Forderung: Chronischer Schmerz als eigenes Krankheitsbild

"Allianz Chronischer Schmerz Österreich" gegründet - 30 Selbsthilfegruppen starten Unterschriften-Aktion

Wien - In Österreich leiden rund 1,5 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen - schätzungsweise elf Prozent davon sind von neuropathischen Schmerzen ("Nervenschmerzen") betroffen. Die Ursache chronischer Schmerzen ist oft schwer eruierbar. Das Leben der Betroffenen ist massiv beeinträchtigt, vor allem dann, wenn Patienten über Jahre nicht adäquat behandelt werden. Die EURAG (Europäische Arbeitsgemeinschaft) hat nun ein neues Projekt ins Leben gerufen, damit "chronischer Schmerz" als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt wird.

Dauert der Schmerz länger als zwölf Wochen an oder kehrt er ständig wieder, ist per definitionem von chronischen Schmerzen die Rede.Theoretisch kann davon jede Altersgruppe betroffen sein. Am stärksten sind es Personen im Alter zwischen 41 bis 70 Jahren.

Seit mehr als 50 Jahren setzt sich die EURAG (Europäische Arbeitsgemeinschaft) in 34 Staaten für die Interessen und die Lebensqualität älterer Menschen ein. Anders als in anderen europäischen Ländern gebe es in Österreich nur wenige Einrichtungen, die eine effektive Schmerztherapie ermöglichten, zudem gebe es relativ wenige Schmerzspezialisten mit Kassenvertrag, heißt es in einer Aussendung. 

Unterschriften-Aktion

Im Oktober 2012 wurde deshalb die "Allianz chronischer Schmerz Österreich" ins Leben gerufen - ein Zusammenschluss von bisher 30 Selbsthilfegruppen von Wien bis Vorarlberg, die derzeit mit einer Unterschriften-Aktion eine Anerkennung des chronischen Schmerzes als eigene Krankheit, eine dem jeweiligen Krankheitszustand entsprechende Therapie, sowie die Einrichtung von multidisziplinären Schmerzzentren fordern,

In Österreich sind etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung von chronischen Schmerzen betroffen, darunter viele auch von neuropathischen Schmerzen. Eine exakte Zahl lässt sich aufgrund der hohen Dunkelziffer und fehlender statistischer Daten nicht nennen. Derzeit befinden sich ca. 23 Prozent der Betroffenen nicht in ärztlicher Behandlung. Neben einer verminderten Lebensqualität können unbehandelte neuropathische und chronische Schmerzen zu erheblichen Einschränkungen im Privatleben und Berufsalltag - bis hin zur Arbeitsunfähigkeit - führen. Darüber hinaus werden aber auch das Gesundheitssystem und der Staatshaushalt durch beispielsweise Krankenstandstage, Arbeitsunfähigkeit und Frühpensionierung belastet. (APA, 7.12.2012)
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