Kontrollamtsbericht kommt nächste Woche

7. Dezember 2012, 13:26
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Wurde 2011 einhellig von sämtlichen Gemeinderatsfraktionen beantragt

Wien - Im Frühjahr 2011 wurde er beschlossen, kommende Woche wird er vorliegen: der Kontrollamtsbericht in Sachen Kunsthalle. Die Prüfung war nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den damaligen Direktor Gerald Matt im Wiener Gemeinderat beantragt worden - mit Zustimmung aller Parteien. Auch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) hatte damals betont, an einer "lückenlosen Aufklärung" interessiert zu sein. Am Donnerstag (13. Dezember) wird der Bericht nun veröffentlicht.

Das Kontrollamt wurde aufgefordert, die Gebarung der Kunsthalle im Hinblick auf die widmungsgemäße Verwendung der städtischen Fördermittel unter die Lupe nehmen, wie es hieß. Die Nachforschungen erfolgten dabei keineswegs routinemäßig, sondern aufgrund einer Reihe von Vorwürfen gegen den - inzwischen ehemaligen - Chef der Kunsthalle, Gerald Matt. Dieser hat übrigens stets versichert, dass die Liste der Vorhaltungen "so lang wie falsch" sei.

Im Frühjahr 2012 ist er trotzdem zurückgetreten. Diesen Schritt begründete er mit der internen Neuorganisation im Haus - konkret damit, dass er der geplanten Trennung zwischen kaufmännischer und künstlerischer Leitung nicht zustimme. Sie würde seine bisherigen vertraglichen Kompetenzen der Gesamtleitung auf eine rein künstlerische Verantwortung reduzieren, hieß es damals.

Gegen Matt war unter anderem ins Treffen geführt worden, dass er Mitarbeiter der Kunsthalle für einen privaten Auftrag eingesetzt hatte. Auch für drei von ihm kuratierte Ausstellungen in New York soll er dies getan haben. Wenig später wurden Vorwürfe laut, Matt habe versucht, ausländische Sponsoren zu gewinnen, indem ihnen österreichische Staatsbürgerschaften in Aussicht gestellt wurden. Dies brachte Matt auch eine Anzeige bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft ein, deren Ergebnis ebenfalls bald vorliegen soll.

Weiters war damals bekannt geworden, dass die Auflage des Matt-Buches "Österreichs Kunst der 60er Jahre" eingestampft und neu gedruckt werden muss. Bernhard Böhler hatte die Autorenschaft für ein Interview mit Alfred Hrdlicka urgiert, die im Buch Matt zugeschrieben wurde. Auch hohe Spesenabrechnungen und angeblich frisierte Besucherzahlen sowie mutmaßliche Verrechnungen privater Dienstleistungen über die Kunsthalle werden Matt zur Last gelegt. (APA, 7.12.2012)

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