Das iPad, die moderne Dunkelkammer

13. Jänner 2013, 10:11
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Über Hilfsmittel und Apps, um das Tablet als Fotolabor zu nutzen

Seine Passion für Fotografie brachte New York Times-Redakteur Nick Bilton einst dazu, sich zu Hause eine kleine Dunkelkammer einzurichten. Sie leistete ihm treue Dienste, während zahlreiche Kameras in den Jahren seine Hände durchliefen. Heute wabert der Geruch von Chemikalien nur noch selten durch seine Wohnung, wenn er in einem seltenen Moment doch zur Kamera mit Analogfilm greift. Alles andere ist nun digital und das Fotolabor trägt er in Form eines iPads herum.

Teure Adapter und billige Nachbauten

Gute Dienste leistet ihm dabei das Camera Connection Kit. Apple verkauft es für 29 Dollar, es ermöglicht den Anschluss beinahe jeder Kamera an das Apple-Tablet und bietet auch einen Steckplatz für SD-Karten. Nachbauten von Drittherstellern lassen sich auch für einen Bruchteil des Preises erstehen.

Besitzer des neuen iPads, das sich für Fotobearbeitungs-Zwecke mit seinem hochauflösenden Display mehr denn je empfiehlt, müssen tiefer in die Tasche greifen. Apple verkauft die Konnektoren nun getrennt und bietet sie für jeweils 30 Dollar an.

Ab er immerhin, der Import der Bilder geht schnell und unproblematisch von statten. "Schneller als ein Polaroid-Foto", wie es Bilton beschreibt. Wer es kabellos mag, kann in seine Kamera auch einfach eine SD-Karte mit EyeFinity-Feature stecken, die den Zugriff auf ihre Inhalte per WLAN ermöglicht. Andere Hersteller haben ihren eigenen Standard dazu erfunden, Toshiba nennt ihn beispielsweise "Flash Air".

Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Ist die Sache mit dem Transfer einmal abgewickelt, stellt sich die Frage nach der richtigen App, um die eigenen Digitalfotos nach Belieben zu bearbeiten. Die Auswahl ist groß. Für lau lassen sich Kontrast, Helligkeit, Sättigung und Beleuchtung in SnapSeed (vormals kostenpflichtig, im September von Google übernommen) über ein Touch-optimiertes Interface verändern. Die von Apple selbst erstellte Software iPhoto bringt für 4,49 Euro wiederum diverse Fotofilter für Vintage-Effekte, Rote-Augen-Entfernung, Autoverbesserung und ein paar andere Funktionen ins Spiel.

Wer ein besonders umfangreiches Paket haben möchte und gewillt ist, sich mit etwas umständlicheren Menüs herumzuschlagen, dem empfiehlt Bilton Adobes Photoshop Touch. Dafür werden 8,99 Euro fällig.

Helfer für RAW-Bearbeitung

Ein anderer Fotofreund und Buchautor, Jeff Carlson, empfiehlt ShutterSnitch. Das für 16 Dollar erhältliche Tool erleichtert die Handhabe der Datenübertragung mit einer EyeFi-Karte. Wer Bilder als RAW-Dateien bearbeitet, findet in den Programmen piRAWnha und Photoraw nützliche Helfer (Preispunkt: 8,99 Euro). Nochmals mehr Funktionen nebst Möglichkeit, Bilder auch schnell und kabellos auf einen Desktoprechner zu schicken, bietet Photosmith für 17,99 Euro.

Schwarz-Weiß, die letzte Bastion der Analogtechnik

Das Einzige, woran alle Apps anscheinend gescheitert sind, ist das Erzeugen eines authentischen Schwarz-Weiß-Looks. Für solche Bilder rückt Bilton heute noch mit Analog-Kamera aus und braut Lösungen in seiner Dunkelkammer. Und während die Chemikalien dann ihre Wunder wirken, bearbeitet er derweil andere Bilder auf seinem iPad. (red, derStandard.at, 10.12.2012)

  • Tools wie der Photoshop Touch machen das iPad zum tragbaren Fotolabor des Digitalzeitalters.
    foto: adobe

    Tools wie der Photoshop Touch machen das iPad zum tragbaren Fotolabor des Digitalzeitalters.

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