Die Wildsäue kommen

Kolumne | Severin Corti
9. Dezember 2012, 18:21

Gerade Frankreich, die Heimat von Asterix und Obelix, wird von einer Wildschwein-Invasion heimgesucht

Wir lieben die Franzosen für ihr Talent, so ziemlich alles in Delikatessen zu verwandeln, was vier Beine hat und kein Tisch ist. Umso mehr verwundert, was vergangene Woche auf der Titelseite von Le Monde zu lesen war: Ausgerechnet Frankreich wird seit geraumer Zeit von einer Wildschwein-Invasion beängstigenden Ausmaßes heimgesucht, die Jäger erklären sich für machtlos.

Bei Teutates! Die wandelnden Festtagsbraten scheinen jeden Respekt vor den Galliern verloren zu haben: Einmal wird ein Juweliergeschäft am helllichten Tag von einer Rotte Wildschweine verwüstet, dann sorgen sie im Zentrum einer Provinzstadt für eine ausgewachsene Panik oder wühlen sich unter den Sicherungszäunen einer TGV-Hochgeschwindigkeitsstrecke durch, worauf sie prompt überfahren werden - nicht ohne selbst dabei massive Schäden anzurichten. Allein 2009 gab es 26.000 Kollisionen mit Wildschweinen im Straßenverkehr.

Nun vermehren sich Wildschweine vielerorts stärker als bisher, auch in Österreich. Dass sie aber ausgerechnet im Heimatland von Asterix und Obelix so massiv überhandnehmen können, ist doch bemerkenswert.

Nobeljuwelen, Hochtechnologie, Autos: Es sieht ganz so aus, als ob sich die Wildschweine gegen alles verschworen hätten, was Frankreich einmal groß gemacht hat. Ein Schluck vom Zaubertrank wäre jetzt dringend nötig. (Severin Corti, DER STANDARD, 10.12.2012)

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Die Jäger behaupten doch immer, wie wichtig die Jagd für einen kontrollierten Wildbestand ist.

In diesem Fall sind sie völlig überfordert.

künstliches Problem überall

man müsste einfach die Abschusspläne erhöhen, dann verginge es den Bundesforsten Abschussgeld zu verlangen für einen Wildauabschuss, und sie würden stattdessen Abschussprämien ausbezahlen,.....

Das sollte doch kein Problem sein. Einfach abschießen und in Retaurants auf die Speisenkarte setzen. Wildschweinbraten schmeckt ausgezeichnet.

Das geht nicht so einfach. Wildschweine sind in aller Regel intelligenter als Jäger. Auch müsste man bei intensivierter Jagd eine Bestandreduzierung der Weidetiere (Rinder, Pferde) befürchten. Sehen ja wie Wildschweine aus und lassen sich leichter abknallen.

omnomnomnomnom

Spricht nicht für die Intelligenz der Jäger

Jagdrechtsreform

Stimmt.
Wildschweine geben keine Trophäen mit denen man prahlen kann.
Deshalb kommt die Gruppe, die auf ein striktes Jagdrecht pocht auch ihrer Pflicht nicht nach, die mit diesem Recht einhergeht.
Deshalb sollte man in Europa das Jagdrecht reformieren und den Abschuss von Wildschweinen zum Allgemeinrecht erklären.
Nicht nur in Frankreich richten Wildschweine beträchtlichen Schaden an.

also ich wuerde micht bereit erklaeren

so einiges gegen das problem zu unternehmen. von der jagdt bis hin zum trocknen, marineiren einlagern und essen. hmmmmm

und natuehrlich die frischen abgehaengten (so 3 wochen) ueber dem feuer.

Soll man aber höchstens ein, zweimal im Jahr essen --- wegen der Strahlenbelastung, die noch von Tschernobyl übrig ist, sollte man zB Leber von Wildtieren keinesfalls essen.

Die "Strahlenbelastung nach Tschernobyl" ist in unseren Breiten, und auch F, VÖLLIG lächerlich und unbedenklich!

Man errechnet, daß Durchschnittsösterreicher INSGESAMT, also seit Tschernobyl über 30 Jahre kumuliert, eine Zusatzexposition von 1 Millisievert erhalten haben, bei einer NATÜRLICHEN Exposition von je nach Region 0.8 - 2.5 mSv pro Jahr, die Mehrbelastung sich also im Bereich von 1/20 - 1/40 der natürlichen Dosis bewegt.

Ich selbst esse sehr gerne Schwammerl und Wild und mußte mich aus beruflichen Gründen jahrelang einer jährlichen Inkorporationsmessung unterziehen, bei der NIEMALS relevante Spuren von Radiocäsium gefunden wurden.

psssst - hör auf den primitiven fleischfressern alles zu verraten, du verzögerst dadurch die evolution;-)

Ah, bist du bei derselben Veganergruppe wie die beiden moralinsauren "antispeziestischen" Forums-Prediger?

bin veganer 4er ordnung - ich friss nix das einen schatten wirft;-)

aber im ernst - ich würd mich inzwischen doch recht stark dafür aussprechen, daß nur mehr menschen fleisch essen, die auch bereit sind die tiere eigenhändig umzulegen und die führung durch einen schlachthof eine pflichtveranstaltung für sämtliche schulklassen wird, weil das ganze inzwischen doch recht existenzgefährdende ausmaße annimmt

Also bist Du für verlogenen Aufhauser-Kitsch

zu Lasten einer ausgewogenen Ernährung?!

komisch, alle jäger sind böse,

die jagd an sich völlig unsinnig, man soll doch die natur alles selber regeln lassen etc.. so liest man hier immer wieder in den foren.
aber kaum geht es ans eigene leder bzw. auto oder geld, wird nach den jägern geschrien...
halali!!

Wo ist Obelix, wenn man ihn braucht?

Der hat nach Belgien Reißaus genommen, der Hasenfuß ...

einfach hunde im garten laufen lassen. wenn sich die ferkel unter dem hochsicherheitszaun dürchwühlen, werden sie beim spielen am genick gepackt und getötet. man trägt sie dann in den wald und deponiert sie beim fuchsbau.

Sie haben glaube ich noch nie eine schützende Bache (weibliches Wildschwein) gesehen oder wollen ihren Hund loswerden...

Alternativ dazu könnte man sie auch in die Gartenlaube einsperren und verhungern lassen...

teeren und federn!

Ich finde die Tiere ja sehr sympathisch. Aber meinen Wildschweinsugo zur Pasta mag ich auch gern.

Einmal wird ein Juweliergeschäft am helllichten Tag von einer Rotte Wildschweine verwüstet, dann sorgen sie im Zentrum einer Provinzstadt für ausgewachsene Panik oder wühlen sich unter den Sicherungszäunen einer TGV-Hochgeschwindigkeitsstrecke durch

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Hehe, späte Rache...!

;-)

alkotest für journalisten?

Wölfe

Der natürliche Freßfeind des Wildschweines ist der Wolf. Wer den Wolf jedoch ausrottet, darf sich über die Wildschweinplage nicht wundern. Und das Wildschwein ist viel zu intelligent, als dass es sich vom menschlichen Jäger jemals im Bestand kontrollieren lässt. Die Ferkel haben ja sogar durchschaut, dass sie vor Jagdgesellschaften am besten in menschliches Siedlungsgebiet flüchten. Wo nicht geschossen werden darf.

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