FTD-Mitarbeiter sehen nicht schwarz

7. Dezember 2012, 10:04
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Auch auf die letzte Ausgabe der Wirtschaftszeitung sind die Mitarbeiter stolz und bereuen ihren kritischen Journalismus nicht

Nach zwölf Jahren ist am Freitag die vorläufig letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland" erschienen. Der Verlag Gruner+Jahr stellte die Wirtschaftstageszeitung, die in all den Jahren keinen Gewinn machte und für die der Magazinriese daher keine Perspektive mehr sah, ein. Die Mitarbeiter, mehr als 300 an der Zahl, verabschieden sich aber mit Stil. Mit einer ironischen Verbeugung gegenüber dem Eigentümer, die wir hier aus Copyrightgründen nur verlinken können, zeigen sie eine gehörige Portion Stolz auf ihr Schaffen - getreu dem Motto: "Wir würden es jederzeit wieder genauso machen."

"Entschuldigung,

liebe Gesellschafter, dass wir so viele Millionen verbrannt haben. Entschuldigung, liebe Anzeigenkunden, dass wir so kritisch über Eure Unternehmen berichtet haben. Entschuldigung, liebe Pressesprecher, dass wir so oft Euren Formulierungsvorschlägen nicht gefolgt sind. Entschuldigung, liebe Politiker, dass wir Euch so wenig geglaubt haben. Entschuldigung, liebe Kollegen, dass wir Euch so viele Nächte und so viele Wochenenden haben durcharbeiten lassen. Entschuldigung, liebe Leser, dass dies jetzt die letzten Zeilen der FTD sind. Es tut uns leid. Wir entschuldigen uns vorbehaltlos. Aber: Wenn wir noch einmal von vorn anfangen dürften - wir würden es jederzeit wieder genauso machen." (sos, derStandard.at, 7.12.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die letzte Ausgabe der FTD.

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