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Bremen - Die israelische Historikerin Yfaat Weiss ist mit dem Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken geehrt worden. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde der 1962 in Haifa geborenen Autorin am Freitagabend im Bremer Rathaus überreicht. Nüchtern wie akribisch rekonstruiere Yfaat Weiss den Verlauf von Enteignungen, Vertreibungen und Inbesitznahmen in Israel und ihre Auswirkungen auf das kollektive Gedächtnis der verschiedenen Gruppen, urteilte eine internationale Jury. Ihre Studien zu Vertreibung und Erinnerung hätten nicht nur in Israel Aufmerksamkeit erregt.
Die deutsche Übersetzung ihres Buches "Verdrängte Nachbarn. Wadi Salib - Haifas enteignete Erinnerung" ist in diesem Jahr erschienen. Darin schildert Weiss die Vertreibung arabischer Einwohner während des Krieges 1948 und die Proteste marokkanischer Juden 1959 in Wadi Salib, dem ehemaligen Armenviertel Haifas. Die Historikerin ist Professorin am Fachbereich für jüdische Geschichte und zeitgenössisches Judentum an der Hebräischen Universität in Jerusalem und leitete von 2008 bis 2011 unter anderem die dortige Fakultät für Geschichte.
Der Preis ist nach der aus Hannover stammenden deutsch-jüdischen Denkerin Hannah Arendt (1906-1975) benannt. Er wird seit 1995 von der Hansestadt Bremen und der Heinrich Böll Stiftung jährlich vergeben. 2011 ging der Preis an den Schriftsteller Navid Kermani. (APA/red, derStandard.at, 7. 12. 2012)
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