Nur Verlierer im Machtkampf

  • Nichts los in der Umkleidekabine.
    foto: apa/dapd/duprey

    Nichts los in der Umkleidekabine.

Nicht nur Clubs und Athleten, auch Sportsbars leiden durch das Aussetzen der Eishockey-Liga unter Millionenverluste

New York - Der NHL-Lock-out geht weiter, die Hoffnung auf eine Eishockey-Saison 2012/13 in Nordamerika schwindet. Auch nach mehr als 80 Tagen kommt keine Bewegung in den Arbeitskampf. Die finanziellen Folgen sind unübersehbar.

Das Weihnachtsgeschenk für die Eishockey-Fans in Nordamerika bleibt wohl aus. Der Tarifstreit in der Profiliga NHL geht weiter, die Fronten zwischen Teameignern und Spielergewerkschaft NHLPA sind verhärtet. Und selbst die treuesten Anhänger bereiten sich allmählich auf den "worst case" vor - den Ausfall der ganzen Saison.

Angebot "nicht akzeptabel"

"Es sieht nicht so aus, als ob das Problem in den nächsten Tagen gelöst wird", betonte NHLPA-Verhandlungsführer Donald Fehr am Donnerstag (Ortszeit) in New York. Kurz zuvor war das neueste Angebot seiner Seite von der Liga als "nicht akzeptabel" abgeschmettert worden. Ein neuer Gesprächstermin ist bisher nicht vereinbart. Somit drohen in den kommenden Tagen weitere Spielabsagen. Mehr als 420 Partien sind bereits bis zum 14. Dezember gestrichen worden, auch das lukrative "Winter Classic" am 1. Jänner fällt aus.

Die Folgen des Lock-outs sind längst spürbar. Zahlreiche Vereine haben sich von Angestellten getrennt oder sie auf Kurzarbeit gesetzt. Die Einnahmeverluste der Betreiber von Sportbars erreichten bereits zweistellige Millionen-Beträge.

Nur Verlierer

In Boston beispielsweise beläuft sich das Minus in den Bars rund um den TD Bank Garden, der Heimstätte der Bruins, auf 850.000 bis eine Million Dollar pro Partie. Den Bruins selbst gehen mit jeder ausgefallenen Begegnung drei Millionen Dollar verloren. Ligaboss Gary Bettman rechnete vor, dass alle Spieler zusammen täglich zehn Millionen Dollar einbüßen - die Besitzer doppelt so viel.

Es ist der dritte Lock-out seit 1994. Selbst hartgesottene Fans können nicht nachvollziehen, warum sich beide Seiten nicht einigen können, wie die Jahreseinkünfte von 3,3 Milliarden Dollar gerecht aufzuteilen sind. Als man sich zuletzt stritt, fiel 2004/05 die Saison aus - ein Novum im nordamerikanischen Profisport. Vor allem in den USA hatte die Liga anschließend mehrere Jahre mit geringen Zuschauerzahlen sowie vermindertem Medieninteresse zu kämpfen.

Finanzielles Ungleichgewicht

Doch anscheinend hat niemand aus dem Fiasko gelernt. Die Spieler haben damals auf 24 Prozent ihrer Einnahmen verzichtet - und sind jetzt trotzdem wieder durch die Clubbosse ausgesperrt worden. Ein Blick auf die vom Wirtschaftsmagazin "Forbes" veröffentlichte Liste über den Wert der Teams zeigt das Hauptproblem: ein erhebliches finanzielles Ungleichgewicht. Der Umsatz in der Liga ist in den vergangenen fünf Jahren zwar um 50 Prozent gestiegen. Dennoch schrieben 13 der 30 Teams vergangene Saison rote Zahlen.

Neun von ihnen sind zwischen 1991 und 2000 umgesiedelt worden oder neu hinzugekommen. Es war jene Zeit, in der die Liga sprudelnde Geldquellen im amerikanischen Süden wähnte, von 21 auf 30 Clubs anwuchs und plötzlich auch Texas, Arizona, Georgia, Tennessee und Florida auf der NHL-Landkarte vertreten waren.

"Warum Soccer die NHL bedroht"

So richtig beliebt ist Eishockey in diesen Regionen jedoch bis heute nicht. Mit den drei Profiligen American Football (NFL), Baseball (MLB) und Basketball (NBA) kann die NHL nicht mithalten. Das Magazin "Times" hat sogar einen Kontrahenten ausgemacht, der bisher eher belächelt wurde: Fußball.

"Warum Soccer die NHL bedroht", lautete der Titel. In der Story ging es nicht nur um den Zuschauerschnitt der Major League Soccer (MLS), der mit 18.807 bereits über dem der NHL (17.455) liegt, sondern auch um die Tatsache, dass die MLS-Expansion Richtung Kanada mit Teams in Vancouver, Toronto und Montreal ein Erfolg war. Die NHL indes begab sich mit ihrem Weg Richtung US-Süden aufs Glatteis. (APA; 7.12.2012)

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Ja ja die Gier...

