Bankenrettung nur mit Gläubigern

9. Dezember 2012, 18:31
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Berlin - Die Troika aus EU, EZB und Währungsfonds will bei der Bankenrettung in Zypern offenbar neue Wege gehen. Bevor Staatshilfen ausgezahlt würden, sollten Gläubiger und Anteilseigner der zyprischen Banken an den Lasten beteiligt werden, berichtet "Der Spiegel" unter Berufung auf den Entwurf einer Absichtserklärung zwischen Zypern und Troika.

Laut dem Papier, das Bedingungen für Zypern-Hilfen aus dem europäischen Rettungsfonds ventiliert, sollen kriselnde Institute nicht mehr allein durch Geldspritzen der EU-Partner gestützt werden. "Um die Kosten für die Steuerzahler möglichst gering zu halten, sollen Bankeigentümer und Gläubiger mit nachrangigen Forderungen Verluste tragen, bevor staatliche Hilfen gewährt werden", zitiert das Magazin. Gläubiger zyprischer Banken könnten ihr Geld damit nicht einfach abziehen, vielmehr würden ihre Forderungen in Bankanteile umgewandelt. In zyprischen Regierungskreisen war zuletzt von einem Hilfspaket im Volumen von 17,5 Mrd. Euro die Rede. Das entspräche nahezu der jährlichen Wirtschaftsleistung des drittkleinsten Euro-Landes.

Athen kauft Schulden

Einen Schritt näher der Auszahlung von Milliardenhilfen kam unterdessen Griechenland. Der Regierung in Athen wurden Schuldpapiere im Volumen von rund 30 Milliarden Euro angeboten, teilte ein Regierungsvertreter am Wochenende mit. Die offerierten Preise von 30 bis 40 Cent je Euro Anleihen-Nennwert traf offenbar bei griechischen wie ausländischen Haltern griechischer Staatsanleihen - darunter viele Hedgefonds - auf reges Interesse. Auf Basis der gebotenen Preise und des Kaufumfangs könnte die griechische Regierung die Schuldenlast um fast 20 Milliarden Euro verringern. Das verringert kurzfristig Zins- und Tilgungszahlungen und hilft langfristig beim Abbau des Schuldenbergs. Außerdem ist es eine wichtige Bedingung für weitere Finanzhilfen über 40 Mrd. Euro. Über sie entscheiden die Eurofinanzminister am Donnerstag. (Reuters, DER STANDARD, 10.12.2012)

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