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Alfons Mensdorff-Pouilly muss sich ab Mittwoch vor Gericht verantworten. Für Günther Kräuter war es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem "Showdown vor Gericht" kommt.
Geldwäsche, falsche Zeugenaussage vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss und Vorlage eines angeblich gefälschten Beweismittels: So lauten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Der Prozess beginnt am Mittwoch, bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten fünf Jahre Haft.
Im großen Komplex der Eurofighter-Beschaffung ist Mensdorff zwar nur ein Rad, er spielte aber möglicherweise eine Schlüsselrolle. Es geht um viel Geld: Mensdorff soll im Auftrag des britischen Rüstungskonzerns British Aerospace (BAE) mehrere Millionen Euro Schmiergelder verteilt haben, um damit bei Waffengeschäften die Entscheidung zugunsten von BAE-Geräten zu beeinflussen. Er soll viele Jahre BAE-Berater gewesen sein und finanzielle Verbindungen zu einem Netz von Scheinfirmen und Konten gehabt haben. Das soll nicht nur in Ungarn und Tschechien geschehen sein, sondern auch in Österreich beim Eurofighter-Kauf 2002.
Peter Pilz, im Jahr 2007 Vorsitzender des Eurofighter-U-Ausschusses, erwartet sich von dem Prozess, dass sowohl der Vorwurf der Geldwäsche als auch der der falschen Zeugenaussage geklärt und abgeschlossen wird. Bereits im U-Ausschuss habe man Mensdorff die entscheidenden Fragen gestellt, jedoch "offensichtlich falsche Antworten bekommen". Mensdorff hatte am 21. Mai 2007 ausgesagt, dass er fälschlicherweise als Waffenlobbyist bezeichnet werde. Er habe weder jemals Waffen verkauft, noch sei er für einen "Rüstungskonzern lobbyingmäßig tätig" gewesen. Außerdem betonte er, dass er in Abfangjägerbeschaffung in Österreich nicht involviert gewesen sei und niemals mit "irgendjemandem im Ministerium diesbezüglich Kontakt hatte".
Mensdorff ist aber für Pilz das Zentrum einer der Gelddrehscheiben rund um die Eurofighter-Beschaffung. Es bestehe der Verdacht, dass die Eurofighter-Schmiergelder über drei Firmen gekommen seien: EADS Deutschland, die italienische Alenia Aeronautica und BAE. Der Angeklagte ist für den grünen Abgeordneten die Schlüsselperson im BAE-Komplex. Durch die Schmiergeldzahlungen von BAE sei die Typenentscheidung in Österreich gekauft worden. "In diesem Fall geht es um 13 Millionen Euro, es gibt aber noch weitere Schmiergeldflüsse, in die Mensdorff verwickelt ist", sagt Pilz.
Pilz vermutet, dass Mensdorff auch Gelder von der Eurofighter-Herstellerfirma EADS erhalten und verteilt hat. Der Abgeordnete stützt seine Behauptungen auf Unterlagen, die bei Hausdurchsuchungen bei Mensdorff gefunden wurden und ihm vorliegen. Insgesamt sollen demnach über Briefkastenfirmen rund 3,2 Millionen Euro von EADS Deutschland an eine Mensdorff zugerechnete Firma mit dem Namen "Brodman Business S.A." mit Sitz auf den Virgin Islands geflossen sein.
Im Zentrum des Prozesses wird auch Mensdorffs Firmengeflecht stehen. Gemeinsam mit seinem Mentor Timothy Landon hat er ein Netzwerk an Briefkastenfirmen aufgebaut, über das die Schmiergeldzahlungen abgewickelt worden sein sollen. Landon ist bereits vor einigen Jahren gestorben und kann daher nicht mehr als Zeuge vor Gericht aussagen. Laut Pilz ist das Geld hauptsächlich über die Firma Valurex gelaufen. "Dieser Kreislauf und die möglichen Schmiergelder sind ident mit dem Vorgehen beim Blaulichtfunk", erklärt er. Ob auch in der Causa Blaulichtfunk gegen Mensdorff Anklage erhoben wird, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Günther Kräuter, einst SPÖ-Fraktionsführer im Eurofighter-U-Ausschuss, meint, bereits durch diesen ein abgeschlossenes Bild von Alfons Mensdorff-Pouilly erhalten zu haben. Für ihn sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis es zum "Showdown vor Gericht" komme. Mensdorffs Verhalten im U-Ausschuss bezeichnet der SPÖ-Bundesgeschäftsführer als "Blödeln", vor Gericht sei dann aber "Schluss mit lustig".
