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Sucht man auf der Website des Verteidigungsministeriums nach "Volksbefragung", erhält man zwei Treffer: Einen zum Kosovo, einen anderen aus dem Jahr 2010, als sich Minister Darabos noch zur Allgemeinen Wehrpflicht bekannte. Zur Volksbefragung über die Wehrpflicht, die in sechs Wochen stattfindet, findet sich hingegen nichts.
Im derStandard.at-Interview hat Darabos vor einer Woche angekündigt, mit der Informationsoffensive um Weihnachten beginnen zu wollen. Auch ein Abstimmungsbuch, das in Salzburg verwendet wird und beide Modelle beschreibt, stand zur Debatte. Allerdings wollte die SPÖ dieses Mittel der Aufklärung nur dann verwenden, wenn die ÖVP ihr Modell im Detail präsentiert. Zeigst du mir deins, zeig ich dir meins. Schlussendlich wurde auch daraus nichts.
Sowohl SPÖ als auch ÖVP liegt nicht sonderlich viel daran, ihr Zielpublikum für die Befragung mit objektiver Informationen zu versorgen. Kanzler Faymann will "keine Materialschlacht". Eine teure Kampagne wäre schließlich auch schlecht für die Parteikassen, weil man für Volksbefragungen keine Wahlkampfkostenrückerstattung bekommt. Interessierte müssen sich also ihre Informationen über die Medien oder über diverse Plattformen für oder gegen das Berufsheer selbst zusammen reimen.
Dass Hannes Androsch als Proponent der Plattform für ein Berufsheer die Befragung als "Unfug" bezeichnet, trägt auch nicht zur Entwirrung bei. In Wien, wo Bürgermeister Häupl das Thema mehr aus wahltaktischen denn aus sicherheitspolitischen Gründen vor zwei Jahren ins Rollen gebracht hatte, können sich kritische SPÖ-Geister das Darabos-Modell mit Punsch schöner trinken. Ein paar Ecken weiter marschiert ÖVP-Reservist Josef Pröll ganz im Sinne des wahlkämpfenden Onkel Erwin auf, um Zettel für die Wehrpflicht zu verteilen.
Die simple Frage, welches der beiden Modelle nun mehr kosten würde, wird von beiden Parteien unterschiedlich beantwortet. Die diffizilere Frage, welches System besser für Österreichs Sicherheitspolitik wäre, bleibt ungelöst. Der Verdacht liegt nahe, dass die Volksbefragung über die Wehrpflicht nur eine getarnte Mobilisierungsübung ist. Eine der wohl wichtigsten Entscheidungen der Zweiten Republik über die Zukunft des Bundesheeres wird als Vehikel für einen Probewahlkampf missbraucht. (Rainer Schüller, derStandard.at, 7.12.2012)
Wehrpflicht-Befürworter können sich bei Darabos & Co bedanken
Spindeleggers Rede war vor allem gegen Stronach gerichtet
Gabriela Mosers Zurücklegung des U-Auschuss-Vorsitzes verdient Respekt
Die ÖVP-Umbesetzung ist strategisch gut, aber riskant
Uwe Scheuch ist weg. Er hat sich das selbst zuzuschreiben, nicht den Medien
Neuwahlen in Kärnten müssen die Konsequenz aus dem Birnbacher-Geständnis sein
Was eine Partei von und mit Frank Stronach dem Land brächte
Die Bundesjugendvertretung hat Argumente auf ihrer Homepage.
http://www.jugendvertretung.at/themen/we... agung.html
Doch leider haben sie gegen ihre eigene Gender-Richtlinie verstossen.
Wer das uncool findet, kann unter
http://www.jugendvertretung.at/ueber-uns... kt/21.html
seine Meinung sagen.
In höflicher Form, aber bestimmt.
Die Frage ist:
a) Wollen wir weiterhin junge Männer für ein halbes Jahr zum Bundesheer zwangsverpflichten.
b) Wollen wir den Status Quo beibehalten.
DAS ist die Kernfrage! Ob das eine jetzt 10 Millionen mehr oder weniger kostet ist unwichtig! Wir konnten uns die Hypo, Eurofighter (die unter schwarz blau angeschafft wurden, nur so nebenbei..)den Skylink und zu guter letzt auch noch einen Haufen korrupter Politiker leisten - aber für die Abschaffung der Wehrpflicht ist kein Geld mehr übrig? Irgendwie komisch..
ich fürchte da erwartet sich der autor zu viel. ich gehe davon aus, dass die politiker in wirklich jeder frage zuerst die vorteile für die eigene partei berücksichtigen. anders ist der gemeinsame schwenk der beiden parteien nicht erklärlich. fast gleichzeitig um 180 grad gedreht, das sagt doch alles.
nein, wir wähler müssen uns selbst ein bild machen, was man uns erzählt ist einseitig bis glatt gelogen.
erinnern wir uns ein paar jahre zurück, wie weite teile der övp und der großteil der offiziere den zivildienst als ende des bundesheeres abqualifiziert haben, heuete soll er es retten.
tut mir leid, aber solche kapriolen in der meinung sind unglaubwürdig! ich empfehle nichts zu glauben, sondern nur mehr selbst nachzudenken!
es mangelt an konzepten, ja.
aber informiert fühle ich mich sehr wohl. was ein menschenverachtender zwangsdienst und was ein auf freiwilligkeit beruhendes berufsheer ist, kann ich sehr wohl auseinanderhalten. für diese grundsatzfrage brauch ich nicht mehr informationen. sehr wohl aber möcht ich wissen, welche sicherheitspolitischen konzepte die parteien haben (die meisten nämlich anscheinend derzeit gar keine).
