Welser-Möst legte Operndirigate zurück

Dirigent kritisiert Aufführungskonditionen

Salzburg - Der Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Franz Welser-Möst, hat alle Operndirigate in Salzburg zurückgelegt. Das bestätigte der Dirigent gegenüber der ZiB1 des ORF am Samstagabend. "Ich habe vor zwei Tagen die Führung der Salzburger Festspiele gebeten, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass ich den Da-Ponte-Zyklus niederlege, dass ich aus dem aussteige, und zwar weil ich aus dem gedruckten Programm erfahren habe, dass es Aufführungskonditionen gibt, die meiner Meinung nach so nicht machbar sind", sagte er.

Welser-Möst, der ab 2013 alle drei Da-Ponte-Opern von Mozart für die Festspiele hätte dirigieren sollen, beklagte gegenüber dem ORF kurze Abstände zwischen den Aufführungen: "Wenn man drei Vorstellungen von Cosi (fan tutte, Anm.) innerhalb von weniger als fünf Tagen ansetzt, ist das einfach musikalisch für die Sänger nicht machbar."

"Inakzeptabel für die Sänger"

Noch am Donnerstag antwortete er in der Zeitschrift "News" auf die Frage, ob im Salzburger Mozart-Zyklus eine Vorstellung um elf Uhr vormittags angesetzt sei: "Das kann ich mir nicht vorstellen, es war mit mir auch nicht abgesprochen. Das wäre ja einzigartig, inakzeptabel für die Sänger, die dann um drei Uhr früh aufstehen müssten, um stimmlich entsprechend vorbereitet zu sein. Nach einem Blick ins Programm erklärte er: "Ich werde sicher um elf Uhr keine Oper dirigieren."

Eine Stellungnahme von Festspielintendant Alexander Pereira war vorerst nicht zu erhalten, weil Pereira im Ausland weilt. (APA, 8.12.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 61
1 2
Beginnen Opern-Generalproben

nicht auch meistens um 11 Uhr ? Ich kenne keine SängerInnen, die dafür um 3 Uhr früh aufstehen !

Und wie oft haben sie schon erlebt, dass alle Sänger bei Generalproben aussingen (und nicht markieren)? Außerdem gibt es nie mehrere Generalproben innerhalb weniger Tage.

Unrealistisch

Daß ein dirigent alle da ponte opern wegen terminproblemen bei den sängern bei cosi absagt halte ich für unwahrscheinlich.
Schade, daß welser-möst sich in den societysumpf salzburg hineinziehen läßt und dies auch noch über news komuniziert.

sehr richtig

Die "Stimme" verlieren

ist für eine Sängerin oder Sänger eine Katastrophe.

Ein Beispiel aus Zürich, der ehemaligen Wirkungsstätte des Intedanten der Festspiele in Salzburg:

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/r... y/14195490

Oder wenn ein Sänger wegen eines Betriebsunfall auf der Bühne wegen eines Knalltraumas umsatteln muss. Jetzt singt der Sänger nicht mehr, sondern führt erfolgreich ein Restaurant. Dieser Unfall passierte vor Jahren im Opernhaus Zürich.

In Übermassen kann "Singen" die Gesundheit "ruinieren", diese Weisheit sollte nicht vergessen werden (gilt Sinngemäss auch für Musiker).

Sebastian Holecek

wies unlängst in Ö1 bei einer Einsprielung darauf hin, dass die Aufnahme um 8 Uhr Früh beim Heinz Conrads erfolgte - wohl um die Besonderheit und die Qualität zu erklären bzw zu rechtfertigen.

Das Verheizen von Sängern zum Gaudium des Festspielpublikums, dass dann besser Mittags networken kann tatsächlich abzulehnen - aber es geht eben nicht immer um Qualität, sondern eher um maximale Auslastung und Synergien - insoweit hat Welser-Möst recht mit seiner Konsequenz.

alos opernmatineen gibts an der met und allen weltführenden opernhäusern schon

...und da steht keinernum 3 uhr auf.

Und wieviel .......

.... Opernmatineen in der Woche gibt es in der Met?

Fühlen´S mein´ Puls.

Dass sich jemand für sein Ensemble einsetzt,

zeugt von Courage. Und für alle, die den Opernbetrieb nicht kennen: Wenn eine Stimme lange Jahre halten soll, muss sie sich auch entwickeln und regenerieren können. Von wie vielen jungen Opern-Stars hört man schon nach ein paar Jahren nichts mehr, da die Stimme oder die Psyche beschädigt ist. Der Opern- und Festspielbetrieb soll ja nicht die Tour de France sein.
Was mich allerdings wundert, sind die offensichtlichen Kommunikationsprobleme. Dass Welser-Möst die Termine erst "aus dem gedruckten Programm" erfährt, klingt doch recht seltsam. Entweder hat es da schon länger gebrodelt oder da werden sehr relevante Leute nicht in wichtige Entscheidungen mit eingebunden. Letzteres wäre sehr unprofessionell.

