Tödlicher Schussunfall führte zu Drogenring in Oberösterreich

7. Dezember 2012, 15:12
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Suchtgift um 4,5 Millionen Euro verkauft, sechs Personen in Haft

Linz/Wels/Berlin - Die Polizei in Oberösterreich hat einen Drogenring zerschlagen, der Cannabis, Speed und Kokain im Wert von rund 4,5 Millionen Euro aus Südamerika importiert und in Österreich sowie Deutschland verkauft haben soll. Sechs Personen sind in Haft. Auf die Spur der Gruppe kamen die Kriminalisten durch einen tödlichen Schussunfall bei einem Einbruch. Das teilte die Pressestelle der Polizei Oberösterreich mit.

Am 17. November des Vorjahres wurde ein 31-jähriger Kosovo-Albaner mit einer Schusswunde ins Landeskrankenhaus Wels eingeliefert, wo er trotz Notoperation starb. Die Ermittlungen zu dem Fall ergaben, dass der Mann sich die Verletzung bei einem Einbruch im Bezirk Wels-Land zugezogen hatte. Gemeinsam mit einem 35-jährigen Landsmann hatte er damals einen Tresor aufgebrochen. Sein Komplize hatte dabei mit einer Waffe hantiert, wobei sich ein Schuss gelöst und beide Männer getroffen hatte. Während der Schütze nur leicht verletzt wurde, endete der Vorfall für den anderen tödlich.

Bei Durchsuchung auf Drogen gestoßen

Als die Polizei den 35-Jährigen, der bei einem Bekannten in Linz untergetaucht war, festnahm, fand sie in den Räumlichkeiten Drogen samt Zubehör. Zudem wurden verdächtige Schriftstücke entdeckt, die auf Überweisungen und Reisen nach Kolumbien hindeuteten. Es stellte sich heraus, dass die Kriminalisten durch Zufall einem Suchtgiftring auf die Spur gekommen waren. Die Gruppe schmuggelte Drogen von Südamerika über Spanien und die Niederlande nach Österreich und verkaufte sie hier sowie in Deutschland.

Mittlerweile wurde ein 45-jähriger Österreicher als Anführer ausgeforscht. Er leitete eine arbeitsteilig strukturierte Gruppe, warb Suchtmittelkuriere an und organisierte deren Tätigkeit. Insgesamt wurden sechs Verdächtige festgenommen - darunter auch der Einbrecher, der den tödlichen Schussunfall zu verantworten hatte. Er war ebenfalls Teil des Drogenrings. Die Täter wurden bereits zu Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren verurteilt, so die Polizei. (APA, 7.12.2012)

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