EU-Kommission verteidigt europäische Flüchtlingspolitik

7. Dezember 2012, 17:24

Amnesty International meinte zuvor: Gemeinschaft wird eigenen Ansprüchen nicht gerecht

Brüssel - Der Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat in Brüssel die europäische Flüchtlingspolitik gegen Kritik von Amnesty Interneational verteidigt. Wenige Tage vor der Entgegennahme des Friedensnobelpreises hatte die Menschenrechtsorganisation die Europäische Union wegen ihres Umgangs mit Flüchtlingen heftig kritisiert. Die EU werde ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht, so Amnesty.

Die absoluten Zahlen zeigten, dass die EU schon vielen Menschen Schutz gewährt und ein neues Leben ermöglicht habe, sagte der EU-Sprecher. "Ich denke, Europa kann stolz darauf sein", fügte er hinzu. Dennoch gebe es in manchen Ländern noch Verbesserungsbedarf, weshalb die EU an einer Vereinheitlichung ihrer Asylpolitik arbeite.

Kritik auch aus Russland

Russland hatte die EU in einem am Donnerstag vorgelegten, 70-seitigen Menschenrechtsbericht kritisiert. Zu beobachten seien "zunehmende Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Neonazismus sowie die Einschränkung von Minderheitenrechten", heißt es darin.

Der EU wird am Montag, dem weltweiten Tag der Menschenrechte, der Friedensnobelpreis verliehen. Im Vorfeld der Zeremonie forderte der deutsche Ableger des Schriftstellerverbands PEN die EU sowie die Könige von Schweden und Norwegen auf, bei der Verleihung die Freilassung des chinesischen Schriftstellers Liu Xiaobo zu fordern. Der Preisträger von 2010 war 2009 wegen Untergrabung der Staatsgewalt in China zu elf Jahren Haft verurteilt worden. (APA, 07.12.2012)

Share if you care
4 Postings
Zutreffende Beobachtung und Analyse:

Zu beobachten sind zunehmende Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Neonazismus sowie die Einschränkung von Minderheitenrechten.
Wo? In der Russländischen Föderation.
Betroffene? In der Regel Nordkaukasier und sonstige Zentralasiaten, auch gemeinhin als "Schwarze" bezeichnet.
Gelegentliche "Kollateralschäden" unter journalistischen Existenzen, die es wagen, darüber auch zu berichten.
Das ist die Lage unter den "Kritikern" aus Moskau, die bei der Suche nach Splittern anderswo den Balken im eigenen Auge nicht wahrnehmen wollen ....

Sarkasmus pur - Kritik aus RUS

"Russland hatte die EU in einem am Donnerstag vorgelegten, 70-seitigen Menschenrechtsbericht kritisiert."
Das nenne ich mal äußerst kreativ und gewagt von den Genossen in Moskau...

Wir sind um nichts besser als Russland

..., nur einfältiger. Die EU schickt an ihren Grenzen (bzw. davor) jeden Tag Menschen in den Tod, ist verantwortlich für die Ausbeutung von Arbeitskräften und Bodenschätzen und unfassbare Umweltzerstörung in der Dritten Welt und dafür, dass Unternehmen wie Nestle uns über chemisch verseuchte Nahrungsmittel vergiften dürfen, und sie missachtet sowohl unsere Menschenrechte sowie jene der Menschen, die nicht zufällig in der reichen EU geboren wurden.

Der Friedensnobelpreis für die EU (!!!!) ist purer Zynismus, genausogut können wir ihn an die Neonazis, den Iran, Syrien oder China verleihen!

Wie tief sind diejenigen gesunken, die DAS zu verantworten haben!

Den Ansprüchen nicht gerecht?

Die Frage ist hier nur: welchen Ansprüchen werden sie nicht gerecht? Den Ansprüchen der Zuwanderer oder den Ansprüchen der EU-Bürger?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.