Vor dem U-Ausschuss habe er Mensdorff gefragt, wem das Schloss Dalnaglar in Schottland gehöre. Der Graf antwortete demnach, dass es einer ungarischen Firma gehöre. Auf die Frage, wem die Firma gehöre, nannte er eine weitere Firma, die MPA. Erst nach einer weiteren Nachfrage habe Mensdorff zugegeben, dass diese in seinem Besitz sei. Auch für Kräuter ist Mensdorff eine der maßgeblich involvierten Personen "am Rande der Politik", trotzdem gelte für ihn die Unschuldsvermutung.
Ewald Stadler, heute BZÖ, war einst FPÖ-Fraktionsführer im U-Ausschuss. Er erwartet sich von dem Prozess "keine Wunder". Vieles von dem, was Mensdorff gemacht habe, sei zwar politisch anrüchig, Stadler bezweifelt aber, dass es auch strafrechtlich halten werde.
Der BZÖ-Politiker sieht den zentralen Punkt in den Verbindungen Mensdorffs zur ÖVP. Dieser habe seine Kontakte in die ÖVP für wirtschaftliche Interessen ausgenutzt. Daher seien die Anklagepunkte nur Nebenschauplätze. Die ÖVP-Verbindungen werden laut Stadler nur am Rande erwähnt, weil man nur mit Hilfsstrafverfahren über die Hauptsache diskutieren könne. "Das ganze Korruptionsstrafrecht ist noch immer zu dürftig ausgestaltet", meint Stadler.
Maria Fekter, einst Fraktionsführerin der ÖVP im U-Ausschuss, und Gernot Darmann, damals Fraktionsführer des BZÖ, wollen den Prozess nicht kommentieren. (Marie-Theres Egyed, derStandard.at, 11.12.2012)
Zwei Monate bedingt für Fälschung von Beweismittel - Freispruch auch zu falscher Zeugenaussage - Mitarbeiter Kurt D. ebenfalls freigesprochen - Urteile nicht rechtskräftig
Korruptionsstaatsanwaltschaft befasst sich unter anderem mit Anschaffung von neun Millionen Grippemasken im Jahr 2006
Das britische Verfahren gegen Mensdorff kostete und brachte viel Geld
Der Richter hält das Ergebnis für "unbefriedigend", doch die Indizien haben nicht ausgereicht: Der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly wurde vom Vorwurf der Geldwäsche freigesprochen. Dennoch setzt es zwei Monate bedingte Haft.
Für Bestechung sei Mensdorff "die richtige Adresse", hieß es am vorletzten Prozesstag
Grünen-Abgeordneter: Freispruch wegen falscher Zeugenaussage "nicht generalpräventiv, sondern generalermunternd"
Früherer Mitarbeiter belastet Alfons Mensdorff-Pouilly - Ex-OMV-Chef Ruttenstorfer bestätigt Zahlungen auf zwei verschiedene Konten
Geldwäsche sei nicht nachweisbar gewesen - Strafe für Beweismittelfälschung für Unbescholtenen zu hart
Hohe Erwartungen an den fünften Prozesstag der Causa Mensdorff: Die Befragung des "Kronzeugen" Mark Cliff stand auf dem Plan. Doch ihn und eine zweite Zeugin plagt das schlechte Erinnerungsvermögen. Die Staatsanwaltschaft wird sich wohl auf frühere Aussagen stützen müssen
Bestätigte weder Mensdorffs Verwicklung in "Drittzahlungen" noch "Schmiergeld"-Besprechung bei BAE Systems
Kein einziger Zeuge der BAE zu Aussage bereit, dadurch entfallen drei Verhandlungstage
Nach vier Verhandlungstagen schärft sich das Profil der Beteiligten: Loyal, ohne Fragen zu stellen
Der Prozess gegen Mensdorff-Pouilly geht in die Feiertagspause - Fortsetzung im Jänner
Die Erkenntnis Mensdorff-Pouillys: Er war sein Geld mehr als wert. Dennoch musste der Angeklagte Antworten schuldig bleiben
Mensdorff verteidigte sich in den Anklagepunkten gefälschtes Beweismittel und mehrfache Falschaussage in U-Ausschüssen
Antrag aus erster Instanz zurückgewiesen - Gericht muss erforderliche Informationen noch erheben und dann noch einmal entscheiden
Am Mittwoch wurde Alfons Mensdorff-Pouilly einvernommen - Kurt D. wollte nicht aussagen - derStandard.at berichtete live
Peter Pilz wirft Alfons Mensdorff-Pouilly vor, "Geld-Briefträger" von EADS gewesen zu sein - Prozess ab Mittwoch in Wien
