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Hier dürfen Henderl Henderl sein.
Wenn man sich als Vater eines kleinen Buben beim Vorlesen von Kinderbüchern immer wieder ärgert, dass man Teutonismen "spontan einösterreichern" muss, was tut man? Ganz einfach: Man gründet den Ringelspielverlag und lässt die Mutter des Buben die Lieblingsbücher aus dem Französischen übersetzen: ins Österreichische Deutsch. Da darf dann "la petite poule" Carmela ein kleines Henderl sein und sich wie eine Schneekönigin freuen, wenn sie Lulu ins Meer macht!
"Ein kleines Henderl will das Meer sehen" ist ein Büchlein aus einer Reihe von vier, geschrieben von Christian Jolibois, gezeichnet von Christian Heinrich und übersetzt von Martina Ebmer (auch ins deutschländische Deutsch, Österreichisch allein ginge sich nicht aus ...). In Folge eins entdeckt Carmela gemeinsam mit Columbus Amerika - und die roten Hendln mit dem nackerten Popsch. Und die Zuckerln heißen Zuckerln, und der Kukuruz heißt Kukuruz.
Das ist natürlich nicht das Einzige, was für diese herzigen Bücher spricht - zum Vorlesen ab fünf Jahren und zum Selberlesen ab sieben Jahren -, aber es ist ein starkes Argument. Und für die Qualität der Sprache bürgt sogar das "Gütesiegel Österreichisches Deutsch" von der entsprechenden Forschungsstelle an der Universität Graz. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, Album, 8./9.12.2012)
Christian Jolibois, Christian Heinrich
Ein kleines Henderl will das Meer sehen
Ringelspielverlag 2012
48 Seiten, € 8,90
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...da mitten im buch, wie aus dem nichts eine (teil-)geschichte von "kinderverzahrern" daherkommt , die eine gruppe kinder in den wald führen. einige der kinder streuen brotbröseln aus. diese brösel verwenden die henderl um wieder nach hause zu finden, was aus den kindern wird erschließt sich gar nicht.
die gruselige teilgeschichte kommt daher und verschwindet genauso schnell wieder im nichts, ohne eine auflösung zu erfahren.
meine kinder bekommen das sicher nicht zu lesen weil ich sonst tagelang damit beschäftigt bin, den bösen teil der geschichte aufzuklären und irgendeiner lösung zuzuführen.
also österreichisch ist nicht alles, ich rate allen vom kauf ab!
Vorarlberger Dialekt ist auch mehr an das Schwitzerdütsch angelehnt.
Im Osten von Österreich bis in den Salzburgerraum bzw. Steiermark ist allerdings der Gro der Sprache vom bajuvarischen Stamm der deutschen Sprachen.
Da allerdings im Osten auch die meisten Österreicher leben, wird quasi dieser Teil als das "österreichische Deutsch" angesehen.
...man muss halt die ca. 5000 Dialekte dazwischen ein wenig ignorieren bzw. überregional betrachten mit den gleichen Teilen in der Sprache
Ich bin des lästigen Simultanübersetzens schon lange leid. Was mit dem Mark Syl los ist, weiß ich nicht. In meinem Umfald sagen alle Henderl, und die Sprache im "Schweinchen namens Babe" ist ein Labsal. Es lebe die Buntheit und Vielfalt, auch und gerade in der Steteirmark - liab, wie die dort reden.
naja, mehr als zweifelhaft. alleine das wort "Henderl". Erinnert mich dann eher an den Piphendi-Song vom "unehelichen Sohn" (achtung Ironie) vom Haider. Wer sagt Henderl? Niemand. Ich erinner mich mit Grausen an "Schweinchen namens Babe". Das war derart furchtbar, dass ichs keine 10 Minuten verkraftet habe. Dialekte sind generell überbewertet. Zusätzlich haben sie was "Tiafes", man muss nur mal in die tiefste Steiermark fahren, dann hört man, dass der Ausdruck dieses Dialekts auch viel über die Intelligenz dieser Leute, die so sprechen, aussagt. Grauenvoll
Man kann von der Sprache nur sehr bedingt auf die Intelligenz schließen: Auch das tiefste Stoasteirisch lässt feine Nuancierungen und hochpräzise Ausdrucksweise zu ... obwohl ich zugeb, dass ich teilweise kein Wort versteh, wenn zwei Einheimische miteinander reden.
... ist ja bei den Hafenarbeitern in London nicht anders: Grad einmal 500 Worte reichen denen, viel mehr können's net, das ist weniger als sogar ein Kroneleser hat. Sind sie dumm und können nix ausdrück4en? Nein, bei denen sind schlicht Betonung und Kontext wichtiger, aus denen sich dann die Bedeutung des Gesagten erschließen lässt.
meine Tochter korrigiert mich eh wenn ich versehentlich Karussell, Pipi oder Plätzchen sage.
Sie weiss auch ganz genau, dass die Urform aller Substantive immer mit -l oder -rl endet – ihre Eigenkreationen entsprechen immer dieser Regel.
Der "Woaz" waren Sorten, die es heute nicht mehr gibt; die hat man als Schweinefutter angebaut und für die Knechte Sterz draus gekocht.
Den knallgelben Hochleistungs-Mais gibt es erst seit den 1970ern ... und heute nicht mehr, weil die Genossenschaften nur noch Saatgut verkaufen, dessen Ernte nicht als Saatgut genutzt werden kann, um die Bauern jedes Jahr abzuzocken. Insofern wäre es eh an der Zeit, einen neuen Namen für das Produkt zu finden; mit dem ursprünglichen Woaz hat das Zeug heute wenig gemeinsam.
Sterz mit Grammeln - eine Lieblingsspeise meiner Kindheit hab ich seit Jahren nirgends mehr gesehen, und schon gar keinen Heidensterz (den aus Buchweizen, der angeblich sauschwer gelingt und die ideale Ergänzung für eine Klachlsuppe aus Schweinsknie darstellt ...)
Was soll so schlecht an sprachlicher Konvergenz sein? Ist man den Dialekt erst einmal gewöhnt, wird jede Unterhaltung mit Leuten anderer Dialekträume sehr mühsam, da man immer wieder Worte erklären bzw. suchen muss. Hat man beruflich viel mit Deutschen zu tun- und das sind Österreichs wichtigste Handelspartner- ist das ziemlich lästig.
Es ist gut, dass sich sprachliche Konvergenz vollzieht. Ohne sie würden sich die Deutschen selbst untereinander nicht verständigen können.
Übrigens: "Den" österreichischen Dialekt gibt es nicht, vergleicht doch mal Vorarlberger mit Steirern oder Mühlviertlern etc. Soll denn wirklich jedes Kuhdorf eine eigene Sprache haben?
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