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Ein neuer Schüler in der Klasse. Wir freuen uns, dass Hansi da ist.

Haben Sie Fragen an Pädagogin Andrea Vanek-Gullner? Schicken Sie ein E-Mail an bildung@derStandard.at!
Du Andrea, du kriegst ein neues Kind.
Mein Kollege (ist neu an unserer Schule) schielt hinter den geöffneten Schubladen des Kastens hervor. Sein Augenverdrehen spricht Bände, er kennt den Knaben von früher. Wieder so ein Wanderpokal.
Der ausnahmsweise nicht Kevin oder Justin heißt, sondern Hansi, sagt mein Kollege. Mal was Neues, meint er. Und versucht, während er mir weitere durchaus brisante Details aus der schulischen Vorgeschichte des Knaben erzählt, seine Zettelchen in der richtigen Schublade abzulegen.
Am nächsten Tag kommt der Hansi. Hansi, der ganz harmlos aussieht. Hansi, der Humor hat, und gleich mal die ganze Klasse mit seinem Witzrepertoire begeistert. Und wenn Sie jetzt denken "Na, da kann ich mir schon vorstellen, was das für Witze sind", verweise ich auf die Weihnachtsferien - eine gute Gelegenheit, mal aufzuräumen. In den eigenen Schubladen.
Wir freuen uns, dass Hansi da ist. Er bringt uns zum Lachen. Immer kleine Späßchen mit im Gepäck, in seinem Schulrucksack. Und im Seitenfach verbirgt sich ein Schatz, ein Orden, den er bei Gelegenheit verleihen kann.
Die Zeit vergeht. Gut, lustig, witzig.
Nach zwei Wochen betritt mein Kollege die Klasse. "Na, wie geht's denn mit dem Hansi? Ich hab dir ja noch gar nicht alles von ihm erzählt. Stell dir vor, der hat mal..." Die Kids lauschen, ich unterbreche. Das gehört wirklich nicht hierher.
Eine halbe Stunde später lässt sich Hansi mitten im Unterricht mit dem Sessel zurückfallen, um wenig später einigen MitschülerInnen die Hefte und Bücher auf den Boden zu schleudern. Versteh ich irgendwie. Hätt ich auch nicht anders gemacht.
An diesem Tag hat Hansi zum ersten Mal seinen ganz persönlichen Orden verliehen: die goldenen Scheuklappen.
Und ich hab beschlossen, dass ich keinen Lehrertisch mehr brauche. Schon gar keinen mit Schubladen. (Andrea Vanek-Gullner, derStandard.at, 12.12.2012)
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wanderpokale sind wohl eher die lehrerInnen, die aufgrund pragmatisierung nicht wegzukriegen sind und sich entweder aufführen wie perserker oder gar nix tun. ... und von schule zu schule gereicht werden...
jerder kenn sie, keiner tut was dagegen...
das sind die wahren wanderpokale
So bewegend und interessant wars nicht zu lesen.frag mich was die message ist?dass sie einer anderen Lehrperson mitgeteilt hat,nicht vor den Kindern über hansi (was für ein altmodischer Name übrigens) zu berichten? Wow, applaus! Sogar mimi aus der Volksschule wuerde so handeln,ist nichts beispielhaftes! Hätte mir mehr Engagement erwartet,was blogschreien betrifft.
die moral der geschichte funktioniert auch in die entgegengesetzte richtung:
die tochter einer freundin, nun 3. volksschule am land, ist letztendlich bei der gefürchteten lehrerin gelandet, weil ihre krank geworden ist. die strenge lehrerin hat sich über die sommerferien den kopf zerbrochen, wie sie die als schlimm verschrieene klasse, die sie erben sollte, und insgesamt nun 24 kinder, in den griff kriegen sollte.
was meine freundin erzählt hat, hat mich in staunen und bewunderung versetzt. ihre tochter hat nun anstatt einser zweier, das wird sie aufrütteln. aber das stigma der 'bösen' lehrerin ist futsch.
genau. armer hansi, immer begegnet man dir mit vorurteilen. unfair das.
also, weg mit dem lehrertisch u den stoerenden buechern der anderen kinder.
haett ich auch nicht anders gemacht.
PS: heute ist hans erwachsen, er ist ein egozentrischer, narzistsischer und selbstbewusster leistungstraeger, einzig an seiner toleranzschwelle bei kritik muss er noch arbeiten. lesen tut er auch nicht gern.
nicht gebrochen, wäre er vermutlich einer von den Guten geworden. Natürlich Verkäufer oder sonst eine Art von Jäger, aber kein psychisches Frack.
Das soll sich mal jeder hier überlegen, wie Kinder in die Schule rein gehen, und wie wieder raus.
Verständnis für die Handlungen eines Kindes ist schon einmal Grundvoraussetzung, wenn man einen Konflikt lösen will. Das zu kritisieren und gleichzeitig die Aktion des anderen Lehrers unkommentiert zu lassen, zeugt davon, dass Sie nicht verstanden haben, worum es hier geht.
Die einzige Frage dazu ... was soll der drittletzte Absatz bedeuten?
Ignoriert man Vandalismus, wenn der Täter ein Lehrer-Schatzi ist bzw die "Frau Professor" ganz ungeheuerlich auf die starken, feschen, brutalen Schlägertypen steht? Bei uns war das damals immer so. Ähnlich liest sich das hier.
Also ich hab dass so verstanden, dass das eine Reaktion des Buben auf den Kasperl war, der vor der gesamten Klasse über Hansis vergangene Schandtaten herziehen will.
Dass Hansi also wochenlang ein problemloses Kind war, dass sich schnell in die Klassengemeinschaft integrierte, weil er ohne Vorurteile betrachtet und aufgenommen wurde. Als dann aber der vorurteilsbehaftete Lehrer kam, der meinte er kenne den Bub ja und weiß wie er ist und vor Allen über ihn herziehen wollte, wurde Hansi dem Vorurteil gerecht und verhielt sich auch dementsprechend.
ich beobachte das auch heute bei müttern und vätern von kindergartenkindern. viele finden ihre radau buben sehr super. so ein starker. der lässt sich nichts gefallen. eh klar. na mädchen soll er nicht hauen. das tut man nicht. aber sie hat ihn blöd angeredet. glauben sie er wird einmal eine führungspersönlichkeit?
mir wird da immer ganz schlecht dabei.
...das halt schon eine Zeit lang her sein dürfte, nachdem die Autorin ja seit mehr als 10 Jahren nicht mehr unterrichtet.....
Ich versteh ja noch immer nicht, warum man den Lehrer-Blog den nicht von einem/r LehrerIn schreiben lässt...
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