Meeting Lula - Weltverbesserung ist möglich!

Lulas Brasilien zeigt: Mehr Gleichheit führt zu mehr ökonomischer Prosperität

FS Misik auf Reisen - diesmal ging es nach Berlin, wo Brasiliens Ex-Präsident "Lula" da Silva bei einem großen Kongress der Gewerkschaft IG-Metall auftrat, gemeinsam übrigens mit Nouriel Roubini, James Galbraith und vielen anderen. Seit zehn Jahren regieren Progressive Brasilien (erst Lula, jetzt seit zwei Jahren seine Nachfolgerin Dilma Rousseff) und die Bilanz ist beeindruckend: Die Ungleichheit nahm ab, Millionen Menschen wurden aus der Armut befreit, Millionen Arbeiter sind in den Mittelstand aufgestiegen, und die brasilianische Wirtschaft brummt. Und das ist kein Wunder: Denn mehr Gleichheit bedeutet mehr Wachstum und mehr Stabilität in der Ökonomie. Heute wandern tausende portugiesische junge Menschen, denen die falsche Politik à la Merkel und Co hier in Europa jede Chance raubt, schon nach Brasilien aus.

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22 Postings
Mehr Gleichheit führt zu mehr ökonomischer Prosperität

hat der gute herr misik eigentlich eine ahnung davon wie es in brasilien aussieht? wovon redet der bei einem land in dem das (miss-)verhältnis kaum so brutal ist wie in jedem anderen halbwegs vergleichbaren land? wo sich die reichen hinter mauern und stacheldraht und mit schwerbewaffneten guards abschotten?

die ökonomische entwicklung brasiliens ist auch v.a. darauf zurückzuführen, dass man von einem low level aus natürlich mit gigantischen steigerungen aufwarten kann, wenn man beginnt zu investieren?

alter fuchs...

brasiliens geschichte begann auch nicht vor 10 jahren

...und Umweltzerstörung

in noch nie da gewesenem Ausmaß.
Haben Sie das "vergessen", Herr Misik?

"Mehr Gleichheit führt zu mehr ökonomischer Prosperität"

Kann schon sein! Eins ist jedenfalls sicher: Das Plündern all jener, die realwirtschaftliche Leistung erbringen, zugunsten der Politik, Hochfinanz und Bürokratie führt nicht zur "Prosperität", sondern zum Zusammenbruch von Wirtschaft und Gesellschaft.

das plündern ist auch ungleich gleichheit u mehr prosperität, davon profitiert nur die selbsternannte elite

Brasilien,

weltgrößter Exporteur von agrarischen Rohstoffen aller Art, einer der größten Rohstoffexporteure überhaupt - ja, woher da wohl der Wohlstand kommt...

Das war Brasilien vor Lula auch schon. Also irgendwas musss sich inzwischen ja geändert habe.

grundsätzlich ja ... aber, wenn die ausgebeuteten nicht ordentlich bezahlt werden, kann sich die prosperität brausen gehen, da diese ihr geld nicht in neue produkte investieren können, stichwort: binnenhandel

Jedes einzelne gesprochene Wort von Lulu da Silva strahlt in der Sonne wie ein goldener Tropfen.

Unter Ausblendung der ökologischen Daten und Fakten Brasiliens ist dieses Plädoyer für praktizierte Umverteilungspolitik scheinbar plausibel. In Wirklichkeit ist Ihre geschätzte Betrachtung einäugig.

wieso? die Ausbeuterei, die vorher in Brasilien geherrscht hat, war ökologischer oder wie?

Lustig, wirklich jeder, den ich kenne. der dem Lula schon persönlich begegnet ist, erliegt seinem Charisma.

Schade nur, dass man sich vorstellen muss, dass er in Deutschland aufwacht und sich denken muss: "Uff, so schön - wieder ein Tag Ferien vom Mensalão! Keine lästigen Fragen, wie ich es während meiner gesamten Amtszeit nicht bemerken konnten, dass meine allerengsten Mitarbeiter eine Korruptionskrake sondergleichen errichtet haben, damit ich mich politisch erhalten konnte..." - so, oder so ähnlich.

