OMV verhandelt mit RWE über Nabucco-Anteil

7. Dezember 2012, 13:00
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Der deutsche Energiekonzern will sich aus dem Rumpf-Projekt "Nabucco West" zurückziehen. OMV braucht Pipeline-Entscheidung erst 2015

Wien - Beim einstigen Prestigeprojekt "Nabucco" kämpft die OMV ein Rückzugsgefecht. Nun will sich der deutsche Energiekonzern RWE aus dem Rumpf-Projekt "Nabucco West" zurückziehen - man verhandle mit den Deutschen über die Übernahme ihrer 17-Prozent-Beteiligung an dem Gaspipeline-Projekt, bestätigte OMV-Chef Gerhard Roiss.

Man werde die RWE-Anteile allerdings nicht auf Dauer übernehmen, sagte Roiss, die Zusammensetzung des Nabucco-Konsortiums werde sich noch stark ändern.

Interesse "rein kommerziell"

Das ursprüngliche Pipeline-Projekt, das Gas aus dem kaspischen Raum nach Europa bringen sollte, bezeichnet Roiss heute als "politische Pipeline", während das nun als "Nabucco West" bezeichnete kleinere Projekt eine "kommerzielle Pipeline" sei.

"Unser Interesse gilt rein kommerziell Nabucco West", sagte Roiss. "Das ist unabhängig davon, ob jetzt einer rausgeht oder reingeht. Die Teilhaber an Nabucco West, wann immer die gebaut wird, werden die Länder und Unternehmen sein, die eigenes Gas haben und durch diese Leitung transportieren wollen."

Welche Pipeline die Mitglieder des Shah-Deniz-Konsortiums für den Transport ihres Gases zu ihren Kunden wählen werden, "ist deren Entscheidung", so Roiss. Wenn die Nabucco von anderen gebraucht werde, sei die OMV bereit, sich daran zu beteiligen. "Für mich als OMV ist der Zeitpunkt relevant, wann wir unser Gas haben, das wird 14/15 sein." Die OMV brauche Nabucco West, aber nur mit eigenem Gas aus dem Schwarzen Meer. (APA, 7.12.2012)

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