Ich habe Starkes Bedenken gegen ein Berufsheer.
Die Krise bzw. der falsche Umgang mit der Krise wird wahrscheinlich hier auch Zustände hervorrufen die den Einsatz von Polizei und Militär gegen die eigene Bevölkerung mit sich zieht.
Bei dem Berufsheer liegt die Wahrscheinlichkeit Befehle aus Gewissensgründen zu verweigern sicherlich niedriger als bei Zeitsoldaten, also bei Zwangssoldaten.
Also, aus demokratiepolitischem Grund - und nur aus diesem Grund - bin ich für Wehrdienst, bevor uns die Söldner niedermetzeln.
Es ist so eine Vermutung, da Berufssoldaten wählen diesen Beruf, also die rechnen damit in kriegerische Handlungen verwickelt zu sein. Mehr oder weniger freiwillig.
Natürlich nicht unbedingt gewissenlose Mörder, aber können, als bezahlte Arbeitnehmer aus Überzeugung, später in Streik treten als die Zwangssoldaten. Außer dem gibt es Methoden damit der Einsatz höchst motiviert gemacht wird.
Das ganze ist so wie so absurd. Die Welt denkt noch immer, dass Krieg eine Lösung darstellt. Ich lese gerade "Im Westen nichts Neues" wieder.
Die Soldaten rechnen vielleicht damit, aber bis auf eine kleine Menge wird kaum jemand kriegerische Handlungen herbeisehnen. Und es ist nochmal ein großer Unterschied zwischen einem Krieg mit einer anderen Nation und einem Krieg gegen das eigene Volk. Schließlich haben auch Berufssoldaten Familien und Freunde die sie beschützen wollen. Ich bezweifle stark, dass eine österreichische Berufsarmee das Feuer auf Österreicher eröffnen würde. Das Beispiel 1934 hat mMn inzwischen kaum noch Relevanz, da sich die Mentalität der Menschen grundlegend verändert hat.
Was den Krieg angeht haben Sie vollkommen Recht. "Im Westen nichts neues" ist ein wirklich brilliantes Buch.
gäbe es dann für alle, die sich das bisher antun mussten, eine Entschädigung - für Verdienstentgang, menschl. Entwürdigungen, Diskriminierungen, psych. u. physischen Peinigungen udgl. ? - nur so eine Frage….
weil es dann für die Parteien einfacher ist "Stimmung zu machen". Außerdem laufen die Politiker Gefahr, dass wenn sie aufklären, ihre eigenen, vermeintlichen Argumente der Lächerlichkeit preis geben.
Alle die sich auch nur minimal mit der Forschung beschäftigen wissen dass ein Berufsheer deutlich billiger ist.
Beispiel 1: http://www.gudrun-biffl.priv.at/fileadmin... ENHEER.PDF
Beispiel 2: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.11... x/abstract
ALLE ernstzunehmenden Studien kommen zu diesem Ergebnis. Nur politnahe Pseudostudien von Nichtwissenschaftlern kommen manchmal zum gegenteiligen Ergebnis.
Ich kann unmöglich mit der jetzigen Info abstimmen gehen. Es sind noch sooooo viele Fragen die unbeantwortet sind. Das geht vom neu erfundenen Kollektivvertrag für Wehreinsetzler bis hin zum Material und bis hin zum Verfassungseintrag.
na geh, ist es besser weiterhin sinnlos zeit und geld für ein sinnlos gewordenes heer von wehrpflichtigen auszugeben ? da braucht man nicht weiter nachdenken
abschaffen, berufsheer einsetzen und ein freiwilliges sozialjahr mit ordentlicher bezahlung einführen.
warum soll man die sesself...zenden altmilitärs noch weiter durchfüttern?
Ich brauch dagegen keine zusätzliche Propaganda. Dass die Wehrplicht überholt und sicherheitspolitisch nutzlos ist, ist klar, ebenso die Zusatzkosten für überflüssige Sesselkleber im Fall des Wechsels, die aber nur 1x anfallen - im Fall des Nichtwechsels aber laufend und für immer.
Also ich habe mich einfach darüber informiert, wie das andere Ländern machten, welche Schwierigkeiten sie hatten... usw. Der Wikipedia Artikel über die Wehrpflicht (allerdings auf Englisch) hat auch dazu beigetragen, mir eine Meinung zu bilden. Ein bisschen die Geschichte bemühen schadet nicht.
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