ORF-TV-Direktorin Zechner: "Es gibt keine Auseinandersetzung"

7. Dezember 2012, 17:10
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Spekulationen um Rückzug und Machtkampf "vorgremiales Getöse" - "Gesunde Landung" am Mittwoch - "Sicher keine Krise" bei neuer "ZiB 20"

ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner weist Spekulationen über einen möglichen Rückzug aus ihrer Funktion und einen Machtkampf innerhalb der ORF-Geschäftsführung zurück. "Es gibt keine Auseinandersetzung. Weder zwischen Generaldirektor, Kaufmännischem Direktor noch mir. Das ist klassisches, vorgremiales Getöse. Sichtbar dadurch, dass es anonymisiert wird. Der enge Zusammenhalt der ORF-Geschäftsführung ist untypisch und vielleicht von vielen Seiten nicht gewollt", sagte Zechner dem "Kurier" (Samstagsausgabe).

Die Tageszeitung "Österreich" hatte zuvor von heftiger Kritik von ORF-Stiftungsräten an Zechner berichtet. Von Programmflops, Fehlentscheidungen und Chaos war dabei die Rede. Einen Schaukampf, der von den Diskussionen um ORF-Finanzplan und Finanzvorschau ablenken soll, vermuteten manche im ORF hinter den Attacken auf Zechner. Der ORF-Stiftungsrat und seine Ausschüsse tagen in der kommenden Woche, einer der Hauptpunkte ist dabei die Genehmigung des ORF-Finanzplans für 2013.

Österreiche Produktionen

Im "Kurier" weist Zechner Kritik an den jüngsten Programminnovationen zurück. Ziel sei es, das TV-Programm nach und nach mit österreichischen Produktionen umzustellen. "Schritt für Schritt deswegen, weil wir unter einem enormen Finanzdruck stehen. Die Vorgaben sind hart und werden gemeinsam von uns drei in der Geschäftsführung erfüllt. Insofern ist das, was unsere Sendungsteams unter den engen Vorgaben für 2012 für das österreichische Publikum geschafft haben, enorm", erklärte Zeichner.

Der neue Mittwoch auf ORF eins liege "nach nur drei Monaten auf dem Sendeplatzschnitt, der vorher mit Champions League und/oder internationalen Serien erreicht wurde. Das halte ich für ausbaufähig, ist aber eine gesunde Landung", so die Fernsehdirektorin. Es gebe jedenfalls den Ehrgeiz, die Eigenproduktionsdichte am Mittwoch weiterzubetreiben. "Und in einem Jahr werden wir Resümee ziehen, ob die Schiene von unserem Publikum ausreichend angenommen wurde oder nicht."

Die neue "ZiB 20"

Dass es bei den Vorbereitungen der neuen und verlängerten "ZiB 20" drunter und drüber gehen soll, kann Zechner nicht nachvollziehen. "Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und hoch professionell. Das Projekt steht und wird am Montag dem Geschäftsführer zur Freigabe vorgelegt. Der Druck ist hoch, weil wir mit engen finanziellen Mitteln und ambitionierten Zeitvorgaben arbeiten müssen. Es ist anstrengend und herausfordernd, aber sicher keine Krise."

Auch ein Aneinandergeraten mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz rund um die Entscheidung, wer Hannelore Veit als "ZiB"-Moderatorin folgt, weist Zechner zurück. Die TV-Direktorin forcierte Nadja Bernhard. "Es ist offenbar für Beobachter ungewohnt, dass es einen Diskurs ohne Streit in diesem Haus gibt. Es ist meine Zuständigkeit und die vom Chefredakteur. Wir haben das Casting veranstaltet, haben diskutiert, was die bestmögliche und professionellste Variante ist, und nachdem ich einen kooperativen Stil habe, habe ich das natürlich auch mit dem Generaldirektor besprochen und diskutiert. Aber offenbar ist es in diesem Land ungewohnt, dass etwas so zügig und ohne Wellen passiert. Ergo müssen Wellen erfunden werden", so Zechner. (APA, 7.12.2012)

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    ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner:"Es ist offenbar für Beobachter ungewohnt, dass es einen Diskurs ohne Streit in diesem Haus gibt."

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