...is a Sau. Ähnliches Denken scheint mir in der amerikanischen Politik vorzuherrschen. Lieber pinkle ich mir in die Suppe bevor ich sie mit anderen teile.

dann halt weiterhin nur NHL 13 :o)

Spannend: die Spieler der Linien 3 und 4 sollen und wären bereit zu spielen, werden aber anscheinend von den Superstars und Fehr eingeschüchtert. Auch ein interessanter Aspekt.

naja die stars san ja schon gstopft (mit geld) die haben kan stress.

Um die geht es auch eigentlich und ihren Verträgen. Soviel zum "Arbeitskampf", geht darum Ehefrau 2 und 3 und Ferrari 5-6, sowie die diversen Villen abzusichern.

es ist wie immer, die die genug geld haben packt die gier um noch mehr anzuhäufen. die andern die am andern ende hocken krepieren.

und wer sind in diesem machtkampf die reichen gierigen? die besitzer oder die spieler?
letztendlich sind beide seiten reich. draufzahlen tut der, der gar nichts zu melden hat: die putzfrau, die nach den spielen das WC putzt, damit sie ihrem kindern ein essen kochen kann.

trotzdem bin ich in diesem machtkampf auf der seite der spieler: stellen sie sich vor, ihre firma macht seit jahren jedes jahr mehr umsatz als im vorjahr - und dementsprechend ist auch ihr gehalt jedes jahr gestiegen. plötzlich kommt ihr chef her und sagt: sie bekommen ab jetzt weniger. würden sie sich das bieten lassen?
die spieler waren ja auch bereit zu den aktuellen verträgen weiter zu spielen

Die Firma NHL hat aber auch Filialen, die nicht so gut gehen, aber die man trotzdem braucht, damit das Geschäft über haupt auch Leute anlockt. Und die 57% der Einkünfte für Spieler sind schon hoch, wenn man bedenkt, das mit dem Rest die Trainer, die AHL Mannschaft uvm bezahlt werden müssen

Warum machen sie Journalisten Gedanken wie es Barbesitzern geht? Die wirklichen Opfer sind die kleinen Angestellten, die HotDog Verkäufer, der Bierträger, der Parkwächter etc. Weil deren Existenz steht in diversen Arenen, wo nur Hockey gespielt wird, in den Sternen...

gratulation an die rotstrichler!

Kein Rot von mir, aber mich nerven diese klassenkämpferischen Postings. Warum sollte man sich um die Barbesitzerbonzen sorgen? Vielleicht, weil sie im Gegensatz zu den kleinen Angestellten als Selbständige für die Millionenverluste selbst aufkommen und sich schwer verschulden müssen?

gegen (d)ein argument spricht nichts. ich denk nur, dass die rotstrichler hier nicht so weit wie du gedacht haben.

(nebenbei, und das hat jetzt nichts mit klassenkampf zu zun, sehe ich es trotzdem so, dass es dem der ein schlecht laufendes geschäft hat, besser geht, als dem, dessen geschäft "geschlossen" ist. aber das wie gesagt, nur nebenbei...)

macht wohl auch einen Unterschied, ob du jetzt in Toronto/New York oder irgendwo in Saskatchewan eine Sportbar hast.

Jedenfalls k*tzen mich NHLPA und NHL gewaltig an. Vor allem dieses Hoffnung Wecken und dann auf angfressen machen ist das Letzte.
Wer auch immer das mit dem Einsperren und nichts zum Essen geben gesagt hat, das ist auch hoffnungslos, dafür sind Daly und Fehr zu beleibt.

(f.k.a. Bullet)

Entweder Journalisten der apa oder Pub Eigentümer...

geh bitte

sogar in der einzigen zone der welt wo der dodelsport keinen interessiert(dachte ich) sinds im vormarsch und jetzt habens eishockey überholt, EISHOCKEY, hoffentlich geht die welt am 21.12 unter

Geh, bei den Zuseherzahlen in der Ö-Bundesliga kann man jetzt nicht wirklich von Interesse sprechen.

Sind im Schnitt wenn man die einwohnerzahl des landes berücksichtigt höher als in ger zum beispiel...

Und willst sagen in ger gibts kein Fussball interesse?

Aufmerksamkeit?

ich frag mich wie man so Ahnungslos Posten kann.

1 Bundesliga in AT durchschitt -> 7.271 bei total 654.389 -> http://tinyurl.com/boympes

EBEL -> durchschnitt 3135 bei total 223006

Wenn man noch dazu rechnet das die Statien allesamt das doppelte fassen was ein Eisstation kann...

Nüchtern betrachtet ist jeder Fussballanhänger (sisifan) eine Geldvernichtungsmaschine par excelence

Ich red eh von der Fussballbundesliga, sonst hätte ich ja Ebel geschrieben.

schau dir die medien an, egal welche, online offline krone, nur fussball und schifahren und ein paar komprimierte zerquetschte

naja, dort wos die leute wirklich interessiert, gibts schon bericht erstattung z.B.: kleine zeitung usw.

Weiss eh, schau dir nur die morgause an, postet nur zu Fussballthemen. *duck und weg*

Wir könnten auch was gegen red Bull schreiben und so har4 beschwören! ;)

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