@Kaktus

Meine Zustimmung.
Dass Herr Welser-Möst erst anhand des Studiums des bereits fertigedruckten Festspiel-Programmes 2013 die Aufführungszeiten der Mozart-Oper "Cosi" erfahren hat, stimmt mich schon sehr nachdenklich.
Es sollte doch als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dass derartige Details im vorab von der Festspielleitung mit dem Dirigenten abgeklärt wird.
Jedenfalls zeugt die Haltung von Herrn Welser-Möst
von Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme
gegenüber den Sängern und Sängerinnen.

Klingt so , als ob man meinen würde, ein Intendant samt seinem Festival oder Opernbetrieb ist ist lediglich der Auftragserfüller eines Welser-Möst und andere Musikalischer Leiter. Ich halte fest, Pereira ist der Künstlerische Gesamtleiter, der sich nicht nur Kaufmännisch sondern auch künstlerisch wohl was dabei gedacht hat. Und Herr Welster Möst soll mal nicht so den Sänger Papa machen. Denn wäre er das, dann sollte er sich auch an der Staatsoper um die Pflege der Stimmen nachhaltig kümmern. Auch hier gehen Karrieren zu Ende, weil falsch besetzt. Und natürlich kann man auch um 11 Uhr Cosí ansetzen. Die eine Sängerin die da aus psycho hygienischen Gründen um 3 aufsteht, wird es machen.
Aber, man sollte besser kommunizieren in Salzburg

Meinen Sie nicht, dass der Herr Pereira da etwas selbstgefällig über Welser-Möst und das Ensemble bestimmen wollte. Auch wenn er "Gesamtleiter" ist, hat er sich mit den anderen abzusprechen und nicht über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden.

Ihre Auffassung ist auch jenseits von Musik unsinnig. Oder sagen sie: der Pilot darf nicht ablehnen die Maschine zu fliegen, der AUA-Vorstand wird sich wohl was gedacht haben diese Maschine hier und jetzt einzusetzen?

Guter Vergleich .....

... auch der ehemalige Polnische Präsident hat sich was gedacht, wie er dem Piloten ausgerichtet hat er werde ihm mitteilen welcher Flughafen angeflogen werden soll!

Der Pilot ist in der Verantwortung von Menschenleben, und also beurteilt er alleinig die Situation des Hier und Jetzt.
Ist sich Welser-Möst über die Konsequenzen dieser Absage bewusst? Er ist GMD der Staatsoper Wien, bringt mit seiner Absage natürlich auch die Wiener Philharmoniker in Salzburg enorm unter Druck. Die müssen sich nun auch verhalten, im Fall das Pereira einen andere Dirigenten engagiert.
Wissen wir, ob die Sänger einverstanden sind mit einer Martinee von Cosí? Welser Möst kennt die Verträge mit den SängerInnen eher nicht, da er sie nicht gemacht hat, da er so wie diese von Pereira engagiert wurde.
Er ist angepisst wegen Mangel-Kommunikation. Versteh ich, ISt einer Frage von Respekt. Aber er reagiert kindisch.

natürlich - angestellte haben ja nur zu funktionieren und geld reinzubringen - wies denen dabei geht, is wurscht. heißt ja ned umsonst kapitalismus.

Salzburg, provinziell wie eh und je...

Kleinstädtisch sind ja Linz, Graz und Innsbruck auch

Verbunden mit Größenwahn gibt das erst die explosive Mischung.

Sie haben vergessen

selbstherrlich, abgehoben und ein bisserl korrupt. Die Finanzskandale sprechen für sich.

Finanzskandal ja, aber wo ist die Korruption?

Wissen Sie mehr als die Medien? Wer hat sich bereichert?

War da nicht was

bei den Osterfestspielen und Olympiabewerbungen? Ist ja bei allem die gleiche Clique!

oder einfacher: er will nimmer mit der bänd spielen

die dann um drei Uhr früh aufstehen müssten

um himmels willen...die bekommen dann auch sicher grade mal 100 euro für eine aufführung...das kann einfach nicht sein...

Die Aufführungsdaten stehen seit Wochen im Netz.

Erst jetzt zu erkennen, wann die Vorstellungen stattfinden, ist für einen Profi recht seltsam.
Eigentlich zählen Termine an sich auch zu Bestandteilen eines Vertrags. Wie war der beschaffen, waren da wirklich keine Termine vermerkt?
Bei den ersten drei Vorstellungen liegt jeweils ein ganzer Tag dazwischen. Das ist international völlig normal bei Mozart-Opern. Es geht ja nicht um stundenlange Wagner-Epen.
Zwei Vorstellungen finden - gemäß Festival-Website - um 13 bzw 14 Uhr statt. Auch nichts Besonderes, das macht die Met ähnlich.
Mir ist auch unklar, inwiefern durch W-Ms Abgang die Situation für die Sänger verbessert wird, denn die Termine stehen ja fest...
... obwohl natürlich durch seinen Abgang tatsächlich etwas besser werden kann ...

Posting 1 bis 25 von 61
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.