Kongo: Rebellen und Regierung führten erste Gespräche

9. Dezember 2012, 19:52
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Weitere Treffen in Goma geplant

Kampala/Goma - Die Rebellen der M23-Miliz haben Gespräche mit der Regierung der Demokratischen Republik Kongo über ein mögliches Ende des Konflikts im Land aufgenommen. Der Tag markiere den Beginn eines Dialogs zwischen beiden Parteien, sagte der Verteidigungsminister des benachbarten Uganda, Crispus Kiyonga, am Sonntag. Das Treffen fand in der ugandischen Hauptstadt Kampala statt, weitere Gespräche sollte es demnach auch im ost-kongolesischen Goma geben.

Kinshasas Delegation wurde von Außenminister Raymond Tshibanda angeführt. Der politische Chef der Miliz, Jean-Marie Runiga, nahm hingegen nicht an den Gesprächen teil. Die vier wichtigsten Oppositionsgruppen des kongolesischen Parlaments, denen lediglich ein Beobachterstatus zugestanden wurde, lehnten eine Teilnahme ab. Die Regierung hatte zu der Diskussion ausschließlich Forderungen der M23 zugelassen. Die Opposition teilte mit, nur ein Dialog aller beteiligten Gruppen könne zu einem effektiven Ergebnis führen.

Einen Tag vor den Gesprächen hatten 15 südafrikanische Länder die Entsendung einer neutralen Truppe vorgeschlagen, um den Konflikt zwischen mehreren militanten Gruppen der Region zu befrieden. Nach Aussage von Tansanias Staatschef Jakaya Kikwete könnten die Truppen am 14. Dezember bereitgestellt werden. Derzeit sind bereits rund 19.000 Soldaten der Blauhelm-Mission MONUSCO in der Region stationiert.

In der M23-Miliz sind etwa 1.500 ehemalige Tutsi-Rebellen zusammengeschlossen, die infolge eines Friedensabkommens in die Armee eingegliedert worden waren. Aus Protest gegen ihre schlechten Lebensbedingungen verließen sie vor rund acht Monaten das Militär jedoch wieder und erhoben die Waffen gegen die Regierung. Am 20. November nahmen die Rebellen Goma, die Hauptstadt der rohstoffreichen Provinz Nord-Kivu, ein. Zwölf Tage später rückte die Miliz nach internationaler Vermittlung wieder ab. Die Vereinten Nationen warfen sowohl der M23 als auch den Regierungstruppen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen vor. (APA, 9.12.2012)

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