa/fredrik von erichsen

    Die geringste Flughöhe der Ryanair-Maschine (Symbolbild) soll 140 Meter betragen haben, bevor der Pilot reagierte.

Pilotenvereinigung widerspricht Fluggesellschaft und kritisiert Zeitdruck

München/Dublin - Nach offiziellen Angaben des Billigflug-Unternehmens Ryanair hat heftiger Wind den Beinaheunfall einer Maschine über dem Allgäu in Süddeutschland verursacht. Die Maschine war demnach im Landeanflug auf den Flughafen Memmingen, als die Piloten "plötzlich unerwartet hohen Rückenwind" verzeichneten.

"Die Besatzung entschied sich für ein Durchstarten des Jets, was völlig den Richtlinien von Ryanair entspricht", sagte Unternehmenssprecher Stephen McNamara am Montag in Dublin. Erst nachdem das Durchstarten der Maschine eingeleitet war, hätten sich die automatisch gesteuerten Warnsysteme aktiviert. "Die Crew beendete den Vorgang und landete kurze Zeit später völlig normal."

Vorfall als "schwere Störung" eingestuft

Das deutsche Magazin "Spiegel" hatte am Wochenende berichtet, dass die Maschine mit 141 Menschen an Bord auf dem Weg von Manchester nach Memmingen nur knapp einer Katastrophe entgangen sei, weil sie zu schnell an Höhe verloren habe. Die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) schreibt in ihrem vorläufigen Bericht, die geringste Flughöhe habe knapp 140 Meter betragen, bevor der 30-jährige Pilot den Flieger wieder hochzog.

Die BFU stuft den Zwischenfall vom 23. September als "schwere Störung" ein. Eine "schwere Störung" bezeichnet laut Flugunfall-Untersuchungsgesetz "ein Ereignis beim Betrieb eines Luftfahrzeugs, dessen Umstände darauf hindeuten, dass sich beinahe ein Unfall ereignet hätte".

Piste gewechselt, um Verspätung aufzuholen

Laut BFU-Bericht hatte sich die Crew während des Flugs entschieden, auf einer anderen Piste als der ursprünglich vorgesehenen zu landen und daher Sichtflug zu beantragen. Als Grund seien kürzere Rollwege genannt worden. Das Flugzeug war mit einer Verspätung von knapp einer halben Stunden in Manchester gestartet. Zeitdruck spiele bei Ryanair eine große Rolle, sagte der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg. "Die extrem kurzen Bodenzeiten machen es unmöglich, Verspätungen aufzuholen. Das setzt Piloten unter immensen Druck, und dann passieren Fehler."

Im Sichtflug einen kleineren Flugplatz anzusteuern sei zwar nicht ungewöhnlich, sagte Handwerg. Aber die Konzentration der Piloten scheine nicht sonderlich hoch gewesen zu sein. Schließlich habe die Crew erst sehr spät gemerkt, wie nahe der Flieger schon am Boden war. "Hinterher haben sie aber alles richtig gemacht." Die irische Fluggesellschaft war zuletzt mehrfach wegen angeblicher Sicherheitsmängel in die Schlagzeilen geraten. (APA, 10.12.2012)

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Billig Piloten ist nichts verboten !

:-) :-)

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"Durchstarten des Jets, was völlig den Richtlinien von Ryanair entspricht"
wieso ?

wer mit denen fliegt ist selbst schuld.

unseriös, kleine sitzplätze, werbung im flieger, werbung werbung werbung, "kein" service, kreative gebühren, kaum gepäck und und und...und am ende kaum billiger.
wer tut sich so etwas an?

Ok, schlimmer Zwischenfall, keine Frage!

Aber das liegt mehr am Piloten als an der Airline. Ryanair kann da eher weniger dafür!

das mit dem "immensen Druck" hams überlesen?

Werder Pilot, egal wieviel Druck er hat, muss so handeln, dass er das Flugzeug sicher landet. Das wird auch bei Ryanair so gehandhabt.

billigflieger können mir seit eh und je gestohlen bleiben.

wenn ich mir die paar hunderter für eine gscheite fluglinie nimmer leisten kann, bleibe ich daheim.
und wenn mich die firma in so einen flug stecken will, pfeiffe ich auf die geschäftsreise, von mir aus soll gerne ein anderer gehn.

Ich bin zugegebenermaßen noch nicht Ryanair geflogen. Dennoch halte ich diese Billigflieger-Ablehnung für ein reines Vorurteil. Bin oft mit AirBerlin/Niki und anderen geflogen, meist sind die Flieger neuer und sauberer und das Personal freundlicher als bei AUA und Lusthansa. Und wenn man eine AUA-Route erwischt, die mit den Fokker-Häusln bedient wird hat man sowieso die A...Karte gezogen. Ich such mir den Flug, der zeitlich am besten passt, wer den bedient ist mir eigentlich wurscht. Hatte noch nie ernstere Probleme dabei.

und wenn sie nun nach barcelona statt nach madrid geflogen werden und den rest der strecke mit dem bus gekarrt... und das personal die häusln zusperrt wenn sich die passagiere weigern, von bord zu gehen... und laufend pannen passieren... und notfälle erklärt werden, obwohl das gar nicht notwendig ist, damit man in der landungspriorität vorgezogen wird, weil nicht genug sprit an bord ist für die warteschleifen... und wenn nun während so einer rücksichtslosen aktion gleichzeitig ein echter notfall passiert, was dann...?

