Verdacht auf Selbstmord von Krankenschwester aus Herzogin Kates Spital

8. Dezember 2012, 09:20
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Schwester war auf Telefonstreich eines Radiosenders hineingefallen - Vorwürfe gegen Radiomoderatoren: "Schämt euch!"

Einen Tag nach der Entlassung von Herzogin Kate aus dem King Edward VII Hospital ist eine Krankenschwester tot aufgefunden worden. Laut BBC-Online handelt es sich um Jacintha S. - jene Schwester, die am Mittwoch Opfer eines Telefonstreichs eines australischen Radiosenders geworden war. Eine Moderatorin hatte sich dabei als Queen Elizabeth II ausgegeben und verlangt, dass sie zu Kate durchgestellt werde. Dadurch waren Details über den gesundheitlichen Zustand der Herzogin weitergegeben worden, die in der Radio-Show gesendet wurden - derStandard.at berichtete.

Wie die Online-Ausgaben des Guardian und von CNN melden, hat die Krankenschwester möglicherweise Selbstmord begangen. Die Polizei in London hat dazu noch keine Informationen veröffentlicht, aber den Tod von S. bestätigt. Die Untersuchungen dazu würden noch laufen

Keine Disziplinarmaßnahmen

Auch das Krankenhaus hat sich zu dem Vorfall geäußert: "Wir bestätigen, dass Jacintha unlängst Opfer eines Telefonstreichs wurde." Ebenso wurde mitgeteilt, dass deswegen keine Disziplinarmaßnahmen gegen S. ausgesprochen worden waren.

Prinz William und seine Frau Kate haben sich in einem Statement schwer erschüttert über den Tod gezeigt. Die Herzogin sei von allen Mitarbeitern "zu jeder Zeit so außerordentlich gut betreut worden", hieß es aus dem Büro von William.

Anruf nur weitergeleitet

Laut Peter Hunt, Königshaus-Korrespondent bei BBC, hatte S. am Mittwoch das Telefonat entgegengenommen und an die zuständige Stationsschwester weitergeleitet. S. selbst habe keine Auskünfte über den Zustand von Kate weitergegeben, sondern nur auf den Anruf reagiert, weil die Rezeption um 5:30 morgens nicht besetzt gewesen war. 

Radiomoderatoren bis auf Weiteres nicht mehr auf Sendung

Die verantwortlichen Radiomoderatoren haben sich schockiert über den Tod der Krankenschwester gezeigt. Mel Greig und Michael Christian seien "zutiefst schockiert" über den Tod von Jacintha Saldanha, teilten das Medienunternehmen SCA und der Sender 2Day FM aus Sydney am Samstag auf ihrer Facebook-Seite mit. Die Moderatoren würden "aus Respekt für das, was nur als Tragödie bezeichnet werden kann, bis auf Weiteres nicht mehr die Radiosendung moderieren".

In der Stellungnahme bekundeten der Sender und das Medienunternehmen ihr "tiefes Mitgefühl" mit der Familie der Krankenschwester, die seit vier Jahren im König-Edward-VII.-Krankenhaus gearbeitet hatte. 

"Blut an den Händen"

Bis Samstagmorgen australischer Zeit standen mehr als 8300 Kommentare zu dem Telefonstreich auf der Facebook-Seite von 2Day FM. In ihnen hieß es, Greig und Christian trügen "Blut an den Händen". Einige erinnerten an den tragischen Unfalltod der stets von Reportern verfolgten Mutter von Prinz William. Offenbar hätten die Medien aus Prinzessin Dianas Tod von 1997 keine Lehren gezogen, hieß es in einem Kommentar. "Eine britische Krankenschwester ist für ein paar billige Lacher gestorben", hieß es in einem anderen Eintrag. "Schämt Euch!" (APA/red, derStandard.at, 8.12.2012)

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    Polizisten vor dem King Edward VII Hospital, nachdem der Tod von Jacintha S. bekannt geworden war.

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