Mensdorff-Pouilly wurde einvernommen - Angeklagter beschrieb im Detail, wofür Brodmann-Gelder verwendet wurden
Ehemaliger Vertrauter spricht vor britischer Anti-Korruptionsbehörde von "Schmiergeldern" an Rüstungskonzern
Er sei kein Graf, kein Lobbyist - und keinesfalls korrupt, stellte Mensdorff-Pouilly klar. Geldflüsse von BAE hätten mit Bestechung nichts zu tun gehabt
Alfons Mensdorff-Pouilly muss sich wegen Geldwäsche, falscher Zeugenaussage und Vorlage eines gefälschten Beweismittels verantworten
Wo die Millionen konkret landeten, konnte laut Strafantrag nicht aufgeklärt werden
Korruptionsexperte Andrew Feinstein über den Waffenlobbyisten, der ab morgen vor Gericht steht
Einer der Waffengeschäfte tätigt und Lobbyist ist und mit Politikern und anderen hohen Staatsträgern Geschäfte tätigt, wird entweder: Geldflüsse so geschickt tätigen, dass es niemals auffliegt, oder alles rechtens über die Bühne laufen läßt.
Es braucht doch hier niemand denken, dass dieser Mann so dumm ist, etwas zu tun, wo er eingesperrt werden könnte.
Entschuldigt, aber alles andere ist kindisches Getue von Österreichischen Wichtigtuern.
Wenn man bedenkt mit welchen Idealen die österr. Jugendlichen angenommen 1970, 1980, 1990 endlich erwachsen geworden in einem Land der Überraffinierten wie Strasser, Grasser, Mennsdorf gelandet sind, allesamt nur großgeworden durch unsere sich staatstragend gebärdende Parteien wird man normalerweise zwangsläufig und unverschuldet zum Terroristen
wie schaut das bundesbudget 2013 aus?
wurden mia Verluste durch Länder,Banken,gemeinden ,auch eingeplant?
jetzt verstehe ich ,warum für zukünftige Investitionen ein minimum veranschlagt werden musste.
stinkende socken stopfen ist besser als neue Socken auf den markt bringen.
Aber man sollte erst am Ende gackern wenn das Ei gelegt ist.
Bis dahin kann man nur hoffen dass die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit gut gemacht hat und wenn ich mir noch etwas wünschen dürfte, dass der Mann endlich einmal auspackt.
Wäre Weihnachten. Das Sage ich übrigens als notorischer ÖVP-Wähler.
aber tierschützer sperrt man in u-haft!
erbärmlich! da wo es etwas zu holen und aufzudecken gäbe, dort muss man sich schon wirklich blöd anstellen wenn es dann - 5 jahre später - immer noch beweise gibt *kopfschüttel*
Die Energie möchte ich gut geschrieben haben, gar nicht für mich sondern für das Land, die an Ärger über all die Polit-Abzockereien verloren geht.
Mich kotzen die oberschlauen politnahen Heinis abgrundtief an, die Namen und die Netzwerke kennen wir ja.
Das sind die wahren Sozialschmarotzer, nicht die Sozialis die sich ihr mickriges Mini-Plus erschwindeln. Wenigstens redet die VP von Sozialschmarotzern weniger als vor ein par Jahren, da war das ja noch
ihr Lieblingsthema
1. er ist mit einer VPlerin verheiratet
2. (noch nicht bewiesen) er hat Schmiergeld an VPler überwiesen.
Die Poster hier, schliessen aus 1 und 2 und Waffengeschäft von vornhrein böse das 1000%tig auch ohne Bewiese vorzulegen Schmiergeld geflossen ist
“ trotzdem gelte für ihn die Unschuldsvermutung.“
Natürlich tut sie das.
Es wäre trotzdem besser, man würde das nicht immer ad nauseam speziell bei diesen windigen Figuren wiederholen, so gibt man dieses wichtige demokratische Instrument zunehmend der Lächerlichkeit preis (falls es da post-KHG überhaupt noch eine Möglichkeit dazu gibt).
... damit dieser Mann nicht vor Gericht gestellt wird, kann man sich ausrechnen, wie umfangreich die Korruption wirklich war.
Aber in der EU steht man über dem Gesetz, wenn die Bestechungssumme stimmt.
http://derstandard.at/126370682... ingestellt
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