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Die Deutsche Telekom setzt künftig auf superschnelle Netze und das mobile Internet. Bei Investitionen erhöht der Konzern die Schlagzahl, kürzt aber die Dividende. Die Strategie von Konzernchef Obermann kommt an der Börse nicht gut an.
Mehr investieren - weniger ausschütten: Telekom-Chef Rene Obermann hat kaum Alternativen, um den Bonner Riesen für den Wettbewerb und das künftige Geschäft fit zu machen. "Jetzt ist die Zeit, in moderne Netze und neue Netze zu investieren", umschreibt er die vor ihm liegenden Aufgaben. Doch wenn auf der einen Seite mehr Geld fließen soll, muss auf der anderen eingespart werden. Diesmal sind es vor allem die Aktionäre, die für den eingeschlagenen Kurs bluten müssen. Für die Jahre 2013 und 2014 wird die Dividende um 20 Cent auf 50 Cent je Aktie gekürzt.
Dass der Konzern mit den freiwerdenden Mitteln in ein Zukunftsgeschäft investieren und künftige Dividenden absichern will, kann die Anleger kaum trösten. Die Quittung für seine Ankündigungen auf dem Investorentag des Unternehmens erhielt der Vorstand prompt am Freitag. An der Börse gehörte das Papier zum Handelsauftakt mit Verlusten von mehr als drei Prozent zum klaren Verlierer im Dax. Die Kürzung sei enttäuschend, hieß es. Aber gleichzeitig füllt sich die Konzernkasse zusätzlich mit Geld.
Diese Mittel benötigt das Unternehmen dringend, wenn es seine Investitionsziele in den kommenden Jahren umsetzen will. Allein für 2013 seien fast 10 Mrd. Euro eingeplant, bis Ende 2015 sind es fast 30 Mrd. Euro. Obermann will nicht kleckern, er will klotzen. Der Manager weiß nur zu gut, dass es in der Telekom-Branche eine große Knappheit gibt - die Netzkapazitäten und Bandbreiten. Und die werden gebraucht für das steigende Datenvolumen im mobilen Internet, dem Wachstumstreiber des Konzerns.
Vor allem auf den wichtigsten Märkten will die Telekom den Ausbau sicherstellen, um im Wettbewerb künftig weiter vorne mitspielen zu können oder gar als Primus voranzugehen. Das sind der Heimatmarkt und die USA. Dabei spricht Obermann von Herausforderungen wie der schwierigen konjunkturellen Situation in vielen europäischen Ländern, dem enormen Preisdruck und von neuen Wettbewerbern. Vor allem sind es die Kabelnetzbetreiber, die nicht reguliert und mit preisaggressiven Angeboten zur Telefonie, zum Internet und TV die Telekom herausfordern.
Fühlte sich Obermann lange Zeit von der Bundesnetzagentur und den europäischen Aufsichtsbehörden falsch verstanden, sieht er inzwischen einen Richtungswechsel in der Regulierungspolitik. Die Voraussetzungen für Investitionen seien besser geworden, glaubt er. Deshalb räume die Telekom Investitionen in Wachstum größeren Raum ein und kürze die Dividende.
In Deutschland sind es vor allem die Infrastruktur des Festnetzes mit Glasfaser und dem sogenannten Vectoring. Letzteres ist eine neue Technik, die die Datenübertragung auf der letzten Meile zum Endkunden noch schneller macht. Kombiniert mit der LTE-Technik im Mobilfunk könnten Geschwindigkeiten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde möglich werden. Sechs Mrd. Euro will die Telekom von 2013 bis 2020 in den Ausbau investieren. Doch die Wettbewerber beäugen Vectoring kritisch: Sie befürchten, die Telekom wolle nur ihre Marktdominanz zementieren.
Für das US-Geschäft, in das der Konzern ebenfalls stark investieren wird, deutet sich ein Umschwung an. Mit seinem neuen Partner MetroPCS und einer neuen Vereinbarung über die Vermarktung von Apple-Geräten könnte die Telekom den Stillstand überwinden. Zwar ist die Fusion mit MetroPCS noch nicht perfekt, aber der Vorstand zeigt sich zuversichtlich, dass dies im ersten Halbjahr 2013 geschehen wird.
Und dann noch das iPhone als Sahnehäubchen: Lange Zeit hatte das Kulthandy, das in den T-Mobile-Shops in den USA fehlte, wesentlich dazu beigetragen, dass viele Kunden dem Unternehmen den Rücken kehrten. Über den Startschuss in 2013 hat Apple der Telekom Sprechverbot erteilt. Finanzchef Höttges zeigt sich trotzdem zufrieden: Die Vereinbarung "gibt uns die Chance, das Geld, das wir investieren, auch zurückzuverdienen".(APA, 07.12. 2012)
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