Pendlerhilfe für Öffi- Nutzer und Teilzeitkräfte

7. Dezember 2012, 13:32

Zu den bestehenden Steuerfreibeträgen soll es pro Kilometer einen Euro geben, auch für Öffi-Nutzer unter 20 Kilometern gibt es eine Förderung

Wien - Die ÖVP hat am Freitag eine Einigung mit dem Koalitionspartner SPÖ in Sachen Pendlerpauschale verkündet. Von einer finalen Einigung will die SPÖ zwar noch nicht sprechen, bis zum Ministerrat am Dienstag erwartet man laut Staatssekretär Josef Ostermayer aber einen erfolgreichen Abschluss: "Wir sind in der letzten Abstimmung der Gesetzestexte", sagte er und zeigt sich mit dem Erreichten auch zufrieden und sieht zahlreiche SPÖ-Ideen verwirklicht.

Künftig soll es zusätzlich zu den bestehenden Steuerfreibeträgen pro gefahrenen Kilometer einen Euro für die Bezieher geben - und zwar direkt ausbezahlt, erklärten ÖAAB-Obfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Generalsekretär, ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger zuvor. Bezieher von kleinen Einkommen sollen insofern profitieren, als ab Jänner 2013 auch Teilzeitkräfte die Pendlerpauschale beziehen können. Außerdem soll der sogenannte "Pendlerzuschlag" für Wenigverdiener von derzeit maximal 141 auf bis zu 290 Euro pro Jahr erhöht werden.

Mit diesen Verbesserungen für Kleinverdiener sieht Mikl-Leitner auch die Forderung von SPÖ-Chef Werner Faymann in der "Kronen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) nach einer Besserstellung von Beziehern kleiner Einkommen erfüllt. "Wir sind mit dem Koalitionspartner einig", der Beschluss werde bereits im Ministerrat am kommenden Dienstag fallen, sagte sie. Im Parlament soll die Neuerung im Februar beschlossen werden und rückwirkend mit 1. Jänner 2013 gelten.

Große Pendlerpauschale bleibt

Im Grundsatz bleibt alles wie gehabt: Die "große Pendlerpauschale" erhalten weiterhin diejenigen, deren Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar ist oder wenn deren Benutzung (wegen einer Behinderung oder besonders langer Fahrdauer) nicht zumutbar ist. Der Steuerfreibetrag (brutto) beträgt hier zwischen 372 Euro und maximal 3.672 Euro. Hier sieht Staatssekretär Ostermayer den einzig offenen Punkt in den Lockerungen bei den Zumutbarkeitsregeln, die festlegen, ab wann man das "große" Pendlerpauschale für die Pkw-Nutzung bekommt. Diesen Punkt habe man noch überhaupt nicht besprochen. Er gehe aber davon aus, dass diese Fragen in der Koordinierungssitzung der Regierungsparteien "enderledigt" werden können.

Die "kleine" Pauschale bekommen Öffi-Nutzer ab 20 km; dieser Freibetrag liegt zwischen 696 und maximal 2.016 Euro. Die Neuerung: Künftig bekommt man als Bezieher einer der Pauschalen pro gefahrenem Kilometer einen Euro dazu - und zwar als direkte Auszahlung über das Finanzamt (und nicht als Erhöhung des Freibetrages) - ein "Direktzuschuss", wie Mikl-Leitner sagte. Für 30 km einfache Wegstrecke gibt es beispielsweise pro Jahr 60 Euro in Cash. Deckelung nach oben wird es dabei keine geben.

Eine deutliche Verbesserung soll es für Teilzeitpendler geben: Bisher konnten diese erst ab elf "Pendel-Tagen" Anspruch auf die Förder-Mittel erheben, das "ist gefallen", so die Innenministerin. Künftig bekommen schon jene, die einmal in der Woche pendeln, eine Förderung, und zwar ein Drittel der Pendlerpauschale. Wer zweimal pendelt, bekommt zwei Drittel und ab drei Mal hat man Anspruch auf die volle Pauschale.

