Siedler für den Mars gesucht

  • SpaceX-Gründer Elon Musk plant in der nächsten Dekade eine riesige Marskolonie
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    SpaceX-Gründer Elon Musk plant in der nächsten Dekade eine riesige Marskolonie

Suchen Sie noch ein Weihnachtsgeschenk? Wie wäre es mit einem Flug zum Mars? Dieser soll gerade einmal 500.000 Dollar kosten - Zumindest nach dem Plan des Milliardärs Elon Musk

Los Angeles / Wien - Elon Musk hat mit seinen 41 Jahren schon viele Ideen ausgetüftelt - und erfolgreich umgesetzt: Der gebürtige Südafrikaner half, den Online-Bezahldienst Paypal auf die Beine zu stellen. Er gründete den Elektroauto-Hersteller Tesla Motors. Nebenbei revolutionierte er das Geschäft mit privat erzeugter Sonnenenergie. Im Mai schickte sein Raumfahrtunternehmen "SpaceX" den ersten privaten Raumtransporter ins All.

Doch was der Milliardär als nächstes vor hat, klingt im Jahr der "Curiosity"-Marslandung wie ein abgehobener Traum: Musk will in zwölf bis 15 Jahren die ersten Menschen auf den roten Planeten bringen und diesen besiedeln. Geht es nach seinen Plänen, sollen es sich dort einst 80.000 Siedler so gut wie möglich gemütlich machen.

Marsbesiedelung für 36 Milliarden US-Dollar

Doch abgesehen von der Frage, ob es auf dem Mars lebenswert ist, muss das Ganze finanziert werden. Musk, der in den USA Physik studiert hat, geht von Kosten von 36 Milliarden Dollar aus. Zunächst würde eine kleine Gruppe von zehn Marsonauten Pionierarbeit leisten. Sie stellen mit Maschinen aus den vorhandenen Stoffen Stickstoff, Kohlendioxid und Wasser Dünger, Methan und Sauerstoff her. Aus mitgebrachtem Baumaterial sollen durchsichtige Kuppeln errichtet werden. Ist die Grundlage geschaffen, könnten die Massen folgen.

Auch über die weitere Finanzierung hat der geschiedene Vater von fünf Kindern schon nachgedacht. 500.000 Dollar (rund 380.000 Euro) soll das Ticket für die im günstigsten Fall 56 Millionen Kilometer entfernte Strecke kosten. Einfach. Vorausgesetzt, der Transport läuft mit voll wiederverwendbaren Raketen. Gedacht ist an Weiterentwicklungen der Falcon-9-Rakete, die schon den ersten kommerziellen Frachttransporter zur Internationalen Raumstation ISS gebracht haben.

Andere Raumfahrtexperten halten Musks Idee für "dummes Gelaber". Dass ihm aber doch einiges zugetraut wird, zeigt die Tatsache, dass ihn das Forbes-Magazin heuer auf Rang 66 der "most powerful people" listete". (kat, DER STANDARD, 07.12.2012)

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