Weichmacher in Alu-Dosen

7. Dezember 2012, 13:32
  • Die umstrittene Chemikalie konnte unter anderem in Energydrinks,
Bier und Orangensaft nachgewiesen werden.
    foto: grey59/pixelio.de

    Die umstrittene Chemikalie konnte unter anderem in Energydrinks, Bier und Orangensaft nachgewiesen werden.

Umstrittene Chemikalie in vielen Getränkedosen - Frankreich verbannt Bisphenol A 2015 aus allen Lebensmittel-Verpackungen

Wien - Die Chemikalie Bisphenol A wird unter anderem  für Fettleibigkeit, Diabetes oder auch Zeugungsunfähigkeit verantwortlich gemacht. Eine Analyse der AKNÖ und Umweltbundesamt von Getränken aus Alu-Dosen hat ergeben: Fast alle untersuchten Dosengetränke weisen Spuren von Bisphenol A auf.

Die AKNÖ und das Umweltbundesamt haben 15 Getränke getestet. Elf Getränke waren in Alu-Dosen abgefüllt, drei in  Glasflaschen und ein Getränk in einer PET-Flasche. "Zehn von elf untersuchten Dosengetränken waren mit dem Problemstoff Bisphenol A belastet. Die Chemikalie ähnelt in der Wirkung dem weiblichen Hormon Östrogen und beeinflusst das Hormonsystem", erklärt AKNÖ-Lebensmittelexperte Helmut Bohacek und ergänzt: "Die Getränke in Glas- und PET-Flaschen enthielten keine Spuren dieser Chemikalie."

In Schnullern, Beißringen und Babyflaschen verboten

Die gesundheitlichen Grenzwerte in den Dosengetränken werden nicht überschritten, trotzdem gibt es unter Experten  starke Bedenken, was den Einsatz von Bisphenol A im Lebensmittelbereich betrifft. "Das Umweltbundesamt hat die Substanz in Müttern und Babys nachgewiesen. Schadstoffe werden vor allem über die Nahrung aufgenommen, daher sollten Lebensmittel frei von Stoffen wie Bisphenol A sein", erklärt Gundi Lorbeer, Leiterin des Bereichs Stoffe und Analysen im Umweltbundesamt.

Die Möglichkeit des Auftretens schädigender Wirkungen unterhalb der derzeit gültigen Werte, insbesondere bei empfindlichen Bevölkerungsgruppen, ist Gegenstand einer aktuellen Neubewertung durch die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit).

In Babyfläschchen ist die Chemikalie EU-weit bereits verboten, in Österreich auch in Schnullern und Beißringen. In Frankreich soll Bisphenol A ab Mitte 2015 aus allen Lebensmittelverpackungen verbannt werden.

Gesundheitsgefahr Bisphenol

Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit, Krebs, Übergewicht, Diabetes und einen erhöhten Bisphenol A Spiegel im Blut hin. Der Stoff wird unter anderem zur Herstellung von Lacken, Beschichtungen von Getränke- und Konservendosen und von Klebstoffen, sowie auch in Thermopapieren (Kassazettel) eingesetzt.

Die tägliche Aufnahmemenge, die derzeit als unbedenklich für die Gesundheit gilt, beträgt 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das sind bei einem Erwachsenen mit 60 kg Körpergewicht täglich insgesamt 3000 Mikrogramm, bei Kindern mit 10 kg Körpergewicht jedoch nur 500 Mikrogramm.

Getränke aus Flaschen

"Wer sicher gehen will, kauft Getränke in Glasflaschen. Das schont einerseits die Gesundheit und mit Mehrwegflaschen die Umwelt. Denn die Aludose ist die ökologisch ungünstigste Getränkeverpackung", lautet Bohaceks Empfehlung. Diese umzusetzen ist jedoch gar nicht so einfach, denn die klassische Glas-Pfandflasche ist im Handel kaum mehr zu finden.

