Schnee und Kälte stellen Autofahrer in Teilen Österreichs auf die Probe

11. Dezember 2012, 09:55
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Spiegelglatte A1 nach Unfall gesperrt, zahlreiche Pässe unpassierbar

St. Pölten/Linz/Innsbruck - Aufgrund von Schneefällen und Kälte kam es am Montag vor allem im Westen und Nordwesten Österreichs zu Problemen im Straßenverkehr. Es gab glatte Fahrbahnen, Kettenpflicht und die Sperre von Verkehrsverbindungen.

Problematisch sah es Montagfrüh laut ÖAMTC im oberösterreichischen Seengebiet aus: Auf einer Länge von knapp 30 Kilometern war die West Autobahn (A1) spiegelglatt. In dem Abschnitt zwischen Seewalchen und Mondsee ereigneten sich innerhalb kurzer Zeit drei Unfälle. In Fahrtrichtung Salzburg musste die A1 zwischen St. Georgen und Oberwang nach einer Kollision zwischen einem Lkw und drei Pkw gesperrt werden.

Auch auf der Mühlviertler Straße (B310) war ein Weiterkommen am Montag zunächst nur im Schritttempo möglich. Auf der Innkreis Autobahn (A8) hatte in der Nacht auf Montag ein quer stehender Lkw die Abfahrt Suben blockiert.

Unfälle auf Oberösterreichs Straßen

Im Jeging im Bezirk Braunau am Inn geriet ein 39-jähriger Lkw-Fahrer Montagnachmittag auf der Mattseer Landesstraße mit seinem Sattelzug auf der Schneefahrbahn ins Rutschen und stieß gegen ein Brückengeländer und die Leitplanke. Der Anhänger kam zum Stehen, die Fahrerkabine hing aber über eine Böschung. Der Tank des Schwerfahrzeuges wurde abgerissen und bis zu 100 Liter Dieseltreibstoff gelangten in den Boden. Die Feuerwehr musste rund 13 Kubikmeter kontaminiertes Erdreich abtragen und mit einem Kran den Sattelschlepper bergen. Der Lenker blieb bei dem Unfall unverletzt.

Umstürzende Bäume haben Montagabend in Oberösterreich ein Auto mit zwei Frauen auf der Fahrt zwischen Vöcklabruck und Ungenach nur knapp verfehlt. Die drei Bäume fielen unter der Last des Neuschnees um und landeten auf der Motorhaube des Wagens, in dem die 18-jährige Lenkerin und ihre 20-jährige Beifahrerin saßen. Die beiden jungen Frauen wurden leicht verletzt, ihr Pkw war danach ein Totalschaden, berichtete die Polizeipressestelle Oberösterreich. Die Freiwillige Feuerwehr der Bezirksstadt entfernte die Bäume mittels Kettensäge und einem Lkw-Kran. Die Straße wurde danach für den Verkehr gesperrt, weil die Gefahr bestand, dass weitere umstürzen könnten.

Viel Neuschnee in Salzburg

Bis zu 35 Zentimeter Neuschnee hat die Wetterfront im Bundesland Salzburg gebracht, wobei die größten Mengen in den Nordstaulagen - etwa Lofer mit 35 Zentimeter - gemessen wurden, sagte Michael Butschek von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Salzburg. In der Stadt Salzburg betrug der Neuschneezuwachs 13 Zentimeter. Laut Verkehrsleitzentrale der Polizei bestand am Montag auf zahlreichen höhergelegenen Straßen Schneekettenpflicht, Sperren gab es aber keine.

Aufgrund der Straßenverhältnisse kam es zu etlichen Unfällen, zumeist blieb es aber bei Sachschäden. "Größere Unfälle gab es nicht", sagte ein Mitarbeiter. Für die kommende Nacht erwartet Butschek noch einmal Schnee, wobei der Schwerpunkt erneut in den Nordstaulagen sein sollte.

Behinderungen in Voralberg

Die weiter anhaltenden Schneefälle sorgten auch in Vorarlberg für Verkehrsbehinderungen. Auf nahezu allen höher gelegenen Straßen herrschte Kettenpflicht für Lkw, für Pkw empfahl der ÖAMTC zumeist Winterausrüstung. Trotz des Wetters hielt sich die Zahl der Unfälle bisher in Grenzen. Laut Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle passten sich die Verkehrsteilnehmer offenbar gut an die derzeitigen Verhältnisse an. Allerdings merke man etwa in der Koordination der Krankentransporte durchaus, dass es teilweise Verzögerungen gebe, hieß es. Feuerwehreinsätze wegen der Schneefälle habe man bisher nicht registriert.