Leute mit Leasingverträgen tauschen auch öfters ihre Autos als Leute die ihr Auto kaufen. Genauso verhält es sich bei Fluggesellschaften. Lufthansa, AF, KLM kaufen entweder ihre Flugzeuge oder haben sehr lange Leasingverträge, daher der Altersunterschied. Dafür haben diese Fluggesellschaften auch einen höheren tatsächlichen Wert (nicht Börsenwert) als die ganzen Billigfluggesellschaften. Sollte einmal ein Flugzeug der Ryanair abstürzen wird die Fluggesellschaft schneller in Konkurs gehen als Sie schauen können.

Billigflieger-Vorurteil?

Na, warum wohl heißen die Billig-Flieger? Was sagt uns das Attribut "billig"? Lesen´s halt den Duden.

ryan air ist von airberlin so weit weg wie wien von sydney. aber bei den fokker-häusln bin ich voll bei ihnen. dass kleine flieger nicht automatisch sch... sein müssen sieht man an den embraer, da geht nix ab.

AirBerlin mit Ryanair vergleichen...

*facepalm*

Das ganze ist eine Werbeeinschaltung der LUSTHANSA ...

zur Abschottung des Marktes ...

So ein Bloedsinn!

Fluggesellschaften unterliegen extrem strengen "monitoring", d.h. jeder Zwischenfall muesste von den Piloten mittels "Air Safety Reports" der Airline an das Safety Department gemeldet werden und diese werden unverzueglich an die lokalen Behoerden weitergeleitet. Je nach "Schwere" wird dann eine Untersuchung eingeleitet, so wie dies nun bei dem "Ryanair-Zwischenfall" der Fall ist.

Ui, ui, da frage ich dann lieber einen Verkehrspiloten ...

Wenn der und sein Co sich einig sind, dass etwas knapp aber gut ausgegangen ist, dann werden sie das sehr ungern oder geschminkt melden.

Weil sonst sitzen sie für Tage am Simulator zur Nachschulung, bei gekürzter Gage.

So sind halt die Erfahrungen der realen Welt.

Durchstarten bei 140 m

Ist eigentlich kein Problem. Normalerweise ziehen die Piloten die Maschine schon wesentlich früher hoch. Trotz der ganzen Unzulänglichkeiten während des Anflug war eigentlich niemand in Gefahr. Durchstarten in dieser Höhe ist nicht ungewöhnlich.

Jaja. Das Genitiv-S mißachten und gscheit reden.

ja eh. auf den wiener anflug umgelegt wäre eine 737 in happiger schräglage 140m hoch über simmering gedonnert.

auf der playstation natürlich unspektakulär.

wer keine Ahnung hat lese den Bericht

http://www.bfu-web.de/cln_030/n... 012-09.pdf

"Um 16:39:40 Uhr generierte das EGPWS die Warnung „CAUTION TERRAIN“. Das Flugzeug befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe vom 480 ft AGL bei einer Sinkrate von ca. 500 ft/min und einer Schräglage nach links von ca. 35 Grad"

Das ist nicht mehr lustig...

145 meter über dem boden..

bei einer sinkrate von knapp 3 meter pro sekunde?!?!

Also...

Kritisch waren wohl die 3240ft/min auf 1319ft Höhe.
Denn obwohl am Ende bei 480ft "nur" noch 500ft/min Sinkrate waren, hätten zuvor bei 3240ft/min gerade 8.8 Sekunden gereicht um diese "Resthöhe" von 480ft zu verbrauchen.

eingegriffen wurde bei 450 ft. als die Bodenwarung schon zu hören war.

Also echte Könner!

Ich meine so richtig echte Könner!
Piloten, die was drauf haben. Typen, die Handgranten schlucken zum Frühstück, die durch jede Gewitterauftürmung hindurchfliegen, die von Europa bis Australien nicht einmal aufs Klo gehen, diese Piloten landen gleich am Vorfeld!

Diese ganzen Weicheier von den großen Carriern brauchen so lange Pisten, wie die Beine ihrer Stewardessen. Am besten noch in alle Windrichtungen gebaut, damit sie nur ja immer schön unbeschadet gegen den Wind herunterlanden können.

Nein, nein, nein!

Echte Helden braucht die Luftfahrt! Die überall landen können, die durchstarten, wenn gerade nur noch ein Damenstrumpf unterm Fahrwerk Platz hat, ohne diesen zu zerreissen!

Das sind keine beinahe Unfälle das ist action!

Resi

deine postings sind auch action :-)

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