Die meisten Getränke werden in PET-Flaschen oder auch nur in Dosen verkauft. Den Konsumenten bleibt mitunter keine andere Alternative, als ein mit Bisphenol A belastetes Getränk in der Dose zu kaufen. Der AKNÖ-Experte schlägt daher ein ein Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen nach deutschem Vorbild vor. (red, derStandard.at, 7.12.2012)

Testergebnisse:

Red Bull Cola Dose 1,10 Mikrogramm pro Liter

Cappy Orange Dose 0,86 Mikrogramm pro Liter

Stiegl Radler Dose 0,86 Mikrogramm pro Liter

Red Bull Dose 0,84 Mikrogramm pro Liter

Schwechater Bier Dose 0,22 Mikrogramm pro Liter

Stiegl Goldbräu Dose 0,088 Mikrogramm pro Liter

Fanta Dose 0,083 Mikrogramm pro Liter

Coca-Cola Dose 0,063 Mikrogramm pro Liter

Almdudler Dose weniger als 0,058 Mikrogramm pro Liter

Pepsi Throwback Dose weniger als 0,058 Mikrogramm pro Liter

Burn Energy Dose nicht nachweisbar

Coca-Cola PET-Flasche nicht nachweisbar

Coca-Cola Glasflasche nicht nachweisbar

Red Bull Glasflasche nicht nachweisbar

Stiegl Goldbräu Glasflasche nicht nachweisbar

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Mein Vorschlag:

Exorbitant hohe Steuer auf Plastikflaschen und Aludosen. Gleichzeitig Pfand für Glasflaschen saftig nach oben, damit diese auch wieder rezykliert werden.

Aludosen sind eine Umweltschande, ein energiefressender Wahnsinn, eine achtlos weggeworfene Schirchheit am Straßenrand/im Wald. Dieser Schei$$ gehört endlich verboten.

manche produkte gibts leider nicht in glas oder pet-flaschen. ich würde sofort umsteigen! bisphenol A gehört genau wie aluminium endlich ferngehalten von unseren lebensmitteln!

ausrede hilft nix, da heißts verzichten!

ist aber schwer, oder? hier wären politik und industrie gefragt.

Direkt gepresster Apfelsaft enthält 3,6mg/kg Aluminium.
Und nun?

ich weiß schon, warum ich den nicht trinke. impfen tu ich natürlich auch nicht und joghurt. nein, danke.

Und das wissen Sie woher?

Ein Pfandsystem...

...muss her!
Genauso wie ein Verbot der "Energiespar-" vulgo Umweltbombenlampe, weiters ein Verbot von Aspartam und Transfetten!

weißt du, dass LEDS sauteuer sind?

Geh geh. Das fertigprodukt teilt seine Weisheit...

nicht jeder ist so reich, dass er sich für eine lampe, die mehrere glühbirnen braucht, birnen um jeweils 7 euro kaufen kann. ist die realität. gut, dass ich alte glühbirnen gesammelt habe. eine quecksilberschleuder kommt mir jedenfalls nicht ins haus.

Keine Sorge, am 21sten ist's für Angsthasen vorbei...

harter hase du!

Jau! Alles verbieten! Sobald irgendein Hansel behauptet, das wäre doof - weg damit! Glutamat haben Sie vergessen, das Teufelszeug!

... und was ist mit Sigg-Bottles?

sigg flaschen haben doch innen keine beschichtung, oder?

natürlich! sonst hättest du giftiges aluminium im getränk. allerdings sind das andere beschichtungen ohne BPA. es geht also, nur der wille fehlt bei manchen herstellern.

aso, danke für die info ;)

ich glaub nicht das der wille fehlt. bpa wird halt günstiger sein und den Konzernen ists egal mit was sie die menschen vergiften, Hauptsache der Profit stimmt...

Hab gelesen, dass die Innenbeschichtung von Alusportflaschen sich mit der Zeit lösen kann und dadurch Aluminium in dein Getränk gelangen kann. Die einzig wirklich sichere Alternative sind Edelstahlflaschen. Leider sehr selten, aber ich hab eine ;-)

wo hast du die gekauft? da ich viel auf reisen bin, und mir flaschenwasser zu schlecht und teuer ist, hätte ich gerne so eine. am besten in 0.75 l-größe!

Dankenswerterweise sind die Werte und Grenzwerte angegeben.

Ein einfacher Vergleich zeigt: Wer als Erwachsener mehr als dreitausend Liter Dosengetränke täglich trinkt, für den wird's bedenklich.
Also: Keine Panik!

bei hormonen ist das aber anders wie bei anderen giften. da wirken kleine mengen oft völlig anders als größere mengen. insofern sind solche stoffe völlig zu vermeiden. (und sie wären auch leicht vermeidbar)

LOL

Leben sie hormonlos...

Schwurbel wie immer von fertigprodukt!

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