Maze in St. Moritz unschlagbar

Slowenin sichert sich in der Schweiz den Sieg vor Viktoria Rebensburg und Tessa Worley. Marlies Schild wird Fünfte

St. Moritz - Tina Maze hat am Sonntag den nächsten großen Schritt Richtung angepeiltem Weltcup-Gesamtsieg gemacht. Die 29-jährige Slowenin gewann nach Sölden und Aspen auch den Riesentorlauf in St. Moritz und baute mit ihrem bereits vierten Saisonerfolg die Führung in der Gesamtwertung aus. Hinter Maze landeten die deutsche Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg (+0,08 Sek.) sowie die Französin Tessa Worley (0,55) auf den Ehrenplätzen.

Slalom-Ass Marlies Schild (2,28) war als Fünfte beste Österreicherin, unmittelbar hinter der Salzburgerin folgten Kathrin Zettel (2,32) und Michaela Kirchgasser (2,50) auf den Rängen sechs und sieben. "Der Rückstand ist schon beträchtlich, aber die Platzierung passt", erklärte Schild, die im Finale eine fehlerhafte Fahrt verzeichnete, sich aber trotzdem noch vom elften Rang verbesserte. "Ich bin gleich ganz oben einmal am Arsch gehockt", gestand "Österreichs Sportlerin des Jahres 2012".

Für Maze, die bereits am Freitag die Super-Kombination in der Schweiz gewonnen und im Super-G am Samstag Platz zwei erreicht hatte, war es der insgesamt 15. Weltcup-Erfolg, der bereits 11. im Riesentorlauf. Nach klarer Bestzeit im ersten Durchgang rettete sie in der Entscheidung noch acht Hundertstel ihres Vorsprungs ins Ziel. "Es war sehr knapp und ein schwieriger Lauf. Der Schnee war so aggressiv, deshalb musste ich den Ski laufen lassen", erläuterte die bisherige Saison-Dominatorin.

Respekt gezollt

"Maze war vom ersten Rennen voller Selbstvertrauen, und das hat sie bisher voll durchgezogen. Sie steht brutal sicher auf dem Ski", lautete Schilds Erklärung für die aktuelle Überlegenheit der Slowenin, die im Gesamt-Weltcup nun schon 234 Punkte vor der Deutschen Maria Höfl-Riesch liegt. Titelverteidigerin Lindsey Vonn, nach Lauf eins noch Fünfte, beging im Finale der Top 30 einen schweren Fehler, der sie auf den 27. Endrang zurückwarf. Der drittplatzierten US-Amerikanerin fehlen aktuell 263 Zähler auf Maze.

Der am Samstag nach dem Super-G-Erfolg von Vonn ausgebrochene "Zickenkrieg" war übrigens bereits nach dem ersten Riesentorlauf-Durchgang beigelegt worden. "Es war kein Streit, nur eine Frage. Es ist alles okay, sie hat nicht das gesagt, was man mir gesagt hat. Ich habe Respekt vor Lindsey und sie vor mir, es ist alles okay", betonte Maze, deren Betreuerstab geglaubt hatte, dass Vonn ihre neue Hauptrivalin um die große Kristallkugel mit einer wüsten Beschimpfung bedacht hätte.

Versöhnung

Die Amerikanerin gab zu, dass sie einen Kraftausdruck verwendet hatte, doch dieser habe nicht der Slowenin gegolten. "Ich entschuldige mich dafür, dass ich so etwas gesagt habe. Aber ich würde so etwas nie zu einer Konkurrentin sagen", betonte Vonn, gegen die der slowenische Verband sogar einen Protest wegen unsportlichen Verhalten eingebracht hatte. Dieser wurde vom Internationalen Skiverband (FIS) abgewiesen. Nach dem ersten Lauf im Riesentorlauf kam es dann zum "Handshake" zwischen den beiden Ski-Stars, in dessen Zuge sich Maze bei Vonn entschuldigte. (APA, 09.12.2012)

tz

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