Aus für die dapd-Tochter Sipa News in Frankreich

7. Dezember 2012, 11:23
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Handelsgericht in Paris ordnete Liquidationsverfahren für Gesellschaft an

Nach der Insolvenz bei der Nachrichtenagentur dapd in Deutschland ist für ihre französische Tochter Sipa News das endgültige Aus gekommen. Das Handelsgericht in Paris ordnete am Donnerstag ein Liquidationsverfahren für die Gesellschaft an, die erst vor zwei Monaten in Frankreich als Textagentur an den Start gegangen war.

Für den alteingesessenen Foto-Dienst Sipa Press wurde hingegen ein Insolvenzverfahren zugelassen, um einen neuen Investor zu finden. Eine dritte dapd-Tochterfirma, bei der die einstigen Angestellten der Nachrichtenagentur AP Frankreich angestellt waren, wurde ebenfalls dem Liquidationsverfahren zugeordnet. Die auf Inhalte für mobile Geräte spezialisierte Sipa Medias, vierte und kleinste Filiale der dapd-Gruppe in Frankreich, war von dem Insolvenzantrag nicht betroffen.

Appelle an die Politik

Die rund 120 Angestellten der drei betroffenen Sipa-Gesellschaften hatten vor dem entscheidenden Gerichtsbeschluss in den vergangenen Wochen an die Politik sowie an die US-Agentur Associated Press (AP) appelliert, um ihre Nachrichtenagentur noch zu retten. Das Mutterunternehmen von Sipa News, die deutsche Nachrichtenagentur dapd, hatte im vergangenen Oktober teilweise Insolvenz angemeldet. Acht ihrer Gesellschaften sind davon betroffen.

Der Insolvenzverwalter legte im November ein Konzept zur Sanierung der dapd in Deutschland vor. Inzwischen verlor bereits etwa ein Drittel der 299 Beschäftigten der acht dapd-Gesellschaften den Arbeitsplatz; zugleich sollen sämtliche Dienste der Agentur verschlankt bestehen bleiben. Allerdings hatte ebenfalls im November der bisherige dapd-Geschäftspartner AP bekanntgegeben, dass er die Kooperation mit dapd wegen Vertragsnichterfüllung aufkündige.

Umorientierung bei AP

Über die Rechtmäßigkeit der Kündigung wird voraussichtlich am 18. Dezember ein New Yorker Gericht entscheiden. Die global tätige US-Agentur AP will ab dem 1. Jänner im deutschsprachigen Raum mit der Deutsche Presse-Agentur (dpa) zusammenarbeiten. Die Schweizerische Depeschenagentur (sda) hält seit Februar 2010 die Rechte an den deutschen dapd-Textdiensten für die Verbreitung in der Schweiz. (APA, 7.12.2012)

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