Mir ist die nüchterne aber kompromisslosere Dilma da lieber, auch wenn von ihr kein solches pathosgerierendes Charisma ausgeht.

ja wir wissen's, der neoliberale irrglaube ist das wahre dogma u natürlich ganz ohne korruption, ;) träumen sie weiter

Was hat das von mir gesagt auch nur in entferntester Weise mir Neoliberalismus zu tun? Bitte bekommen Sie Ihren Beissreflex unter Kontrolle. Oder meinen Sie ernsthaft, dass, weil die rechten korrupt sind, die Linke auch das Recht auf Korruption hätte?

Keine vorhanden...

Wo sollte Hrn. Misiks Wirtschaftskompetenz auch herkommen?

naja....

das kann man auch ein bisserl differenzierter sehen:

zB der Deutschlandfunk 2009:
http://www.dradio.de/dlf/sendu... te/974006/

und fairerweise sollte auch nicht ganz unerwähnt bleiben, dass sein wichtigster Wegbegleiter vor kurzem wegen Korruption verurteilt wurde.

Ich versteh schon, Lula is leiwand und seine Leistungen beachtenswert, ich wünsch mir ja nur möglichst objektive Sichten auf die Dinge.

Na der Gipfelpunkt der objektiven Sicht ist das aber auch nicht. Zu erwähnen bleibt auch, dass die Folha alles andere als ein Lula freundlich gesinntes Organ, sondern während seiner ganzen Regierungszeit auch aus der alleruntersten Schublade gegen ihn gehetzt hat. Vielleicht nicht so wie Estadão und Veja, aber dennoch.

Lula ist beeindruckend - richtig

Aber in Brasilien wirken auch ein paar Sonderfaktoren.
- Die Ungleichheit wurde geringer. Gut in Brasilien, aber sie ist immer noch viel hoeher als selbst in den USA.
- Lula hatte riesen Glueck, dass Brasilien reich ist an just den Rohstoffen, deren Preis im letzten Jahrzehnt massiv gestiegen ist.
- Mittlerweile waechst Brasilien auch nicht mehr so besonders schnell und die Inflation ist ein riesen Problem.
Also, wenn Brasilien irgendwann mal wirklich zu den USA, Japan und Europa aufschliessen will, werden sie mehr brauchen als ein bissl links angehauchte Sozialpolitik

chs->x

Lieber, geschätzter Robert Misik,

jede Woche (fast) schaue/höre ich mir Ihre hochinteressante Kolumne an, bin begeistert, fühle mich belehrt (im positiven Sinn) – so auch heute. Aber diese Mal ist es einfach too much, zu oft kommt das Wort wachsen/Wachstum vor, und ich muss es noch einmal sagen: im Deutschen wird chs als x ausgesprochen (auch wenn aus sechs dann sex wird) und es tut in den Ohren weh, wenn das jemand nicht schafft. Bitte nehmen Sie doch Sprachunterricht, es ist nie zu spät.
Hochachtungsvoll, ein wahrer Fan

Grundsätzlich ist ja die Sozialpolitik Lulas lobenswert,

jedoch gab und gibt es Brasilien, besonderns in der Politikerkaste viele die gleicher als gleich sind. Korruption (selbst der Grasser kann dort noch einiges lernen) ist leider noch ein großes Problem in Brasilien, welches sich keine Regierung ernsthaft zu bekämpfen traut.

stimmt nicht

Genau das Gegenteil ist der Fall: Gerade in den letzten Wochen wurden im Rahmen eines des grössten Korruptionsprozesses der Geschichte Brasiliens, des "mensalão", 38 Angeklagte, darunter Politiker aus den ersten Reihen, Ex-Minister, Parteivorsitzende der PT, Wahlkampfleiter etc. zu hohen Haftstrafen verurteilt. Apropos Grasser: schau ma mal, was im Sauberland Österreich passieren wird!

Gerade während der Dilma sind doch riesige Korruptionsfälle, die vornehmlich ihre eigene Partei betreffen durch genommen worden.

Und sie sind sogar mit sehr hohen Haftstrafen für die vorderste Politikergarde (ihrer eigenen Partei!) ausgegangen. So etwas muss man sich einmal für Österreich vorstellen!
Natürlich ist noch viel zu tun und die Korruption ist nach wie vor inhärent - aber jetzt zu sagen, niemand bekämpft sie ernsthaft, ist ungerecht.

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