Der Torabstand bietet Diskussionsstoff

Kein Riesentorlauf wie der andere: Hocke zwischen den Toren oder Super-Slalom

Val d'Isere - In Beaver Creek spielte der US-Amerikaner Ted Ligety seine Stärke aus und fuhr den Sieg sicher nach Hause, in Val d'Isere lieferte Marcel Hirscher auf dem Weg zu seinem 13. Weltcuperfolg eine beeindruckende Vorstellung. Kein Weltcup-Riesentorlauf ist in dieser Saison wie der andere. Ligety sprach Sonntag eher von einem "Super-Slalom" denn einem Riesentorlauf. Hirscher konterte mit dem Verweis auf Beaver Creek, als man zwischen den Toren sogar in die Hocke gehen konnte.

Nicht ohne Grund wies FIS-Renndirektor Günter Hujara in der Mannschaftsführersitzung am Samstag darauf hin, dass sich die Kurssetzer an das Abkommen, im Riesentorlauf die Torabstände bei 25, 26 Metern auszulegen, zu halten haben, und nur in Ausnahmefällen auf 30 m erweitern können.

Suche nach dem Mittelweg

In Beaver Creek klagten die Techniker wegen zu großer Torabstände, in Val d'Isere die Riesentorlauf-Spezialisten wegen zu geringer. Der steile Hang und das enge Gelände lassen allerdings nicht so viele Möglichkeiten zu, muss doch eine Mindestanzahl an Toren untergebracht werden. Für das neue Material - Ski länger und schmäler, die Kurvenradien größer - war es allemal eine Bewährungsprobe, oder vielmehr die Athleten.

"Neutral betrachtet war sicherlich das hier das eine Extrem und Beaver Creek das andere. Das ist das Minimum, das andere ist das Maximum. In Beaver Creek hatten wir im zweiten Durchgang fast durchgehend an die 30 Meter Torabstände und sind zwischen den Toren teilweise in die Hocke gegangen. Das ist auch nicht okay. In Val d'Isere hätten es drei Meter Abstand mehr aber auch getan", gab Hirscher zu und meinte, der Mittelweg wäre das Beste.

Extreme Abstände

"Ich finde, so 25, 26, Maximum 27 m, da gehört das Riesentorlauffahren hin. Aber da spielen immer auch die persönlichen Interessen und Qualitäten mit, ob jemand seine Stärken mehr ausspielen kann oder weniger. Ich persönlich tue mir leichter, umso mehr es zusammenrückt. Ich verstehe Romed (Baumann/Anm.), dass er hier jammert. Ich verstehe aber auch mich, dass ich in Beaver Creek jammere", meinte der Titelverteidiger im Gesamt- und Disziplinweltcup.

Die extremen Setzungen in die eine oder andere Richtung sind möglicherweise auch dafür verantwortlich, dass alle Rennen bisher mit großen Abständen entschieden wurden. Hirscher hatte Sonntag mit 1,16 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Stefan Luitz und 1,42 auf Ligety gewonnen. In Beaver Creek lag Ligety 1,76 vor dem zweitplatzierten Hirscher. Zum Auftakt in Sölden fuhr der US-Weltmeister überhaupt in einer eigenen Liga.

"Meiner Meinung nach trennt es sich, wenn es schwierig ist, umso mehr", sagte Hirscher. Der nächste Riesentorlauf steht am Sonntag in Alta Badia auf dem Programm. (APA; 10.12.2012)

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