Auf der Arlberg-Schnellstraße (S16) wurde kurz nach 10.00 Uhr die Kettenpflicht für Lkw aufgehoben. Die Fahrbahn sei salznass, hieß es dazu seitens der Autobahnpolizei Bludenz. Aufgrund des Feiertags am Samstag habe man ein erhöhtes Aufkommen von Schwerfahrzeugen verzeichnet, zu gröberen Unfällen sei es jedoch bisher nicht gekommen.

Alle "traditionellen" Straßensperren in Kraft

In Tirol waren die Autobahnen nach dem Neuschnee am Montag ebenfalls salznass. Kettenpflicht für Schwerfahrzeuge gab es auf der Fernpassbundesstraße (B179) am Katzenberg bei Reutte. Kettenpflicht für alle Fahrzeuge bestand im Hinteren Ötztal bei Vent. Mit der Verhängung der Wintersperre über das Hahntennjoch waren am Montag alle "traditionellen" Sperren, die den ganzen Winter andauern, in Österreich "perfekt".

Die Polizei meldete am Vormittag starkes Lkw-Aufkommen im Unterinntal und am Brenner. Nach dem Feiertag am Samstag durften Schwerfahrzeuge seit 5.00 Uhr früh Tirol wieder passieren.

Neuschnee in Niederösterreich

Im Waldviertel und im Alpenvorland muss teils mit Schneefahrbahnen gerechnet werden. Die erforderlichen Räum- und Streueinsätze sind jeweils im Gang.

Aus dem Waldviertel wurden bis zu 15 Zentimeter Neuschnee gemeldet, aus dem Industrieviertel bis zu sechs, aus dem Weinviertel bis zu fünf Zentimeter. Die Temperaturen bewegten sich Dienstagmorgen zwischen minus fünf Grad etwa in Gloggnitz und plus zwei Grad in Laa an der Thaya, Baden oder Persenbeug.

In einigen Regionen - insbesondere im Raum Blindenmarkt, Gaming, Haag, St. Peter in der Au, Groß Gerungs, Ottenschlag, Pöggstall oder auch Weitra - kann es abschnittsweise zu leichten Schneeverwehungen kommen. Den meisten Neuschnee gibt es aktuell wieder im Mostviertel. In Lilienfeld und Gaming etwa wurden zuletzt bis zu 25 Zentimeter gemessen.

Kettenpflicht besteht in Niederösterreich für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen auf der B 18 über den Gerichtsberg, der B 20 über Annaberg und Josefsberg, der B 21 über Rohrerberg, Ochsattel und das Gscheid, der B 23 über den Lahnsattel, der B 71 über den Zellerain und auf der L 5217 von Kirchberg bis Lilienfeld. Für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen besteht Kettenpflicht auch auf der L 175 von Trattenbach bis zur Landesgrenze.

Verkehrschaos in Wien blieb aus

In der Bundeshauptstadt Wien war in der Nacht auf Montag etwas Schnee gefallen. Ein Chaos blieb aber aus - es gab keine Probleme im Frühverkehr, berichtete die MA 48 in einer Aussendung. Bereits Sonntagabend rückten 76 Schneeräumfahrzeuge aus, um die Hauptverkehrsrouten zu säubern. Um Mitternacht starteten 188 Kleinfahrzeuge mit der Räumung auf Nebenfahrbahnen und Radwegen.

Damit die Straßenübergange schneefrei bleiben, wurden um 3.00 Uhr 550 Straßenkehrer frühzeitig in den Dienst gestellt. Derzeit sind 1.200 Straßenkehrer, 300 Schneearbeiter, 79 Großräumfahrzeuge und 188 Kleinfahrzeuge im Einsatz, um den winterlichen Verhältnissen zu Leibe zu rücken.

In Niederösterreich wurden keine größeren Probleme registriert. Kettenpflicht für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen gab es beispielsweise am Annaberg. Der Pkw-Verkehr verlief ziemlich reibungslos. (APA, 10.12.2012)

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    Starke Schneefälle gab es etwa in Tirol, wie hier in Waidring.

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