Pendel-Zuschlag wird erhöht

Der sogenannte "Pendel-Zuschlag" für jene, die aufgrund ihres geringen Einkommens keine Steuern zahlen, wird erhöht. Diese Negativsteuer ist abhängig von der einbezahlten Sozialversicherungsabgabe. Machte diese bisher 15 Prozent der SV-Beiträge aus, so soll diese Förderung künftig 18 Prozent der SV-Beiträge ausmachen. Der maximale jährliche Betrag wird von 141 Euro auf 290 Euro ausgeweitet.

Gelockert werden sollen auch die "Zumutbarkeitsbestimmungen": Die "große" Pauschale bekommt derzeit nur, wenn die Autofahrt deutlich kürzer dauert als jene mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (laut Wöginger etwa, wenn die Autofahrt 30 Minuten, die Öffi-Fahrt aber 90 Minuten in Anspruch nimmt). Der Abstand zwischen der Fahrtzeit mit Öffis und Pkw für den Bezug soll verringert werden, so Wöginger.

Auch für Öffi-Nutzer unter 20 Kilometern gibt es künftig eine Förderung: Das sogenannte "Jobticket" können Arbeitgeber auf freiwilliger Basis ausstellen - etwa eine Jahreskarte für die Arbeitnehmer. Der Vorteil: Dieser Betrag ist von Lohnsteuer und Sozialversicherung befreit, die Arbeitgeber können die Ausgabe absetzen. Ein Ticket wird also billiger.

Mikl-Leitner sprach von der "größten Reform seit der Einführung der Pauschale vor 25 Jahren. Kosten wird das Projekt rund 150 Mio. Euro zusätzlich (2013), insgesamt wird sich die Pendler-Förderung kommendes Jahr mit rund 530 Mio. Euro im Budget niederschlagen.

AK ist zufrieden

Erfreut reagierte die Arbeiterkammer: Die nun von den Regierungsparteien verhandelte Reform erfülle einige der von der AK geforderten Eckpunkte, erklärt AK-Präsident Herbert Tumpel in einer Aussendung. "Ein wichtiger Schritt, der den Pendlerinnen und Pendlern hilft", so der Präsident. Er bedauerte allerdings, dass der Freibetrag "nicht komplett in einen Absetzbetrag umgewandelt wird". Mit dem kilometerabhängigen Fixbetrag werde den Pendlern aber eine "zusätzliche Stütze gegeben, die unabhängig von Einkommen für alle gleich wirkt", so Tumpel. (APA, 7.12.2012)

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Ich finde es fatal, daß die immer stärker zunehmnde Zersiedlung mit Mitteln der Allgemeinheit auch noch gefördert wird.

Ohne Steuerberater

... werde ich es in Zukunft vermutlich nicht mehr schaffen die Pendlerpauschale zu beantragen.

Ein bereits überkomplexes System wurde nochmals verkompliziert. Von den horrenden Schulden und dem 2013 ohnehin drohenden Budgetloch reden wir erst gar nicht. Hauptsache, jeder Pendler kriegt seinen Euro.

Irgendwie tickt diese Regierung nicht mehr richtig. Aber bereits 2013 können wir diese Dilettanten auf die Ersatzbank schicken. Wahltag ist Zahltag!

Ich zahle für eine Jahreskarte 1.400€, das Land ersetzt mir 20% (280€), das Finanzamt 800€, und nächstes Jahr krieg ich für 2x85 km noch 170€ dazu. Die Jahreskarte kostet mich letztlich also läppische 150 €. Soll mir recht sein, trotzdem finde ich das zuviel an Förderung.
(Übrigens: Wäre ich Wochenpendler, würde mich das Pendeln 950 € im Jahr kosten!)

