Telekom Austria startet "Whistleblowing"-Plattform

"Um potenzielles Fehlverhalten im Unternehmen aufzudecken" - Anonymität garantiert

Dubiose Geldflüsse an Parteien, umstrittene Ostgeschäfte und die Manipulation von Aktienkursen: Die Telekom Austria zeigte sich in den letzten Jahren nicht von ihrer besten Seite. Dieses Bild soll künftig der Vergangenheit angehören - das Unternehmen hat sich Sauberkeit verordnet. Dafür geht die Telekom neue Wege: Am Montag stellte sie ihre "Whistleblowing"-Plattform vor. Das Hinweisgeberportal ist über die Corporate Website telekomaustria.com erreichbar.

Infos über Ungereimtheiten

Ziel des "tell.me" genannten Systems ist es, "Mitarbeitern wie auch externen Personen die Möglichkeit zu geben, der Unternehmensspitze Informationen über Ungereimtheiten anonym zukommen zu lassen", wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärte.

"Studien zeigen, dass Whistleblowing in der Praxis die wichtigste Quelle für Information über Unregelmäßigkeiten ist. Deswegen sehen wir, neben anderen Informationskanälen, Whistleblowing als eine besonders gute Möglichkeit, um potenzielles Fehlverhalten im Unternehmen aufzudecken", erklärt Martin Walter, Compliance Officer der Telekom Austria Group, den Einsatz des neuen Systems.

TA: Anonymität hat oberste Priorität

Das System übermittelt die Informationen des Hinweisgebers über ein Formular an das Unternehmen, Dokumente können beigefügt werden. Die Lösung stammt vom deutschen Systemhaus Business Keeper AG und soll Anonymität garantieren. "Die Anonymität und der damit verbundene Schutz des Hinweisgebers sind oberste Priorität der Whistleblowing-Plattform", erklärt die Telekom Austria. Mitarbeiter können sie über das Intranet nutzen.

Neben der neuen Plattform hat die Telekom auch den "code of conduct", also die Verhaltensfibel, ausgebaut. Den Regeln zufolge sind etwa Spenden an Politiker oder die mediale Einflussnahme mittels Inseraten verboten. (sum, derStandard.at, 10.12.2012)

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