Absage von Konzert der "Hinichen": IG Autoren spricht von "Schande"

8. Dezember 2012, 13:52
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IG-Geschäftsführer gegen "politisch vorgegebenes Sittlichkeitsempfinden"

Wien - Harsche Kritik hat die IG Autorinnen Autoren daran geübt, dass ein für Samstag geplantes Konzert der Wiener Band "Die Hinichen" im Gasometer nach Kritik des Wiener Grünen-Kultursprechers Klaus Werner Lobo abgesagt werden musste. Wie berichtet hatte Lobo die Veranstalter darauf hingewiesen, dass der Auftritt der Band, zu deren Repertoire Titel wie "Fut Orsch Beidl" oder "Der Neger am Mittelmeer" gehören, nicht den Subventionsbedingungen der Stadt entspräche.

Künftig will Lobo diese Bestimmungen genauer formulieren. IG-Geschäftsführer Gerhard Ruiss nannte diesen Plan "eine Schande und absolut inakzeptabel".

"Zensur der Ära Metternich"

"Das ist die Zensur der Ära Metternich, die nicht allein mit Verboten ihr Auslangen gefunden, sondern zusätzlich dazu eigene Sprachrohre besonders unterstützt hat." Es gebe ausreichend Möglichkeiten im Straf- und Zivilgesetz, um Verstöße gegen Gesetze zu ahnden, betonte die IG. "Es braucht keinerlei politisch vorgegebenes Sittlichkeitsempfinden, was einem Publikum zugemutet werden kann und was nicht."

Die IG Autorinnen Autoren erwarte daher von Lobo die umgehende Erklärung, dass er keine vorhergehende inhaltliche Einschränkungen bei der Bewertung der Förderungswürdigkeit von Kultur plane, sowie eine Garantie, dass er sich "in keiner Art und Weise in die Programmierung von Kulturveranstaltern einmischt". (APA, 8.12.2012)

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