Ich denke nicht, dass die Rechnung aufgeht. Soweit bisher berichtet, gibt es 1 EUR pro Kilometer der EINFACHEN Wegstrecke, also nur 1x85 EUR.
Ad Länderförderungen: ohne alle in Österreich zu kennen, bei denen, die mir bekannt sind, ist es immer an Einkommensgrenzen gebunden, es werden also nur kleinere bis durchschnittliche Einkommen unterstützt, darüber gibt es keinen Cent.
Ich bekomme derzeit rund 60% meiner tatsächlichen Fahrtkosten über die Pendlerpauschale ersetzt, nächstes Jahr wären es dann rund 66%.

Ich sehe gerade, im Standard-Artikel steht doch wirklich das Zitat mit 30km = 60 eur. In anderen Quellen steht einfache Wegstrecke....

Wahlzuckerl auf Pump!

Österreich muss Griechenland werden!

Die Regierungsparteien empfehlen sich als UNWÄHLBAR.

das mit dem jobticket...

ist vollkommen unklar.
soll der arbeitgeber die kosten tragen?
wenn ja, wird das wohl keiner machen.

passt auch gar nicht zum linzer model des jobtickets. hier zahlt der arbeitgeber 2 euro pro mitarbeiter dafür bekommt der mitarbeiter dann eine jahreskarte statt um € 365,00 um € 232,80. mein arbeitgeber zahlt die läpischen 2 euro natürlich nicht.

darfs...

a bißl komplizierter sein?

das ist verwaltungsreform pur. komplizierte regelungen damit die verwaltung a bißl arbeit hat....

mit diesem modell wird es weiterhin attraktiv bleiben, ein haus im grünen zu haben und mit dem auto zur arbeit zu fahren. stadtbewohner profitieren davon kaum, die bekommen lediglich den ganzen berufsverkehr zu spüren. klar, wenn ich möglichst ruhig wohnen will, dann brauch ich ein auto, weil mit bus und bahn komm ich nicht so schnell nach nirgendwo.
statt dass die öffis attraktiver gemacht werden, werden also weiterhin der individualverkehr sowie die zersiedelung und die damit verbundenen probleme subventioniert.

Mit wievielen Milliarden werden Bahn, Bus, Tram und U-Bahn von uns allen subventioniert? Alleine diese perverse U-Bahn Steuer regt mich auf. Fahr nie, zahl trotzdem.

Auf der anderen Seite zahlen wir uns die Mobilität selber, haben tausende Euro im Jahr Steuern zu zahlen, und die Gemeindebauheinis regen sich vom Fensterbrett drüber auf.

Btw: Für die zahl ich ja auch mit, bei den geringen Mieten....

ich glaub kaum dass ein autofahrer die strassen die er benutzt selbst bezahlt. wenn man wirklich gegeneinander aufrechnen will, dann bitte richtig.

und da gehts nicht nur um die direkten kosten, sondern auch um den schadstoffausstoss. die lebensqualität in städten würde sicherlich steigen, wenn nicht jeder mit dem auto zur arbeit fahren würde.

im Steuerrecht spricht man von das Pauschale nicht die Pauschale.

Es ist zum heulen, während meine Uni langsam vor die Hunde geht (TU Wien) und die Notaufnahmen selbst in den größten Krankenhäusern fast nicht mehr in der Lage sind alle Notfälle zu behandeln, subventionieren wir hier einen ökologisch und ökonomisch katastrophalen Lebensstil mit bis zu 3600€ pro Nase.
Die selben Leute die mit dem SUV täglich nach Wien fahren schreien dann oft am lautesten nach Studiengebühren und Kürzung der Sozialleistungen von Migranten. Kenne ein paar von der Sorte...

Bitte bei der Wahrheit bleiben

Hier werden Ihre Uni-Mrd vergraben und vernichtet
http://diepresse.com/home/wirt... e/index.do

Die PP ist erstens nur ein Pipifax, und zweitens zahle ich für den PKW ohnehin alleine für das Pendeln das Vielfache an Steuern als ich PP bekomme.

