Fall Kührer: Verdächtiger in Justizanstalt Korneuburg überstellt

7. Dezember 2012, 10:51

Der Verdächtige leugnet weiter mit Tod des Mädchens zu tun zu haben

Korneuburg/Wien - Der im Fall Julia Kührer beschuldigte 51-Jährige ist laut Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, am Freitagvormittag in die Justizanstalt überstellt worden. Die Einvernahme des Verdächtigen durch den Haftrichter sollte noch im Laufe des Tages stattfinden.

Antrag auf U-Haft

Seitens der Anklagebehörde wird es einen Antrag auf Verhängung der U-Haft geben. Eine Entscheidung darüber muss binnen 48 Stunden ab Einlieferung, also bis spätestens Sonntagvormittag, fallen.

Dringender Tatverdacht

Bei den Einvernahmen im Bundeskriminalamt (BK) hatte der Mittwochabend neuerlich festgenommene 51-Jährige unverändert geleugnet, etwas mit dem Tod von Julia Kührer zu tun zu haben. Der Mann stehe unter dringendem Tatverdacht, betonten BK-Ermittlungsleiter Ernst Geiger und Niederösterreichs Landespolizeidirektor Franz Prucher am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Mit einer in einer aufwendigen Analyse sichergestellten DNA-Spur auf einer Decke, in die Julia Kührers Leiche eingewickelt war, gebe es einen ersten Sachbeweis. "15 von 16 Merkmalspuren stimmten mit dem Profil des Verdächtigen überein", so Geiger.

Festnahme bereits im Juni 2011

Der Verdächtige war bereits nach der Auffindung des Skelettes der fünf Jahre vermisst gewesenen Juli Kührer aus Pulkau im Weinviertel Ende Juni 2011 festgenommen worden. Die sterblichen Überreste des Mädchens waren in einem Erdkeller auf seinem Grundstück im nahen Dietmannsdorf entdeckt worden. Aufgrund der damaligen Beweislage wurde der Verdächtige jedoch nach 48 Stunden vom Haftrichter entlassen, zumal keine Verbindung zwischen ihm und dem Opfer nachgewiesen werden konnte.

 

Die Verantwortung des Beschuldigten lautete, ein Fremdtäter habe die Leiche in dem Erdkeller abgelegt. Seitens der Staatsanwaltschaft Korneuburg hieß es in der Folge, der Mann bleibe verdächtig. (APA, 7.12.2012)

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10 Postings

In meinem Keller wird sich wohl auf allen Teilen meine DNA befinden. Egal, wer da später eine Leiche hineinbugsiert.
Das wird wohl für eine Verurteilung nicht reichen.

Oder es ist Wahljahr in NÖ, dann reichts.

Er behauptet, die Decke nie gesehen zu haben und jetzt findet sich ausgerechnet darauf seine DNA und das ist ja kein normaler, halbwegs gepflegter Keller voller persönlicher Habseligkeiten und daher voller DNA.

ich bin sehr gespannt, wie die sache weitergeht.

so ein gewaltverbrechen vorliegt und der mann der täter ist, hoffe ich, dass er gesteht, damit das endlich für alle hinterbliebenen, freunde und pulkauer abgeschlossen werden kann. man darf nicht vergessen, welcher schatten seit jahren über der kleinstadt liegt und wieviele fragen und verdächtigungen es gab.

Fremdtäter

die wären wohl auch in Amstetten und in Strassdorf beschuldigt worden, bei einem anderesn Szenario.

Wenn nicht dem Mädchen in Strassdorf die Flucht gelungen wäre, bzw. die Ärzte in Fall F. die Augen verschlossen hätten, und nicht nachgefragt hätten.

Den Eltern K. wünsche ich, dass ihrer Tochter endlich Gerechtigkeit geschieht, und sie abschließen können.

strasshof ist gemeint.

Danke für die Richtigstellung

das wird wohl

zuwenig sein, um eine rechtskräftige Verurteilung zu erwirken....

Wenn er unschuldig ist sollte er auch nicht verurteilt werden.

das,

steht außer Frage.....

scheint mir nicht so, viele schreien schon nach Verurteilung, wenn er sagt er wars nicht heißt es er leugnet.

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