Die PP ist max. eine kleine Refundierung von zu Unrecht viel zu viel abgezockten PKW-Steuern

Bitte bei der Wahrheit bleiben

Hier werden Ihre Uni-Mrd vergraben und vernichtet

Mit 3600€ wird hier niemand subventioniert, weil das ein Freibetrag ist.

morgen verlege ich meinen wohnsitz nach sidney

einen euro pro kilometer!

Wegen 2000 Euro im Jahr ?

Dann also jetzt doch

Dann muss ich jetzt also doch im Wochenend-Bauernhof den Hauptwohnsitz anmelden, damit mir die Allgemeinheit die Betriebskosten dafür bezahlt.

Das ist ein Schritt in die komplett falsche Richtung.

Besser wäre ein degressives Modell.
Je mehr man verdient, um so weniger Pendlerpauschale sollte es geben, und ab mittleren Einkommen gar nichts mehr.

Die Pendlerpauschale dient zur pauschalen Ermittlung von Aufwänden.

Dass Mehrverdiener von Absetzbeträgen oder Ausgaben mehr profitieren ist nichts Neues.

Wenn der Anwalt im 1. Bezirk die Kosten seiner Luxuskanzlei geltend macht, spart er 50% Steuern. Der Würstelstandler vielleicht nur 36%. Das Gleiche gilt für Werbungskosten unselbständig Beschäftigter.

Warum das aber nur bei der Pendlerpauschal ein Problem ist, verstehe ich nicht. Da müßte man dann schon das ganze Steuersystem ändern (und eine Flat Tax, bei der sich das Problem nicht ergibt, wollen Sie ja nicht, oder?).

Ich verabscheue dieses scheinheilige

Wahlzuckerlgewerfe.

Glaubt irgendwer, dass wegen diesen Anbiederungsversuchen irgendjemand die SP oder die VP wählt, der es zuvor nicht getan hätte?

Wohl kaum. Das sind nur unnütze Geldverbrennungsmaßnahmen, die wir dann nicht mehr loswerden. Was bringt die beste Konsolidierung der Staatsfinanzen(nicht dass wir die hätten), wenn wir dann den vierfachen Gegenwert der Einsparungen verschleudern?

Gestern haben

schwachsinnige Medien wie Gratis-Verblödungszeitungen oder Unsinnsradiosender den ganzen Tag erzählt, es komme nun das kostenlose Jobticket, mit dem Öffifahren gratis werde. Innenministerin Mikl-Leitner war nicht in der Lage, in einem Interview klar auszudrücken, dass dieses Ticket keinesfalls gratis sein wird: Unternehmen können solche Tickets ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, ohne dass Lohnsteuer auf diesen Vorteil fällig wird, und sie können die Kosten zur Gänze von der Steuer absetzen. Bezahlen müssen die Unternehmen diese Tickets trotzdem. Nix mit gratis! Aber so klingt's halt besser.

über die kommunikation darf man sich beschweren,

aber so schlecht wie du das darstellst ist es auch wieder nicht,
fürs unternehmen ändert sich nichts, die arbeitnehmer erhalten eine wienerlinien-jahreskarte und stattdessen 365 euro weniger brutto-gehalt, was bei einem durchschnittsverdiener 186 euro netto weniger entspricht...
beim preis-/leistungsverhältnis von 186 euro für eine wienerlinien-jahreskarte ist das quasi eh "gratis"

Ein Schritt in die richtige Richtung

Nachdem diese Euros/Kilometer zusätzlich kommen und nachdem jetzt Teilzeitkräfte und Geringverdiener auch berücksichtigt werden, kann man aus meiner Sicht von einer gelungenen Reform sprechen. (Ich bin weder Mitglied der ÖVP-Zentrale noch der SPÖ-Zentrale, sondern sehe das als Normalbürger so!)

damit werden leute subventioniert, die jeden tag 50 km mit dem auto zur arbeit fahren. ökologisch und ökonomisch absolut schwachsinnig.

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